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Samstag, 18. August 2018 28° 8

Gesundheit

Organspenden können Leben retten

Dr. Martin Pöllath, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Amberg-Sulzbach, erinnert daran, Spenderausweise auszufüllen.

  • Ärzte können Organe verpflanzen. Archivfoto: Jan-Peter Kasper
  • „Leider gibt es nach wie vor zu wenig Organspender“, sagt Dr. Martin Pöllath, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Amberg-Sulzbach. Foto: Ärztlicher Kreisverband

Amberg.. Im Jahr 2017 spendeten in Bayern 143 Frauen und Männer ihre Organe und halfen damit einem Teil der über 1500 Menschen, die auf der Warteliste für ein Spenderorgan stehen – damit immerhin 22 mehr als im Jahr zuvor. „Leider gibt es nach wie vor zu wenig Organspender“, berichtet der 1. Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbandes Amberg-Sulzbach, Dr. Martin Pöllath, anlässlich des Tages der Organspende am 2. Juni.

Seit Jahren ist die Zahl der Organspenden rückläufig bzw. stagniert. Deutschland bildet nahezu das Schlusslicht bei den Organspendezahlen im Vergleich der europäischen Länder. In 2017 ist die Anzahl der Organspender sogar auf einen Tiefstand der vergangenen 20 Jahre gesunken.

Vielen Menschen könnte mit einem neuen Organ geholfen werden. Im Schnitt können von einem Organspender drei Organe transplantiert werden. „Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass viele Menschen im Fall einer schweren Krankheit gerne ein Organ transplantiert bekommen würden, selber aber nicht bereit sind, ihre Organe nach dem Tod für andere Kranke zu spenden“, sagt Dr. Pöllath. Jeder sollte deshalb für sich selbst überlegen, ob er oder sie für eine Organspende bereit sei. Der Tag der Organspende wäre ein guter Tag, um darüber nachzudenken.

Bei einer positiven Entscheidung muss diese aber auch umgesetzt werden. Mit einem Organspendeausweis kann man sich generell für eine Organspende aussprechen. Es sei aber auch möglich, die Spende auf bestimmte Organe oder Gewebe einzuschränken. Den ausgefüllten Organspendeausweis, den es auch im praktischen Scheckkartenformat gibt, sollte man immer mit sich führen und ihn am besten in der Brieftasche oder bei seinen Personalpapieren aufbewahren. Die Zustimmung zur Organspende könne auch jederzeit widerrufen werden. Dazu müsse nur der Organspendeausweis vernichtet werden. Ein Organspendeausweis ist beim Arzt, in der Apotheke, bei den Krankenkassen und beim Gesundheitsamt erhältlich. Er kann auch kostenfrei unter der Telefonnummer 0800/ 9040400 bestellt oder im Internet unter www.organspende-info.de heruntergeladen werden.

Auch eine App für iPad und Tablet-PC wird angeboten. Eine ärztliche Untersuchung ist nicht notwendig. Der Kreisvorsitzende weist darauf hin, dass bereits Jugendliche ab 16 Jahren ihre Bereitschaft zur Organspende erklären können. Ein Höchstalter gibt es nicht. Ausschlaggebend ist der Gesundheitszustand des Spenders. Auch die funktionstüchtige Niere eines 70-Jährigen könne einem anderen Menschen wieder ein fast normales Leben schenken. Weitere Informationen zum Thema Organspende gibt es bei der Deutschen Stiftung Organspende (DSO) im Internet unter www.dso.de.

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