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Gesundheit

Regensburger Klinikärzte streiken

Nur Notfälle werden versorgt: Die Ärzte des Bezirksklinikums Regensburg gehen am 15. Mai auf die Straße.

Die Klinikärzte in Bayern streiken. Foto: Daniel Reinhardt
Die Klinikärzte in Bayern streiken. Foto: Daniel Reinhardt

Regensburg.Der Marburger Bund hat alle angestellten Ärzte in den tarifgebundenen kommunalen Kliniken Bayerns zu einem ganztägigen Warnstreik am Mittwoch, 15. Mai, aufgerufen. Begleitend findet eine zentrale Kundgebung auf dem Münchner Odeonsplatz statt. Gestreikt wird unter anderem am Bezirksklinikum Regensburg sowie an den Kliniken in Amberg und Weiden. Die Versorgung von Notfällen sei jedoch sichergestellt. Patienten, die keiner akuten medizinischen Versorgung bedürfen, müssen mit längeren Wartezeiten rechnen.

„Zwei freie Wochenenden, eine verlässliche Dienstplanung und eine manipulationsfreie Zeiterfassung – dafür sind in den vergangenen Wochen bundesweit mehr als 10 000 Ärztinnen und Ärzten auf die Straße gegangen und haben ihren Unwillen, in diesem System weiter zu arbeiten, klar zum Ausdruck gebracht“, unterstreicht Dr. Andreas Botzlar, Landesvorsitzender des Marburger Bund Bayern, die hohe Streikbereitschaft vor allem junger Ärzte in den kommunalen Kliniken. „Dabei betonen unsere Mitglieder immer, dass es nicht nur um ihre Arbeitsbelastung geht, sondern gleichermaßen um Patientensicherheit: Nur ausgeruhte und nicht ständig erschöpfte Ärztinnen und Ärzte können eine gute Patientenversorgung gewährleisten.“

Alarmierender Trend

Das hätten bei den zurückliegenden Warnstreik-Aktionen des Marburger Bundes auch die kreativen Streikparolen auf den mitgeführten Demo-Schildern gezeigt: „Ärztin aus Leidenschaft, im System das Leiden schafft“ oder „Wir brennen für unseren Beruf, wir lassen uns aber nicht verheizen“.

An Motivation und Hingabe fehle es den wenigsten, aber die steigende Zahl der Klinikärztinnen und -ärzte, die für ein gesundes Maß an Wochenarbeitsstunden den Bypass Teilzeit wählten, sei doch ein alarmierender Trend, betont Dr. Botzlar, der als Leiter der Kleinen Tarifkommission an den Tarifverhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) teilnimmt.

Druck auf Arbeitgeber

In den Verhandlungen am 2./3. Mai 2019 in Berlin näherte sich der Marburger Bund mit den kommunalen Arbeitgebern zwar in einigen Punkten an, beispielsweise in der Frage der Tarifsicherung. Bei den Forderungen, die in erster Linie auf eine Verringerung der Gesamtarbeitslast abzielen, gab es jedoch noch nicht den erhofften Durchbruch. „In der für den 21. Mai angesetzten fünften Verhandlungsrunde muss die Arbeitgeberseite nun endlich über ihren Schatten springen“, so Botzlar.

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