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Einsatz

Retter probten gemeinsam den Ernstfall

Gemeinsam mit der Wasserwacht Burglengenfeld haben die Jugendfeuerwehren Schmidmühlen und Winbuch die Wasserrettung geübt.
von Josef Popp

Die Bergung einer Person aus der Vils war Schwerpunkt einer Einsatzübung der beiden Jugendgruppen der FF Schmidmühlen und FF Winbuch. Das Bergen am Steilufer war ganz schön kräftezehrend. Foto: Popp
Die Bergung einer Person aus der Vils war Schwerpunkt einer Einsatzübung der beiden Jugendgruppen der FF Schmidmühlen und FF Winbuch. Das Bergen am Steilufer war ganz schön kräftezehrend. Foto: Popp

SCHMIDMÜHLEN.Die eher ruhige und beschauliche Zeit zum Jahreswechsel nutzen die beiden Jugendfeuerwehren Schmidmühlen und Winbuch zu einer Gemeinschaftsübung. Sie rückten zusammen mit der Wasserwacht aus Burglengenfeld zu einer Einsatzübung an die Vils nach Harschhof aus. Auf dem Einsatzplan stand ein Szenario, das in den letzten Jahrzehnten so in der Gemeinde nicht vorkam: die Rettung einer Person aus einem Gewässer.

Ganz von der Hand zu weisen ist dieses Szenario aber nicht, wenn man bedenkt, dass mit Vils und Lauterach zwei Flüsse durch das Gemeindegebiet fließen. Personen sind in den Nachkriegsjahren in beiden Gewässern immer wieder durch Ertrinken ums Leben gekommen, zuletzt in Schmidmühlen in der Lauterach und ein Kind in der Vils in Emhof. Vor einigen Jahren schleuderte bei einem Unfall zudem ein Pkw in die Vils, der Fahrer konnte sich aber selbst retten. Übungsziel war das Retten einer Person aus Wassernot in kurzer Zeit.

Jede Sekunde zählt

Wenig Zeit bleibt den Einsatzkräften vom Zeitpunkt der Alarmierung bis zum Eintreffen an der Einsatzstelle. Auch an der Einsatzstelle verbleibt nicht viel Zeit. Für den Fall der Fälle: Die FF Schmidmühlen ist genauso wie die Feuerwehr aus Vilshofen mit einem Schlauchboot ausgerüstet. Viele Handgriffe, die man für eine Wasser- oder Eisrettung benötigt, werden im Übungsalltag geübt, dies sind in erster Linie Knoten und Stiche für die Rettung, aber auch die Eigensicherung des Retters.

Für diese Übung hat man sich die Wasserwacht aus Burglengenfeld – im wahrsten Sinne des Wortes – ins Boot geholt. Die Wasserwacht Bayern als größte Gemeinschaft im Bayerischen Roten Kreuz ist mit rund 130 000 Mitgliedern die größte Wasserrettungsorganisation im Freistaat.

Mehr Bilder von der Übung finden Sie hier:

Die Wasserrettungsübung in Schmidmühlen

Die Gefahr des Ertrinkens ist im Grunde genommen zu jeder Jahreszeit gegeben, mit den steigenden Temperaturen im Frühjahr und Sommer kommt es vermehrt zu Badeunfällen. Eines haben aber auch die Hochwasserkatastrophen der letzten Jahre gezeigt: Dass bei plötzlichen Wassereinbrüchen in Straßen oder Gebäuden die Gefahr des Ertrinkens ebenfalls gegeben ist. Besonders dramatisch kann es für verunfallte Personen im Winter werden: Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt sind gefährlich, denn die Kälte lähmt die Muskeln und das Atmen fällt schwer. Eines haben diese Notfallsituationen gemeinsam: Bei Wasserrettungen zählt jede Minute, ja Sekunde.

Mehrere Szenarien möglich

Gefordert waren die Jugendlichen bei der Bergung, entweder direkt am Wasser oder beim Abtransport. Foto: Popp
Gefordert waren die Jugendlichen bei der Bergung, entweder direkt am Wasser oder beim Abtransport. Foto: Popp

Für die Feuerwehren bieten sich mehrere Möglichkeiten der Personenrettung. So zum Beispiel die Rettung von außen durch das Zuwerfen einer Leine. Diese wird über die Person hinweg geworfen. Im günstigsten Fall kann man die Person so aus dem Wasser ziehen. Ist dies nicht möglich, erfolgt die Rettung im Wasser. Bestenfalls sollen hier die Schlauchboote zum Einsatz kommen. Hier gilt für die Einsatzkräfte, dass die Retter nicht ohne Eigensicherung und ausgestattet mit einer Schwimmweste in das Wasser beziehungsweise ins Boot gehen.

Ein in Panik geratener Ertrinkender erschöpft relativ schnell und gerät unter die Wasseroberfläche. Der dadurch resultierende Sauerstoffmangel führt schnell zur Bewusstlosigkeit. Darauf müssen die Retter vorbereitet sein.

Die Bergung der Person am Steilufer bedeutet ganz schönen Krafteinsatz und Standsicherheit. Auch hier muss es schnell gehen. Und bei Bewusstlosigkeit muss auch die Reanimation sofort erfolgen.

Zum Abschluss der Übung haben die Verantwortlichen ein positives Resümee gezogen. Der Dank galt vor allem der Wasserwacht Burglengenfeld, die im Ernstfall selbst auf 50 Aktive zurückgreifen kann. Insgesamt waren rund 20 Mitglieder der beiden Feuerwehren und acht Einsatzkräfte der Wasserwacht vor Ort. Nach rund zwei Stunden ist die Übung beendet worden und eine entsprechende Stärkung im Dorfgemeinschaftshaus, verbunden mit einer Ausbildungseinheit, stärkte den Gemeinschaftsgeist.

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