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Lebensrettung

REBOA-Einsatz bei massiver Blutung

Das Verfahren ist jetzt am Amberger Klinikum St. Marien etabliert.

Ein Katheter wird schonend über eine Leistenschlagader bis zur Hauptschlagader eingeführt.  Foto: Schlör
Ein Katheter wird schonend über eine Leistenschlagader bis zur Hauptschlagader eingeführt. Foto: Schlör

Amberg.In einem gesunden Erwachsenen fließen rund fünf bis sieben Liter Blut. Verliert ein Mensch mehr als 1,5 Liter Blut, wird es problematisch: Die Organe werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, es kommt zum Kreislaufschock.

Bei der Behandlung einer massiven Blutung geht es um Sekunden. Das „REBOA-Verfahren“ (Resuscitative Endovascular Balloon Occlusion of the Aorta, übersetzt etwa „Notfallmäßiger Verschluss der Hauptschlagader mittels Ballonkatheter“) setzt da an. Ein dünner Katheter wird schonend über eine Leistenschlagader eingeführt und in die Hauptschlagader vorgeschoben. An der Spitze des Katheters befindet sich ein Ballon, der mit Flüssigkeit befüllt werden kann und dadurch die Aorta so lange verschließt, bis die Blutung durch eine Operation endgültig gestoppt werden kann.

Als erstes Traumazentrum innerhalb des Traumnetzwerkes Oberpfalz hat das Klinikum St. Marien Amberg nun das REBOA-Verfahren etabliert, teilt das Klinikum mit. Anfang 2019 hat Jens Schlör, Notfallmediziner und Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, das Projekt angestoßen. „Erst einmal ging es darum, die Prozedur in der Theorie vorzustellen. Hierzu führten wir Fortbildungsveranstaltungen für alle an der Notfallversorgung von Traumapatienten beteiligten Fachdisziplinen durch“, berichtet Schlör. „Danach sind natürlich praktische Schulungen und Simulationstrainings notwendig, in denen das Einführen des Katheters in die Leiste und die richtige Platzierung in der Hauptschlagader erlernt wird.“ Ein solches Simulationstraining hat es jetzt am Klinikum St. Marien Amberg mit der Firma AMP aus Österreich gegeben. Mehr als 22 Kollegen am Klinikum beherrschten seitdem das REBOA-Verfahren, so Schlör.

Unfallopfer schnell und optimal zu versorgen ist das Ziel des Traumazentrums am Klinikum St. Marien Amberg. „Ich freue mich sehr über die tolle Resonanz. Unser Ziel ist es, die Versorgung der Patienten stetig zu verbessern und zu optimieren“, so Dr. Robert Bauer, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie.

Geplant sind weitere Schulungen am Klinikum. „In Zukunft werden alle Anästhesisten, die auf dem Rettungshubschrauber Christoph 80 und in den Notarztfahrzeugen in Amberg und Hirschau für die Erstversorgung zuständig sind, im REBOA-Verfahren geschult, um es bereits am Unfallort anwenden zu können“, so PD Dr. Redel, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin.

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