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Plädoyer für Sozialdemokratie

Wahlkampf bestimmte in Ursensollen den Politischen Aschermittwoch der SPD. Bezirksvorsitzende glänzte bei einer Premiere.
Von Andreas Brückmann

„Blumen für die Dame“ überreichten Michael Rischke und Norbert Mitlmeier an SPD-Bezirksvorsitzende Carolin Wagner.  Foto: Andreas Brückmann
„Blumen für die Dame“ überreichten Michael Rischke und Norbert Mitlmeier an SPD-Bezirksvorsitzende Carolin Wagner. Foto: Andreas Brückmann

Ursensollen.Traditionell hatte der SPD-Ortsverein Ursensensollen zum Politischen Aschermittwoch ins Gasthaus Reif eingeladen. Hauptrednerin war SPD-Bezirksvorsitzende Dr. Carolin Wagner, 37 Jahre alt und zweifache Mutter, derzeit in Elternzeit von ihrer Stelle als Leiterin des Studien- und Career-Service der Technischen Hochschule Weiden-Amberg. Der Lokalwahlkampf und die Situation der SPD in der Region und in Deutschland kamen an dem Abend zur Sprache. Auch amtierender Bürgermeister Franz Mädler von der Fraktion der Freien Wähler sowie sein geplanter Nachfolger im Amt, Albert Geitner, waren erschienen.

Landratskandidat und SPD-Ortsvorsitzender Michael Rischke rechnete den FW-Gästen ihren Besuch hoch an. „Das ist, was unsere Gemeinde stark macht: das Parteiübergreifende“. Die Ursensollener SPD schickt Norbert Mitlmeier ins Rennen um das Bürgermeisteramt. Mitlmeier präsentierte sich den Gästen an dem Abend auch selbst. „Die Schuhe sind unendlich groß, die du uns hinterlassen hast“, sagte Mitlmeir, der unter anderem Betriebsrat bei der Siemens AG in Amberg ist, in Richtung Franz Mädler. Seit 1988 wohnt Mitlmeier in Ursensollen, seit zwölf Jahren sitzt er im Gemeinderat. „Es macht mir Spaß hier zu leben, und ich will den Leuten gemeinsam und parteiübergreifend vermitteln: Es lohnt sich, in der Gemeinde Ursensollen zu leben. Dafür will ich mich einsetzen.“

Ärger über politischen Gegner

Er ging auch auf seine Mitkandidaten ein: „Was mich in der letzten Woche etwas erschüttert hat, war ein im Gemeindebereich verteilter Flyer der CSU, auf dem stand: Die örtliche CSU hat in den letzten sechs Jahren eine Vielzahl von Projekten verwirklicht.“ Es sei alles aufgeführt worden, was durch den gesamten Gemeinderat ausgeführt wurde – und das schreibe sich die CSU alleine zu. „Ich finde es nicht gut, wenn CSU-Kandidat Achim Kuchenbecker die anderen Fraktionen außen vor lässt, die vor allem auch mit uns daran mitgewirkt haben, dass sich die Gemeinde so positiv entwickeln konnte.“

Über das Gesamtbild der SPD in Deutschland sowie der Oberpfalz referierte SPD-Bezirksvorsitzende Carolin Wagner. Ihre eindrucksvolle erste Rede an einem Aschermittwoch dauerte rund 30 Minuten. „Es ist ihre erste Rede an einem Aschermittwoch, und dass diese gerade bei uns hier in Ursensollen stattfindet, freut mich besonders“, kündigte Rischke die Bezirksvorsitzende an. „Wie erwähnt, ist das meine erste Politische Aschermittwochsrede, und ich will euch danken, dass ihr mit so viel Herzblut dabei seid“, stieg Wagner ein. „Aschermittwoch – da muss man ja auch etwas draufhauen, auf die politischen Gegner, und auch etwas Zünftiges dabeihaben. Ich hoffe, dass ich das auch mitgebracht habe mit meiner verbalen Botschaft und Ohrfeigen für unsere politischen Mitbewerber.“

Carolin Wagner hat mit ihrer Rede in Ursensollen geglänzt. Rhetorik auf hohem Niveau, unabhängig von den politischen Inhalten, wobei diese natürlich in ihrem Sinn wichtig waren. „Wir alle kennen die bittere Wahrheit. Wir haben bei allen Wahlen verloren. Wir sind abgestürzt. Es ist bitter zu sehen, dass das Ängste schüren und das Credo des Bewahrenwollens immer noch so viele Wählerinnen und Wähler verfängt – heute mehr denn je“, sagte Wagner, „wenn man sich ansieht, wer in den USA regiert, wer in Großbritannien regiert, wer in Ungarn oder Polen regiert, wenn man sich ansieht, welche Siege rechtskonservative Parteien in Europa erlangen. Gerade vor diesem Hintergrund ist es zwar wieder schwieriger, aber auch doch wichtiger denn je, die Sozialdemokratie aufrecht zu erhalten.“

„Demokratie verhöhnt“

Wagner ging natürlich auch auf das Thema der Wahlen in Thüringen ein. „Es war verheerend, an den Tagen danach zu beobachten. Wer behauptet. die Wahl des Ministerpräsidenten dort war Demokratie, der verhöhnt Demokratie“, betonte die SPD-Bezirksvorsitzende.

Ferner ging es um das Frauenwahlrecht, das die SPD vor gut 100 Jahren mit einführte, um große deutsche Politik, aber auch abschließend um die Gegebenheiten in der Oberpfalz, eventuell, da sie ja selbst davon auch betroffen ist: „Die Regierung sagt, wir spannen über Bayern ein Netz der Künstliche-Intelligenz(KI)-Forschung. Ich sage: Spannt doch endlich mal ein anständiges Mobilfunknetz über Bayern. Damit man zwischen Schwandorf und Amberg auf der B 85 auch ohne ständigen Netzverlust telefonieren kann.“

Kritik an CSU-Flyer

  • Richtigstellung:

    Auch die anderen Fraktionen hätten mitgewirkt, dass sich die Gemeinde so positiv entwickeln konnte, rückte Mitlmeier diese Behauptung gerade. (abm)

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