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Kritik

Neue Feuerwehr-Stiefel zwicken doch arg

In der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Hohenkemnath gab es einiges zu bemängeln – am beschafften Schuhwerk.
Von Andreas Brückmann

Bei der Feuerwehr Hohenkemnath wurden Nico Dzalakowski und Lukas Reuss befördert. Es gratulierten 3. Bürgermeister Josef Schmaußer und Kreisbrandmeister Alexander Graf (vorne von links) sowie Kommandant Christoph Staudte und Vorstand Christian Wenkmann (hinten). Foto: Andreas Brückmann
Bei der Feuerwehr Hohenkemnath wurden Nico Dzalakowski und Lukas Reuss befördert. Es gratulierten 3. Bürgermeister Josef Schmaußer und Kreisbrandmeister Alexander Graf (vorne von links) sowie Kommandant Christoph Staudte und Vorstand Christian Wenkmann (hinten). Foto: Andreas Brückmann

Ursensollen.Es war einsatzreich, das vergangene Jahr für die Feuerwehr Hohenkemnath. Bei der Jahreshauptversammlung der Wehr erhielten die 57 anwesenden Mitglieder dazu einen umfassenden Rückblick. Aber auch der Ausblick – gerade im Bereich der persönlichen Ausrüstung – sorgte im wahrsten Sinne des Wortes für kalte Füße und heiße Sohlen.

Zunächst galt es für Vorstand Christian Wenkmann, die Mitglieder über die Vereinsaktivitäten des vergangenen Jahres zu informieren. Erfreut zeigte er sich hierbei, dass mit vier neuen Mitgliedern der Mitgliederstand auf 182 derzeit festgeschrieben ist. Im aktiven Dienst bei der Wehr befinden sich davon derzeit 59. Und diese leisteten im vergangenen Jahr 37 Einsätze, wie Kommandant Christoph Staudte den Zuhörern zu berichten wusste.

Sechs Brandeinsätze wurden abgearbeitet, 22 Mal wurde man zur technischen Hilfeleistung gerufen, davon 18 Mal mit dem Verkehrsabsicherungsanhänger zu Einsätzen auf der Autobahn A6. Dabei liegt Christoph Staudte die Einsatzfähigkeit seines Löschgruppenfahrzeugs etwas schwer im Magen.

Wie auch Gerätewart Josef Kugler berichtete, war das Einsatzfahrzeug im vergangenen Jahr wieder mehrere Wochen für Reparaturen in der Werkstatt und somit nicht einsatzfähig. „Wie bereits im letzten Jahr, weise ich auch heuer nochmals darauf hin, dass es aufgrund der immer aufwändigeren Reparaturen endlich an der Zeit wäre, dass wir unser Löschfahrzeug zeitnah ersetzten“, lautete Staudtes Appell in Richtung Rathaus Ursensollen.

Nachwuchsarbeit macht Freude

Erfreulicher ist dafür die Nachwuchsarbeit. Zwölf Kinder werden derzeit in den jeweils im Abstand von vier Wochen abgehaltenen Kinderfeuerwehr betreut. Jugendwart Andreas Dötterl danke in seinen Worten für das Engagement seiner Mithelfer, die sich neben der Kinderfeuerwehr auch um die derzeit elf Jugendliche umfassende Jugendgruppe kümmern. Diese zeigte sich unter anderem auch verantwortlich für die Ausrichtung des Johannifeuers am Dorfplatz. Hierzu wurde durch die Jugendfeuerwehr in Eigenregie eine Feuerstelle dort im vergangenen Jahr installiert und bietet somit auch den Platz für die zukünftige Ausrichtung der Veranstaltung.

Dass die nicht nur bei der Bevölkerung gut angenommen werden zeigte sich im Kassenbericht von Kassier Michael Englhard. Die Feuerwehr erzielte ein gutes Plus im letzten Jahr, hat ein gesamt solides Polster. Welches aber in den kommenden Jahren dann doch etwas stärker abgenutzt werden wird, wie Vorstand Christian Wenkmann als Abschluss informierte. Der Grund hierfür ist die Beschaffung neuer Einsatzstiefel für die Aktiven. Eigentlich Sache der Gemeinde, was diese auch tut. Nur mit den Stiefeln, für die sich die Gemeinde entschied, um ihre sechs Feuerwehren auszustatten, mit den man bei der Wehr in Hohenkemnath überhaupt nicht klarkommt.

Erfahrungen gerne einmal teilen

„Wir haben verschiedene Stiefel ausgiebigst getestet und gerade für unsere Einsatzbedingungen mit langen Wegen und Stehzeiten auf der Autobahn einen Schuh gefunden, in dem man sich auch nach sechs Stunden Verkehrsabsicherung bei Regen und Kälte noch wohl fühlt“, informierte Wenkmann. Das Problem: Ein Paar davon kostet 60 Euro mehr, als die Gemeinde bezuschusst. Daher wurde seitens der Vorstandschaft einstimmig der Beschluss gefasst, diesen Betrag aus der Vereinskasse im Sinne der Gesunderhaltung der Aktiven zu investieren und den Betrag jeweils für die Ausstattung aller Aktiven selbst zu übernehmen.

Beförderungen

  • Kommandant Christoph Staudte

    sprach im Rahmen der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hohenkemnath auch wieder einige Beförderungen aus.

  • Zum Feuerwehrmann:

    Nico Dzalakowski, Stefan Hierold, Tobias Hierold und Ferdinand Stich. Zum Löschmeister Lukas Reuss. (ahk)

Das stieß ziemlich sauer auf

Nicht ganz glücklich, aber verständnisvoll zeigten sich die anwesenden Mitglieder über den Beschluss. Vor allem, dass für die Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr Hohenkemnath die Gemeinde hier nur zu einem Teil aufkommt, stieß dem einen oder anderen dann doch ganz schön sauer auf: „Steckt doch die Gemeinderäte alle mal in die bisherigen Schuhe und stellt sie mal für sechs Stunden auf die Autobahn. Dann schaun ma mal, was die wirklich davon halten“, so eine der Meinungen – vielleicht auch als Anregung gedacht. Der anwesende Gemeinderat Albert Geitner sowie 3. Bürgermeister Josef Schmaußer haben’s jedenfalls vernommen. Mal sehen.

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