MyMz
Anzeige

Online ins Luftmuseum gehen

Amberger bieten zahlreiche Beiträge an. Außerdem bereitet sich das Museum auf die nächste Ausstellung, „Catching Air“, vor.

  • So lebendig präsentierte sich das Luftmuseum 2018 bei der Amberger Luftnacht. Seit Wochen aber herrscht Ruhe im Haus. Foto: Marcus Rebmann
  • Wilhelm Koch Foto: Marcus Rebmann

Amberg.Sechs Wochen ist nun auch das Luftmuseum schon geschlossen für die Öffentlichkeit. Für das ehrenamtlich geführte Museum in Amberg, das ansonsten das ganze Jahr über geöffnet hat, ist das eine sehr ungewöhnliche Situation. Nun zahlt sich die Jahre lange Pflege des Online-Archivs aus.

„Bereits seit 2011 füttern wir den Youtube-Kanal des Luftmuseums und die Homepage https://www.luftmuseum.de mit Interviews der ausstellenden Künstler, professionellen Fotografien und Videos von Veranstaltungen und Konzerten im Luftmuseum. Diese Online-Beiträge können unsere Besucher ganz bequem von zuhause aus durchstöbern – und so ihren Luftmuseums-Besuch von zu Hause aus genießen“, Geschäftsführerin Johanna Foitzik. Alle 100 Sonderausstellungen sind ausführlich dokumentiert.

Dennoch geht im Hintergrund die Arbeit weiter – und nicht aus. Über die sozialen Netzwerke (Instagram, Facebook) startete Foitzik in den vergangenen Wochen eine regelrechte Rückblick-Offensive. Rückblicke zu mehr oder weniger berühmten Besuchern – vom Staatsminister über Künstlerinnen aus Japan und der ganzen Welt bis hin zum Kamerateam des Bayerischen Rundfunks waren alle denkbaren Besuchergruppen vertreten. Zu Ostern wurde auch die ausstellende Künstlerin Barbara Höcherl aus Regensburg zum digitalen Interview gebeten.

„Ich freue mich, dass so viele Zuschauer auf unsere Online-Angebote eingehen. Die Klickzahlen gehen in die Höhe.“ Dennoch betont Foitzik, dass die Besucher fehlen. Das Haus lebt erst, wenn Besucher die Luft erleben, hören, fühlen, riechen, wie es auch im Leitsatz des Luftmuseums steht.

Die rund 120 Führungen von Schulklassen und anderen Gruppen aus weitem Umkreis fallen heuer komplett aus und fehlen nicht nur der Geschäftsführerin: „Unsere Luftführer/innen geben mir regelmäßige Meldungen, dass sie schon stark die Luftführungen und die Besuchergruppen vermissen.“ Durch die fehlenden Einnahmen sei es eine Herausforderung, die laufenden Kosten von etwa 10 000 Euro monatlich zu stemmen.

Im Hintergrund wird trotz geschlossener Türen weiter gearbeitet. So konnten fällige Arbeiten wie Fensterputzen ebenso erledigt werden, wie die Erneuerung des Beschriftungssystems im Luftmuseum. Ein Umzug der Verwaltung stand an und weitere Räume wurden neu gestaltet. Ein positiver Seiteneffekt der temporären Schließung.

Auch wenn es noch keine Regelung zur Wiederöffnung von Museen und Galerien in Bayern gibt, setzt Foitzik darauf, das Ausstellungsjahr 2020 weiter fortführen zu können. „Unsere kommenden Aussteller aus den Niederlanden haben sich auch eine spezielle Online-Version ihrer Arbeit einfallen lassen, die dann über unsere Homepage präsentiert wird.“

Das Design Studio Toer aus Eindhoven entwirft für die Ausstellung im Luftmuseum eigens Arbeiten, die mit der Luft spielen. Eine Arbeit ziert auch das Ausstellungsplakat: Über Ventilatoren wird ein Ballon die Stufen hinauf und hinunter geführt bzw. geblasen – kunsthistorisch ist die Treppe ein bekanntes Motiv. Dieses prägnante Bild spiegelt die aktuelle Situation – „bald geht es wieder aufwärts“ – gut wider, da sind sich Geschäftsführerin Johanna Foitzik und Wilhelm Koch einig. Passend dazu der Ausstellungstitel „Catching Air“, die Designer haben regelrecht „Luft“ gefangen.

Wiedereröffnung

  • Geschäftsführerin:

    „Eine überstürzte Wiederöffnung der Ausstellungshäuser wäre fatal. Dennoch hoffen wir, bald wieder Kunst und Kultur der Öffentlichkeit persönlich zugänglich machen zu können“, so Foitzik.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht