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Politik

OB Dandorfers Verdienste bleiben spürbar

24 Jahre lang lenkte Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer die Geschicke der Stadt Amberg – erfolgreich, wie ihm beim Abschied bescheinigt wurde.
Von Mariele Schön

  • Der scheidende Amberger Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer (links) übergab nicht nur das Amt, sondern auch die Amtsinsignien wie etwa die Amtskette, an seinen Nachfolger Michael Cerny. Foto: aon
  • Innenminister Joachim Herrmann (rechts) betonte, Dandorfers Leistungen als Oberbürgermeister verdienten großen Respekt. Er werde als hochverdienter Oberbürgermeister in die Geschichte eingehen. Foto: aon
  • Der scheidende Amberger Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer nahm auch Abschied von seinen – nun ehemaligen – Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Foto: aon
  • Ein Abschied „mit Pauken und Trompeten“ für Wolfgang Dandorfer (links) – den Norbert Neugirg, Chef der „Alt-Neihauser Feierwehrkapell’n“, auf seine ihm eigene Weise nutzte Foto: aon
  • OB Wolfgang Dandorfer mit seiner „Stimme“, Anita Englhart-Grahl, seiner Bürochefin. Foto: aon

Amberg.„In Amberg geht eine Ära zu Ende“, brachte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann den Abschied von Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer von der politischen Bühne auf den Punkt. Bei der offiziellen Feier am Mittwoch im Rathaus waren die Weggefährten präsent, zur späten Stunde im ACC wurde auch unter Freunden gefeiert. Bis zur letzten Stunde kostete Dandorfer die OB-Zeit aus.

Von Wehmut war ihm nichts anzumerken. Nur als er die Amtskette abnahm und seinem Nachfolger, Michael Cerny, umhängte, legte sich ein kleines, wehmütiges Lächeln über sein Gesicht. „Ich gehe mit zwei lachenden Augen“, sagte er später. Zum einen, weil 24 Jahre Amtszeit gut gelaufen seien, und zum andren, weil er sich jetzt auf die Zeit mit seinen Enkeln freue. „Ich bin stolz, dass ich eine intakte, lebendige und auf die Zukunft ausgerichtete Stadt übergeben kann“, sagte Dandorfer.

Michael Cerny trägt die Amtskette

Diese Stadt übernimmt nun Cerny, und der freute sich riesig. Zum ersten Mal trug er die Amtskette; seine erste Amtshandlung war, seinen Vorgänger zu loben. Dandorfer habe nicht etwa nur Spuren hinterlassen, sondern die Richtung vorgegeben, sagte Cerny.

Die Feier am Mittwoch im Rathaus war als außerordentliche Stadtratssitzung deklariert. Debattiert wurde aber nicht, auch kein Beschluss gefasst. Bürgermeister Rudolf Maier betonte, dass die Sitzung dennoch in die Geschichte der Stadt eingehen werde. Das Oberbürgermeisteramt existiere seit 90 Jahren. Dandorfer sei der Oberbürgermeister mit der längsten Dienstzeit. Den Titel habe er dreimal hintereinander erfolgreich verteidigt.

Beide sind Familienmenschen

Dandorfer sei ein Mensch mit Bodenhaftung und, wenn einmal nicht alles wie am Schnürchen lief, habe er seine Lebensweisheiten zum Besten gegeben. Sein Ziel sei gewesen, das Beste für Amberg zu erreichen. Das Ziel verfolge auch Cerny. Auf Lehrer Dandorfer folge Siemensianer Cerny. Beide hätten drei Kinder – Familienmenschen. Auf Christa folge Christiane, so Maier zu den First Ladys Christa Dandorfer und Christiane Cerny.

Innenminister Herrmann betonte, dass Dandorfers Leistungen großen Respekt verdienten. Er werde als hochverdienter Oberbürgermeister in die Geschichte eingehen. Amberg sei eine moderne Stadt, die ihre Historie bewahre. „Ich denke, lieber Wolfgang, Du kannst stolz auf Deine Stadt sein und Amberg kann stolz auf Dich sein“. Dandorfer habe selbstbewusst agiert und zielorientiert gearbeitet. Er sei nie überheblich geworden. „Wolfgang Dandorfer hat bürgernahe Arbeit geleistet.“ Und: „Wolfgang Dandorfer ist auch nach 24 Jahren als Oberbürgermeister von Amberg normal.“

Norbert Neugirg, Chef der „Alt-Neihauser Feierwehrkapell’n“, war da anderer Ansicht: „In Amberg gibt die Stadt ein Fest, weil Dandorfer den Thron verlässt“ und bescheinigte dem scheidenden Stadtoberhaupt damit, als König auf jenem gesessen zu sein. Recht forsche Sprüche hatte Neugirg für seinen langjährigen Freund Wolfgang auf „seinem Weg zum Abstellgleis“ parat. Neugirg meinte auch zu wissen, dass sich Dandorfer eine überdimensionale Bronzestatue wünsche, die vom Mariahilfberg auf die Stadt schaue. Dandorfer und die „Dandorfergedächtnisgäste“ dankten ihm und den Musikern, die spielten, „damit der Abschied leichter wird“, mit viel Applaus. Dann begannen die letzten Stunden in der Amtszeit von Dandorfer. Man sah ihn von Tisch zu Tisch gehen und den einen oder anderen Gast freundschaftlich umarmen.

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