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Region Amberg
Freitag, 21. September 2018 27° 3

Finanzen

Sanierung wird eine Million teuerer

Bei der Generalsanierung der städtischen Wirtschaftsschule Amberg ergeben sich Mehrkosten. Das erfuhr der Hauptausschuss.
Von Gerd Spies

Nicht der Künstler Christo ist für die derzeitige Verhüllung des Altbaus der Wirtschaftsschule verantwortlich, sondern die Generalsanierung. Foto: Spies
Nicht der Künstler Christo ist für die derzeitige Verhüllung des Altbaus der Wirtschaftsschule verantwortlich, sondern die Generalsanierung. Foto: Spies

Amberg.Es wird noch ein Jahr dauern, bis die Handwerker endgültig von der Baustelle Städtische Wirtschaftsschule abziehen. Der Neu- und Erweiterungsbau ist zwar schon abgeschlossen, die Generalsanierung des Altbaus wird sich aber noch ein Jahr hinziehen. Die Gesamtkosten für die Baumaßnahme liegen höher als erwartet, das erfuhr jetzt der Hauptverwaltungs- und Finanzausschuss.

Drei Beschlüsse, alle drei einstimmig abgesegnet: Nach 20 Minuten war zumindest der öffentliche Teil der Hauptausschuss-Sitzung schon wieder vorbei. Um den größten Betrag ging es beim Thema Kostenfortschreibung der Generalsanierung Wirtschaftsschule. 2014 hatte der Stadtrat die Sanierung und Erweiterung der städtischen Schule inklusive Tiefgarage beschlossen – mit einem Kostenrahmen von 10,94 Millionen Euro. Im Februar 2018 kam dann der Beschluss hinzu, im Altbau eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage einzubauen – Kosten: weitere 1,03 Millionen Euro. Jetzt, kurz vor Fertigstellung der Baumaßnahme, ergeben sich Gesamtkosten von 12,92 Millionen Euro, rund eine Million mehr aus geplant. Den größten Anteil an den Mehrkosten machen mit jeweils rund 300 000 Euro der Abbruch des Rückgebäudes Bahnhofstraße 10 und die allgemeine Preissteigerungsrate seit der Kostenberechnung im Jahr 2014 aus.

Kostensteigerung regt nicht auf

Als moderat empfanden die Mitglieder des Hauptverwaltungs- und Finanzausschusses diese Kostensteigerung angesichts der gegenwärtigen Preisentwicklung auf dem Bausektor. Da mussten die Stadträte in der Vergangenheit schon ganz andere Preissteigerungen bei Bauprojekten schlucken, Beispiel Pioniersteg. Zustimmendes Kopfnicken ohne große Wortbeiträge erhielt deshalb Baureferent Markus Kühne als Reaktion auf seine Ausführungen.

Um weit weniger Geld ging es beim zweiten Antrag. Auch er erhielt allseitige Zustimmung, dieses Mal vom CSU-Fraktionsvorsitzenden Dieter Mußemann aber ausdrücklich betont. Die Umkleideräume der Willmannschule und der Barbaraschule werden jetzt auch saniert, samt Wasch- und Duschräumen. Hintergrund ist die Tatsache, dass für beide Sanierungsmaßnahmen kurzfristig die Aufnahme in das Förderprogramm „KIP-S“ noch 2018 möglich ist. Darüber informierte die Regierung der Oberpfalz die Stadt in einem Schreiben im Juli 2018.

Die Förderprogramme

  • KIP-S: Mit Hilfe des Förderprogramms „Kommunalinvestitionsprogramm Schulinfrastruktur“ von der Regierung der Oberpfalz werden Sanierungen mit 90 Prozent gefördert.

  • SKEW: Das Projekt „Koordination kommunaler Entwicklungspolitik“ der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt unterstützt mit einer Förderquote von 90 Prozent die Einrichtung einer Teilzeitstelle.

Darin heißt es, dass die beiden Sanierungsmaßnahmen mit voraussichtlichen Kosten von rund 1,1 Millionen Euro in den Genuss einer Förderung von 837 000 Euro kommen würden, der Eigenanteil der Stadt bei nur 183 000 Euro liegen würde. Bei so viel Zuschuss lässt sich natürlich Kämmerer Franz Mertel nicht zweimal bitten, reagierte schnell. Da das Geld noch 2018 für Planungen bereitgestellt werden muss, obwohl es erst 2019 fällig wird, schrieb der Kämmerer eine „Verpflichtungsermächtigung“ für die Schönwerth-Realschule in entsprechender Höhe um. „Es ist goldrichtig, das Programm mit einer Förderungsquote von 90 Prozent kurzfristig in Angriff zu nehmen“, erklärte Mußemann. Wie erwartet, gab es allseits zustimmendes Kopfnicken.

Freude über hohe Förderung

Amberg ist nicht nur Luftkunstort, seit 2014 ist es auch Fairtrade-Stadt. Eine Fairtrade-Stadt fördert den fairen Handel, unterstützt die nachhaltige Entwicklung, trägt zum Bewusstsein und damit zur Veränderung im Alltag bei. Jetzt ergibt sich durch die Teilnahme am Projekt „Koordination kommunaler Entwicklungspolitik“, initiiert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Einrichtung einer Teilzeitstelle.

Die Förderhöhe dieser Stelle mit 50 Prozent einer Vollzeitkraft, die zunächst auf zwei Jahre befristet ist, beträgt 90 Prozent. Dadurch beläuft sich der Eigenanteil der Stadt auf nur rund 6300 Euro in den zwei Jahren. Sehr positiv standen die Stadträte dem Antrag gegenüber, wenn auch, wie Barbara Lanzinger formulierte, diese Einrichtung nur für den Förderzeitraum gelten solle. Der zuständige Referatsleiter Dr. Bernhard Mitko erntete so ebenfalls Kopfnicken.

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