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Rückzugsraum statt Müllplatz

Auf einer Ausgleichsfläche wurde unerlaubt Müll abgeladen. Dabei erfüllen diese Flächen einen wichtigen Zweck für die Natur.

  • Hier entsteht unter anderem durch Wurzelstockhaufen eine sogenannte Ausgleichsfläche für Tiere und Pflanzen. Foto: Daniel Thurner
  • Die Streuobstwiese am Erzberg wird offensichtlich für Partys genutzt. Foto: Daniel Thurner

Pittersberg.Auf einer sogenannten Ausgleichsfläche westlich von Pittersberg haben Unbekannte trotz entsprechender Beschilderung Schnittgut und Rasenschnitt entsorgt. Das meldet das staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach in einer Pressemitteilung. Dabei handle es sich nicht nur um einen Verstoß gegen den §40 des Bundesnaturschutzgesetzes, nach welchem es verboten ist, gebietsfremde Pflanzen in freier Landschaft auszubringen, sondern auch um illegale Abfallbeseitigung, welche das Bauamt als Eigentümer der Fläche zur Anzeige bringen wird. Außerdem widerspreche dies dem ökologischen Zweck einer Ausgleichsfläche, da hier Nährstoffeinträge möglichst vermieden werden.

Doch was ist überhaupt eine Ausgleichsfläche? Auch darauf geht das Bauamt Amberg-Sulzbach in seiner Pressemitteilung ein. Demnach hat es in Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in den letzten Jahren die B 85 zwischen der A 6 und Pittersberg ausgebaut. Die dabei verursachten Eingriffe in Natur und Landschaft mussten dabei im Sinne des Bundesnaturschutzgesetztes ausgeglichen werden. Dafür hat das Baumamt umfangreiche ökologische Ausgleichsflächen auf einer Ackerfläche westlich von Pittersberg hergestellt. Diese stehen dann wieder den wildlebenden Tier- und Pflanzenarten als Rückzugs- und Lebensraum zur Verfügung, um so die bebauten Flächen auszugleichen.

Auch wenn solche Flächen aufgrund der extensiven Nutzung oftmals etwas „unaufgeräumt“ aussehen und der Eindruck entstehen könnte, dass sie nicht bewirtschaftet oder genutzt werden, sind gerade diese Flächen ökologisch sehr wertvoll und unterstehen einer steten Kontrolle durch den Eigentümer und auch die Naturschutzbehörden.

Ausgleichsfläche

  • Zweck:

    Sie soll als Lebensraum für wildlebende seltene Tier- und Pflanzenarten dienen, die sonst der intensiven Bewirtschaftung zum Opfer fallen.

  • Pittersberg:

    Eine etwa 2,5 Hektar große Ackerfläche wird durch Aufforstungen in einen Laubmischwald mit Lichtungen und Wurzelstockhaufen umgewandelt.

Nicht nur die ökologischen Ausgleichsflächen abseits der Straßen, auch straßennahe Flächen werden in der Regel nach ökologischen Gesichtspunkten hergestellt und gepflegt. So wurde auf einer Fläche an der B 299 unterhalb der Kleingartenanlage am Erzberg im Stadtgebiet Amberg eine Streuobstwiese angelegt, welche gut abgeschirmt als Ruhe- und Lebensraum für wildlebende Tier- und Pflanzenarten im städtischen Umfeld dienen soll.

Auch hier musste das Amt bei notwendigen Pflegearbeiten feststellen, dass auf dieser Fläche offensichtlich Partys gefeiert wurden und größere Mengen Unrat und Müll zurückgelassen wurden. Dies ist ebenfalls nicht mit dem ökologischen Zweck der Streuobstwiese zu vereinbaren und kann nicht geduldet werden.

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