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Verkehr

Pioniersteg steht über dem Stadtgraben

Nach drei Jahren Planung steht endlich die neue Brücke in Amberg. Im Oktober soll sie freigegeben werden.
Von Gerd Spies

Da zückte sogar OB Cerny sein Handy, als die neue Brücke eingehoben wurde. Foto: Gerd Spies
Da zückte sogar OB Cerny sein Handy, als die neue Brücke eingehoben wurde. Foto: Gerd Spies

Amberg.Es war schon ein imposantes Schauspiel: Selbst Oberbürgermeister Michael Cerny zückte sein Handy, um den Moment auf Bild festzuhalten, als der riesige Kran die beiden Bauteile des neuen Pionierstegs in seine Verankerung hob.

Aus Furth im Wald hatte der Schwertransport den neuen Pioniersteg in zwei Bauteilen nach Amberg zum Lüderitzplatz gebracht. Der im Stadtgraben postierte Autokran hob dann die beiden rund 15 Meter langen, aus Cortenstahl gefertigten Teile über den Stadtgraben. Aufgrund der Zweiteilung musste extra für die Montage ein Traggerüst im Stadtgraben aufgestellt werden. Zahlreiche Zaungäste verfolgten neben Oberbürgermeister Michael Cerny, Baureferent Markus Kühne und Norbert Füger vom Tiefbauamt die zentimetergenaue Maßarbeit.

Schon Ende 2016 hatte der Stadtrat den Neubau des Pionierstegs aus Cortenstahl beschlossen. Im Juni 2017 wurde der Bauausschuss informiert, dass sich die Baukosten um mindestens 40 Prozent erhöhen, jetzt mehr als eine Million betragen. Im Stadtrat folgte eine kontroverse Diskussion. Die SPD-Fraktion forderte die kostengünstigere Variante einer Holzbrücke, konnte sich aber nicht durchsetzen. Schließlich einigte man sich auf eine kostengünstigere Stahlvariante.

Die ursprünglichen Varianten

  • Stahl:

    Zwei Varianten waren aus Stahl: eine Konstruktion aus wetterfestem Cortenstahl als die teuerste Variante sowie eine aus wetterfestem Stahl als Zweifeldträger mit einer Stütze im Stadtgraben.

  • Holz:

    Zwei weitere Varianten befassten sich mit Holz als Baustoff: eine Holzbauweise als Zweifeldträger mit Stütze und ein Holzblockträger als preisgünstigste Variante.

Im Herbst 2018 erfolgte dann endlich der Startschuss für die Baumaßnahme. Die Zwingermauer und der Grabenturm mussten zunächst saniert werden. Rund elf Kubikmeter Mauerwerk wurden ergänzt. Zusätzlich wurde das Mauerwerk mit rund 40 Meter Stahlarmierungen, sogenannten Nadelankern, stabilisiert. Außerdem wurde die Stadtmauerpforte vom Maltesergarten zum Zwinger erweitert.

Die Brücke wurde in Furth im Wald gefertigt. Ihre Spannweite über den Stadtgraben beträgt 25 Meter. Der Ausbau der Brücke erfolgt barrierefrei, mit einer maximalen Steigerung von fünf Prozent. Die Fahrbahnbreite verjüngt sich zur Brückenmitte hin.

Knapp 1,4 Millionen Euro wird das Bauwerk am Ende kosten. Davon entfallen 840 000 Euro auf die Brücke selbst und die Widerlager, 218 000 Euro auf die Baumeisterarbeiten sowie 215 000 Euro auf die Anschlusswege und die Oberflächengestaltung. Auf rund 186 000 Euro summieren sich die Baunebenkosten.

Fußgänger und Fahrradfahrer aus dem Eisbergviertel oder von der OTH müssen sich aber noch bis Oktober gedulden, bevor sie endlich die Brücke über den Stadtgraben in die Altstadt überqueren können. Für die noch erforderlichen Arbeiten auf der Brücke wie das Anbringen des Handlaufs oder die Montage der Stahlseile für das Geländer werden noch drei bis vier Wochen vergehen. Ebenso müssen noch die Anschlusswege zum Steg hergestellt werden. Die bisherigen Stufen zwischen Stadt- und Zwingermauer müssen ersatzlos zurückgebaut, die neuen Wege noch asphaltiert werden.

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