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Militär

Rekruten legten Gelöbnis ab

Im Schlossstadl schworen 13 Soldaten der Bundeswehr die Treue. Bürgermeister Peter Braun zollte ihnen großen Respekt.
von Paul Böhm

Sie haben es geschafft! 13 Rekrutinnen und Rekruten aus der Schweppermannkaserne legten das feierliche Gelöbnis ab.  Foto: Paul Böhm
Sie haben es geschafft! 13 Rekrutinnen und Rekruten aus der Schweppermannkaserne legten das feierliche Gelöbnis ab. Foto: Paul Böhm

Schmidmühlen.Die soldatische Grundausbildung ist erfolgreich geschafft. Ihr feierliches Gelöbnis legten 13 Rekrutinnen und Rekruten aus dem Logistikbataillon 472 im Schlossstodl in Schmidmühlen ab. Rekrutensprecher Thomas Wagner: „Jeder von uns war entschlossen, die Ausbildung bestmöglichst abzuschließen“. Ob es auf dem Areal des Hammerschlosses schon jemals eine Vereidigung gegeben hat – wohl eher nicht.

Doch die Bundeswehr ist regelmäßig in Schmidmühlen mit Vereidigungen und anderen Appellen Gast im Markt, denen die Bevölkerung immer aufgeschlossen und wohlwollend gegenübergestanden hat – so war es auch dieses Mal. Der Hintergrund ist sicherlich in den guten Verbindungen zwischen der 1. Kompanie, der Gemeinde und den Reservisten zu suchen.

Ansprüche an die Kameraden

Das Gelöbnis wurde musikalisch umrahmt. Foto: Paul Böhm
Das Gelöbnis wurde musikalisch umrahmt. Foto: Paul Böhm

Es war auf jeden Fall ein würdiger Rahmen für die 13 Rekruten des Logistikbataillons 472, die am Donnerstagnachmittag in Schmidmühlen ihr Treuebekenntnis zur Bundeswehr und zur Bundesrepublik Deutschland betont haben. Das feierliche Gelöbnis war der Höhepunkt ihrer am 1. Juli 2019 begonnen Grundausbildung bei der 1. Kompanie des Logistikbataillons 472. Im Vorfeld hatte das Bataillon zu einer Andacht mit dem evangelischen Militärpfarrer Holm Haschker in die Pfarrkirche St. Ägidius eingeladen. Umrahmt wurde die Gelöbnisfeier vom Kammerensemble des Herresmusikkorps aus Ulm unter der Leitung von Oberfeldwebel Manuel Sommer.

Wie der Kommandeur des Logistikbataillons 472, Oberstleutnant Sebastian Erbe in seiner Ansprache betonte, ist es elementar wichtig, das feierliche Gelöbnis als Treuebekenntnis zur Rechts- und Werteordnung der Bundesrepublik Deutschland in der Öffentlichkeit durchzuführen. Trotz anderer Meinungen, so versicherte er, wird das Logistikbataillon 472 auch in Zukunft gemeinsam bei ihren Paten- und befreundeten Gemeinden am öffentlichen Charakter unserer Gelöbnisse festhalten.

Das Gelöbnis

  • Ausbildung:

    Der Gefechtsdienst, die Schieß- und die Wachausbildung waren wohl die wichtigsten Teile der Grundausbildung, die mit der Rekrutenbesichtigung erfolgreich abgeschlossen werden konnte. „Trotz aller Schwierigkeiten, Herausforderungen und der unterschiedlichsten Charaktere kann ich ihnen heute versichern, dass wir es letztendlich geschafft haben, zu einer Einheit zusammen zu wachsen. Darauf sind wir stolz“, sagte der Obergefreite Thomas Wagner. Die Soldaten müssen nun unterschiedliche Wege einschlagen.

  • Änderungen:

    Die stellvertretende Landrätin Brigitte Bachmann merkte an, dass sich im Soldatenberuf in den vergangenen Jahren doch einiges geändert habe. „Die Zukunft wird nicht einfacher werden. Meinen Respekt, was sie für ihr, für unser Land zu tun bereit sind“. Früher war das Einsatzland Deutschland gewesen, heute sind es international laufende Einsätze, die sie fordern werden. „Und denken sie immer daran, sie haben Freunde und ihre Familie im Hintergrund“.Einige Soldaten wechseln nun an andere Standorte.

„Dieses Quartal stand der Grundausbildungslehrgang unter dem Motto „Kameradschaft“. Wohl wissend, dass hohe Ansprüche an die neuen Kameraden gestellt wurden mit Blick auf gruppendynamische Prozesse, Aspekte der Selbstverwirklichung, der Privatsphäre, und dem jeweiligen Verständnis von Befehl und Gehorsam“.

Mit Biss, Durchhaltevermögen, dem einen oder anderen konstruktiv ausgetragenen Konflikt sowie Disziplin haben sie einen bisweilen steinigen Weg bis hierher erfolgreich gemeistert, merkte der Kommandeur an. „Der Grundausbildungszug legte in seiner Gesamtheit eine steile Lernkurve hin – tolle Leistung“, lobte Sebastian Erbe.

„Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung gerade diesen Weg zu gehen“, meinte Bürgermeister Peter Braun an die Rekrutinnen und Rekruten gerichtet. „Ihnen muss klar sein, dass sie in militärischer Hinsicht unserem Land nicht nur in Deutschland dienen werden, nein immer wichtiger werden die Einsätze und das Dienen außerhalb unserer Grenzen“. Es ist trotz aller arbeitsrechtlichen Errungenschaften beim Militär ein Unterschied, ob ich einer Firma oder einem Land diene, sagte Bürgermeister Peter Braun. „Interessant wäre es zu wissen, ob sie sich in erster Linie aus beruflichen Gründen zu diesem Schritt entschlossen haben, oder ob mehr dahinter steckt“.

Zum Markt Schmidmühlen sagte er, dass der Ort seit mehr als sechs Jahrzehnte zwischen zwei Truppenübungsplätzen – Hohenfels und Grafenwöhr liegend, immer mit dem Militär zu tun hatte. „Derzeit üben in Hohenfels Soldaten aus etwa 20 Nationen um auf ihre Einsätze bestmöglichst vorbereitet zu sein“. Er sagte auch: Mit etwas Abstand betrachtet stehen sie an einem Wendepunkt, oder auch am Anfang ihrer berufliche Karriere. Bei entsprechender Eignung, notwendigem Eifer und sicher auch etwas Glück steht ihnen eine durchaus aussichtsreiche berufliche Entwicklung bevor, das wünsche ich ihnen allen, so Bürgermeister Peter Braun.

Harte Wochen

Vonseiten der Rekrutinnen und Rekruten bedankte sich ihr Sprecher, Obergefreiter Thomas Wagner bei den Ausbildern, die durch ihre Erfahrung und mit viel Geduld und Feingefühl es geschafft haben, sie jeden Tag zu motivieren und bestens auf die bevorstehenden Aufgaben vorzubereiten. Sein Dank galt besonders ihrem Kompaniechef Major Wolfgang Tauschke, der sie während der Grundausbildung motivierend begleitet hat.

„Von ihm haben wir viel mitnehmen können, was man mit einem eisernen Willen, mit Disziplin und Ehrgeiz erreichen kann“. Es waren harte Ausbildungswochen für uns gewesen. „Wir haben zusammengefunden, sind zu einem Team geworden und haben Kameradschaft erlebt“. Der Obergefreite Thomas Wagner erinnerte an den ersten Gepäckmarsch, die vielen Unterrichtsstunden mit dem Studium rechtlicher Grundlagen, aber auch an das dreitätige Biwak.

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