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Ausstellung

Neue Wege in der Kunst einschlagen

„Erscheinungen“ nennt Fotograf Clemens Zahn seine Bilder, mit denen er in Amberg ganz andere Sichtweisen eröffnet.

Bürgermeister Martin Preuß und Clemens Zahn eröffneten die Ausstellung „Erscheinungen“. Fotos: arr
Bürgermeister Martin Preuß und Clemens Zahn eröffneten die Ausstellung „Erscheinungen“. Fotos: arr

Amberg.Zahlreiche Besucher waren zur Vernissage in die Stadtgalerie Alte Feuerwache gekommen, um die neuesten Werke von Clemens Zahn zu sehen. „Erscheinungen“ ist der Titel der Ausstellung – der Name wirft Fragen auf. Was bedeuten Erscheinungen? Erscheinung, so wird der Begriff definiert, sind verschiedene Arten des Auftauchens, des sichtbar Werdens eines Objektes.

Clemens Zahn, oder besser Dr. Clemens Zahn, kennen sicherlich sehr viele Menschen. Fast jeder hat schon mal ein Bild von ihm gesehen, ohne sich bewusst zu werden, dass eben jener Clemens Zahn hinter der Kamera gestanden und nach langer Vorbereitung den Auslöser betätigt hat.

Peter Geiger führte in das Werk und die Person Clemens Zahn ein.
Peter Geiger führte in das Werk und die Person Clemens Zahn ein.

Und jetzt keine Fotografie mehr? Clemens Zahn spricht dazu von „20 Jahren Lieferantendasein in der bunten, sich im Zuge von Digitalisierung und allgemeiner Bildungs- und Interessenverflachung rasch verändernden Bilderwelt der Printmedien“ – gemeint sind Magazine wie GEO-Saison, über 50 Kalender, Bildbände und viele Zeitschriften-Reportagen, zu denen er Bilder geliefert hat. Nun suche er die Fülle der Erscheinungen, die die Menschen umgeben, auf tiefergehende Weise in den Blick zu nehmen. So entstanden die Bilder, die in der Stadtgalerie zu sehen sind: „Erscheinungen“ eben.

Gespannt, was der Laudator noch so alles ausplaudert: Sabine Zahn, Clemens Zahn, Martin Preuß und Wolfgang Dersch Foto: arr
Gespannt, was der Laudator noch so alles ausplaudert: Sabine Zahn, Clemens Zahn, Martin Preuß und Wolfgang Dersch Foto: arr

Zum anderen Sehen kommt aber auch noch anderes Material: Clemens Zahn erprobte Japanpapiere und Büttenpapier aus Indien als Bildträger. Diese „Erscheinungen“ sind eine neue Art, Bilder im Druck auf besonderes Papier zu bringen. Jahrelang hat Clemens Zahn daran gearbeitet und jetzt sind die Erfolge seiner künstlerischen Arbeit bis 3. Juni 2018 zu sehen.

Peter Geiger beschrieb in seiner Einführung die Arbeitsweise von Clemens Zahn so: Erst entsteht die Idee eines Bildes im Kopf. Dann wird überlegt, wie man diese Idee realisieren kann. Dazu brauche es viel Geduld, Gespür für Details und nochmals Geduld, bis dann das Motiv so ist, wie es sich der Künstler vorgestellt hat – oder umgekehrt!

Eines der Werke von Clemens Zahn – ohne Titel Foto: arr
Eines der Werke von Clemens Zahn – ohne Titel Foto: arr

Der Bub Clemens habe schon früh entdeckt, dass er Dinge festhalten will. Dazu habe er den kleinen Fotoapparat seines Vaters entdeckt. Wohl noch ohne Film, aber dennoch mit großer Akribie „fotografierte“ der damals Vier- oder Fünfjährige alles mögliche Getier im Garten und die umliegende Natur – seine Leidenschaft war geweckt.

Sein Vater jedoch habe durchgesetzt, dass Clemens einen „richtigen Beruf“ erlernen soll, wusste Geiger. Es folgte das Studium, das mit einem Doktortitel abgeschlossen wurde. 1997, also mit 35 Jahren stellte sich Clemens Zahn dann die Frage, ob das, was er bis jetzt gemacht hat, sein Leben sein soll. Die Antwort war „Nein“. Er wechselte zur Kunst und zur Fotografie. Das Ergebnis dieses „Nein“ ist nun in der Stadtgalerie zu betrachten. „Erscheinungen“ eben.

Zur Person: Clemens Zahn

  • Wissenschaft

    Clemens Zahn, geboren 1962 in Sulzbach-Rosenberg, studierte in München Volkswirtschaftslehre. Er war von 1989 bis 1997 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ludwig-Maximilians-Universität München und anschließend an der Universität der Bundeswehr München.

  • Kunst

    1997 wechselte Zahn als Autodidakt ins fotografische Fach. Als Fotograf war er stets unterwegs in der Welt, um seine Ideen zu Bildern werden zu lassen. Berlin, Wien und Amberg – er hat alle schönen Orte der Stadt fotografiert – waren die Stationen, bevor er 2016 wieder in seine Heimatstadt zog. (arr)

Oder man kann es in den Büchern von Clemens Zahn genießen wie „Berlin und seine Dichter“, „Engel: Von der Schönheit stiller Boten“, „Licht der Hoffnung“, „Im Land des Märchenkönigs – Ludwig II und die Sehnsucht nach dem Paradies“ oder auch „Wolken: Landschaften am Himmel“. (arr)

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