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Bildung

Sanierungskosten explodieren

Gleich an zwei Amberger Schulen werden die Arbeiten deutlich teurer als geplant. Dem Hauptausschuss bleibt aber keine Wahl.
Von Gerd Spies

Baustelle am GMG: Der Fluchtturm wird gerade an der Außenwand des alten Schultrakts montiert. Foto: Gerd Spies
Baustelle am GMG: Der Fluchtturm wird gerade an der Außenwand des alten Schultrakts montiert. Foto: Gerd Spies

Amberg.Fast das Dreifache kosten jetzt beim Gregor-Mendel-Gymnasium die Brandschutzmaßnahmen, die noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Hatte man im Haushalt für 2019 noch 100 000 Euro dafür eingeplant, sind jetzt fast 300 000 Euro fällig.

Zwei Gründe nannte Josef Weigert von der Stadtkämmerei für die derart gestiegenen Kosten. Zum einen habe man zuvor nicht erkennbare zusätzliche Mängel feststellen. So hätten etwa die Fachplaner bei der Begutachtung auch in den Fluren brennbare Decken festgestellt, die ausgetauscht werden müssen. Zum anderen habe man sich jetzt zur Sicherstellung des laufenden Schulbetriebs dazu entschlossen, die Sanierungsmaßnahmen auf zwei Bauabschnitte aufzuteilen.

Der erste Bauabschnitt soll in den Sommerferien 2019 erfolgen, der zweite, der den Neubau betrifft, dann im Jahr 2020. Damit könne, so Weigert, eine Auslagerung von Schulklassen mit noch höheren Kosten vermieden werden. Für die Umsetzung der Gesamtmaßnahme, insbesondere des zweiten Bauabschnitts, muss der Stadtrat noch die erforderlichen Mittel in den Haushalt 2020 stellen. Gerechnet wird mit Kosten von rund 810 000 Euro.

Derzeit gehen aber bereits Handwerker am GMG ein und aus. Ein zweiter Fluchtweg wird geschaffen für den Fall, dass bei einem Brand das Treppenhaus nicht genutzt werden kann. In jedem Stockwerk wird mit Hilfe eines Treppenturms an der Außenwand des Schulgebäudes eine Stahltreppe angebracht. In Stichfluren, also abgemauerten Durchgängen in je einem Klassenzimmer pro Flur, gelangt man zu dieser Außentreppe. Sechs Klassenzimmer sind insgesamt betroffen, die sich dadurch verkleinern.

Auch Wirtschaftsschule teurer

Weit größeren Unmut rief im Hauptverwaltungs- und Finanzausschuss am vergangenen Donnerstag die Hiobsbotschaft hervor, dass die Kosten für die Generalsanierung der städtischen Wirtschaftsschule schon wieder gestiegen sind – noch einmal um 1,6 Millionen Euro. Erst im September vergangenen Jahres musste der Stadtrat eine Erhöhung von den ursprünglich veranschlagten rund 9 Millionen Euro auf 12,9 Millionen Euro hinnehmen. Jetzt teilte das zuständige Architekturbüro mit, dass von insgesamt 14,565 Millionen Euro auszugehen ist.

„Mit der Faust in der Tasche“, so CSU-Fraktionschef Dieter Mußemann, stimme er dieser Preisexplosion zu, wohl wissend, dass es keine Alternative gebe. Besonders ärgert dabei den CSU-Chef, dass allein das zuständige Architekturbüro bei der Kostensteigerung noch einmal 332 000 Euro kassiert. „Wir müssen uns in Zukunft genau anschauen, mit welchen Architekten wir zusammenarbeiten wollen“, meinte Oberbürgermeister Michael Cerny in Richtung des zuständigen Regensburger Architekturbüros. Auf einen SPD-Antrag im vergangenen Jahr geht der Beschlussvorschlag zurück, in Amberg einen eigenen Ordnungsdienst einzurichten. Dieser soll für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sorgen.

Kein städtischer Ordnungsdienst

Unter seine Befugnisse würden etwa die Kontrolle der Hundehaltungsverordnung, der Verordnung über die Reinhaltung der öffentlichen Straßen, aber auch Alkoholkontrollen im Rahmen des Jugendschutzgesetzes fallen. Der zuständige Rechtsreferent Dr. Bernhard Mitko stellte ausführlich die personellen und finanziellen Auswirkungen auf die Stadt vor. Vier Stellen für den Außendienst, eine zusätzliche Stelle für den Innendienst würden die Stadt Hunderttausende Euro jährlich kosten.

Deshalb schlug in der Ausschusssitzung im April 2019 CSU-Stadtrat Natter vor, diese Aufgabe dem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz (ZV KVS) zu übertragen. Die Stadt sei ja Mitglied dieses Zweckverbands und dieser habe bei seiner letzten Tagung den Entschluss gefasst, seinen Mitgliedern neben der Verkehrsüberwachung auch diese Aufgabe anbieten zu wollen. Kein Problem sieht die SPD in dieser Alternative. „Hauptsache, der Ordnungsdienst wird auf den Weg gebracht“, erklärte SPD-Chefin Birgit Fruth im Ausschuss.

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