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Judentum

Neuer Rabbiner amtiert in seiner Heimat

Elias Dray wurde am Donnerstag offiziell in sein Amt bei der Israelitischen Kultusgemeinde Amberg eingeführt. Über 40 Jahre war die Stelle unbesetzt.

Elias Dray ist der neue Rabbiner in Amberg. Foto: aon

Amberg.Die Israelitische Kultusgemeinde Amberg hat nach über 40 Jahren wieder einen Rabbiner. Elias Dray wurde am Donnerstag offiziell in sein Amt eingeführt. Damit ist Dray der dritte Rabbiner in der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Amberg. Seine Amtseinführung feierte die Jüdische Gemeinde am Abend von Chanukka, dem Beginn des achttägigen Channukkafestes. Chanukka heißt auch Lichterfest, weil dabei der Reihe nach acht Kerzen auf einem Leuchter entzündet werden.

Nach einem Abendgebet in der Synagoge trafen sich die Gäste in den Räumen der Synagoge. „Der Tag heute ist für mich sehr bewegend“, erklärte Ignaz Berger, Vorstand der IKG Amberg. Er freue sich sehr, dass ausgerechnet am Channukkatag ein neuer Rabbiner in Amberg tätig werde. Vor 75 Jahren, ebenfalls im November, seien Juden während des Holocaust in Deutschland noch verfolgt worden. Die Anwesenheit der großen Gemeinde bei der Amtseinführung des neuen Rabbiners bestätige, dass das Judentum in Deutschland wieder ein fester Bestandteil geworden sei.

Seit 1971 sei die Amberger Gemeinde nicht mehr mit einem festen Rabbiner besetzt gewesen. Das Besondere daran ist, dass Elias Dray selbst Amberger ist.

Dr. Josef Schuster, Vizepräsident des Zentralrats der Juden und Präsident des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Bayern, betonte, wie sehr er sich freue, dass die Amberger Gemeinde dank Berger und dank der Vorstandsmitglieder wachse und blühe. „Es ist einzigartig in ganz Deutschland, dass ein Kind aus der eigenen Gemeinde als Rabbiner amtiert“, sagte der Vorsitzende.

Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer betonte, mit Elias Dray sei endlich wieder ein Rabbiner in Amberg, der seine Gemeinde wieder etwas zusammenführe. Er berichtete von einem Gespräch mit dem Vorsitzenden Nachmann Brandlak, mit dem ihn eine schöne Freundschaft verbinde. Dabei habe Brandlak bedauert, dass der jüdische Glaube zunehmend weniger gelebt werde. So gesehen habe Elias Dray eine wachsende Aufgabe wahrzunehmen.

Rabbiner Elias Dray ging in seiner Rede auf das vom Bundestag beschlossene Gesetz zur Beschneidung ein. Dass der Bundestag am 8. Tag von Channukka das Gesetz dazu erklärt habe, sei ein Beweis für die Zukunft der Juden in Deutschland. „Die Beschneidung ist ein Teil von uns und wir können hier nur leben, wenn die Beschneidung durchgeführt werden kann“, so Dray. Weiter betonte er: „Es gibt ein lebendiges Judentum in Deutschland und wir werden es auch nach Amberg bringen“. Dray dankte seiner Familie, die ihn auf dem Weg zum Rabbiner unterstützt habe.

Der Amberger ist 36 Jahre alt, ist verheiratet und hat Kinder.

Dray machte in Amberg das Fachabitur. Er war lange Jahre in Jerusalem und absolvierte dort die Ausbildung zum Rabbiner. Als Rabbiner arbeitete er auch acht Jahre bei der IKG München. In Amberg ist er seit diesem Jahr als Rabbiner und Lehrer eingesetzt. Bis 1971 war Nathan Zanger Rabbiner in Amberg. Anfang der 50er Jahre hatte die Gemeinde 500 Mitglieder. Danach war die Zahl stark zurückgegangen. Heute hat die Israelitische Kultusgemeinde Amberg wieder etwa 300 Mitglieder.(aon)

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