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Kirche

Neuer Glanz für das Altarbild

Das Kunstwerk aus der Ebermannsdorfer Kirche wird in München restauriert. Dabei kommen neue Details zum Vorschein.
von Christine Wendl

Der Historische Verein besuchte die Technische Universität in München und machte sich vor Ort ein Bild vom teil-restaurierten Altarbild. Im Frühjahr 2020 soll es wieder in der Ebermannsdorfer Kirche sein. Foto: Christine Wendl
Der Historische Verein besuchte die Technische Universität in München und machte sich vor Ort ein Bild vom teil-restaurierten Altarbild. Im Frühjahr 2020 soll es wieder in der Ebermannsdorfer Kirche sein. Foto: Christine Wendl

Ebermannsdorf.Ebermannsdorf„Ein Werk, das es verdient!“ – so wertete Erwin Emmerling, emeritierter Professor für Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft der Technischen Universität München (TUM), das Hochaltargemälde der Johanneskirche, das 1723/24 von Johann Adam Müller geschaffen wurde. Emmerling und Restauratorin Annegret Gelbrich hatten kürzlich die Mitglieder des Historischen Vereins Ebermannsdorf über den Stand der Restaurierungsarbeiten informiert.

Es ist schon länger her, dass der Historische Verein die Patenschaftsaktion für dieses Altarbild gestartet hatte. Um die Restaurierung des stark beschädigten großformatigen Gemäldes finanziell abzusichern, sollten hundert Patenschaftsfelder verkauft werden. Durch das große Engagement der Mitglieder und des Vorsitzenden Josef Gilch konnten zwischen 2013 und 2016 alle Felder verkauft werden. In den folgenden Jahren gingen weitere Spenden ein und die Kirchenstiftung erhielt 25000 Euro als Grundstock für die Restaurierungskosten.

Herausforderung für Experten

Im September 2016 wurde das Bild aus der Johanneskirche abgeholt, von Schädlingen befreit und ab 2017 war es im Atelier des Lehrstuhls an der TU. Dort wurde es zunächst in verschiedenen Studienabschlussarbeiten detailliert untersucht und dann restauriert. Die Größe (3,43 Meter hoch und 1,70 Meter breit) und der sehr schlechte Zustand erforderten viel Zeit bei der Bearbeitung.

Im Oktober 2018 stellten Vertreterinnen des Lehrstuhls in Ebermannsdorf die ersten Ergebnisse der Arbeiten vor. Um sich nun ein Jahr später über den aktuellen Stand der Arbeiten zu informieren, fuhren die Mitglieder des Historischen Vereins nach München. Emmerling und Gelbrich führten die Ebermannsdorfer durch die Labore, die Bibliothek und die Schaukästen des Instituts. Diese Vorabinformationen machten neugierig. In der großen Werkstatt fanden alle Teilnehmer ihren Platz rund um das Gemälde „Jesu Taufe im Jordan“. Sie waren begeistert von der Helligkeit, der Frische und den leuchtenden Farben des Gemäldes. Wichtige malerische Details waren erst jetzt zu erkennen, stellten sie einheitlich fest.

Das sagt der Kunstprofessor

  • Das Gemälde:

    „Das Bild hat es verdient, dass man sich darum bemüht, denn Johann Adam Müller erweist sich als qualitätsvoller Maler, auch wenn das erst nach Abnahme aller späteren Schichten erkennbar war.“

  • Die Kirche:

    Emmerling zeigte sich überzeugt, dass die Johanneskirche und ihr Figurenschmuck zusammen mit dem Altarbild ein Gesamtkunstwerk darstellen werden.

Gelbrich erläuterte die verschiedenen Phasen der Restaurierung und teilte mit, dass alle Reparaturen erfolgreich abgeschlossen wurden. Nun werde die Retusche erfolgen. Gelbrich versicherte abschließend, dass der Liefertermin im Frühjahr 2020 eingehalten werde. Man war sich einig, dass dieses Altarbild seine Aufgabe als optischer Mittelpunkt des Sakralraums wieder hervorragend erfüllen werde.

Stiftung beteiligt sich

Während der Erklärungen zum Altarbild traf noch ein weiterer Gast im Atelier ein, Hermann M. Leucht, der Vorstand der Bauer’schen Barockstiftung. Diese Stiftung hat sich auf Zutun von Emmerling bereiterklärt, weitere 30 000 Euro für das Altarbild zur Verfügung zu stellen. Damit können noch ausstehende Arbeit gemacht und finanziert werden.

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