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Region Amberg
Samstag, 24. Februar 2018 1

Initiative

Schatzkammer von Geschichte und Kultur

Die neue Online-Plattform „bavarikon“ eröffnet den Blick auf über 230 000 Kunstschätze. In Amberg wurde sie nun vorgestellt.
Von Gerd Spies

Staatssekretär Bernd Sibler, Dr. Maria Sagstetter (Leiterin Staatsarchiv Amberg) und OB Michael Cerny begutachten die Spruchkammermeldebogen von Oskar Schindler. Foto: Spies

Amberg. „Als „Schatzkammer der bayerischen Geschichte und Kultur“ bezeichnete Wissenschafts-und Kunststaatssekretär Bernd Sibler „bavarikon“, die neue digitale Plattform zur Kunst, Kultur und Landeskunde Bayerns. Dass der Staatssekretär diese neueste Entwicklung bei der Digitalisierung der reichen Kunst- und Wissensschätze gerade in der Amberger Staatsbibliothek der Öffentlichkeit vorstellte, hat einen ganz besonders Hintergrund.

Echte Schätze in der Bibliothek

Beeindruckt von dem neuen Angebot zeigten sich (von links) MdL Dr. Harald Schwartz, Siglinde Kurz (Provinzialbibliothek), Staatssekretär Bernd Sibler, OB Michael Cerny, Dr. Klaus Ceynowa (Staatsbibliothek München) und Florian Sepp (Staatsbibliothek München). Foto: Spies

Oskar Schindlers Spruchkammermeldebogen aus dem Entnazifizierungsprozess des Unternehmens im Original sind nur ein Beispiel, welche Schätze die Staatliche Bibliothek Amberg, auch Provinzialbibliothek genannt, besitzt. „Viele mittelalterliche Schriften der Klöster in der Region zählen ebenfalls zum Besitz der Bibliothek“, erklärte Siglinde Kurz, die Leiterin der staatlichen Einrichtung.

Und diese wertvollen historischen Objekte werden jetzt wie viele weitere aus den Archiven, Bibliotheken und Museen Bayerns einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit Staatssekretär Bernd Sibler vom Kultusministerium waren daher eigens der Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek in München, Dr. Klaus Ceynowa, und sein Geschäftsführer Florian Sepp angereist, um dieses neue Portal in Amberg vorzustellen.

Von Büchern bis Baudenkmälern

Dr. Klaus Ceynowa präsentiert „bavarikon“. Foto: Spies

„Bavarikon“ heißt dieses Kulturportal, das jetzt bereits über 230 000 Objekte kostenfrei der Öffentlichkeit präsentiert. Ceynowa dankte stellvertretend dem Amberger Landtagsabgeordneten Dr. Harald Schwartz, dass der Landtag den Aufbau dieser digitalen Plattform finanziell großzügig unterstützt. Allein 2013 seien vier Millionen Euro hierfür zur Verfügung gestellt worden.

120 Digitalisierungsprojekte, so Ceynowa, seien bereits abgeschlossen, unter der Beteiligung von insgesamt 53 Institutionen. Genau 230 275 Objekte beinhaltet jetzt bereits das Portal, wobei 2017 wieder 17 000 neu hinzugekommen sind. Bücher, Handschriften, Gemälde, Fotografien, Baudenkmäler und mehr aus zahlreichen Kultureinrichtungen sind in „bavarikon“ eingestellt, können dabei hochauflösend und zoombar betrachtet werden.

„Bavarikon ist kein Folklore-Portal!“

Dr. Klaus Ceynowa

Über das Portal des Freistaats Bayern sind Kunst-, Kultur- und Wissensschätze aus Einrichtungen in Bayern jederzeit einsehbar: Bayerns Königskrone, Dürers Selbstporträt, die Märchenschlösser Ludwigs II. – alle Objekte sind nun aus nächster Nähe zu begutachten. Und in nächster Zukunft werden die Objekte auch außerhalb Bayerns aufzurufen sein, in deutschlandweiten bzw. europaweiten digitalen Bibliotheken, kündigte Ceynowa an.

Das Bildungsportal mebis

  • Das Angebot

    „mebis“ ist das bayerische Bildungsportal. Es bietet Lehrkräften Unterrichtsmaterial, Beratungs- und Fortbildungsangebote. In virtuellen Klassenzimmern können Lehrer und Schüler gemeinsam an Projekten arbeiten.

  • Der Zugang

    „mebis“ ist nur für Schulen zugänglich, „bavarikon“ aber für jeden Interessierten. Weitere Informationen sind über www.mebis.bayern.de bzw. www.bavarikon.de einsehbar. (age)

Großes Interesse an den Schulen

Über das Bayerische Lern- und Bildungsportal „mebis“ können diese wertvollen historischen Objekte auch allen Schulen und damit den Schülern und Lehrkräften in Bayern zugänglich gemacht werden. Auf dieser Plattform sind nicht nur viele Unterrichtsmaterialien wie Filme gespeichert, hier können auch die Schüler und Lehrkräfte miteinander kommunizieren. „Wichtig ist, dass der Copyright-Status einhundertprozentig geklärt ist“ erklärte Staatssekretär Bernd Sibler.

Inzwischen stoße die Plattform bei den Schulen auf große Akzeptanz. 3000 der 5000 Schulen in Bayern mit insgesamt 750 000 Nutzern würden dieses Medium bereits verwenden. „Die Vernetzung von „mebis“ mit „bavarikon“ ist für mich als gelernter Historiker und Lehrer ein Traum“, schwärmte der Staatssekretär.

Es gibt auch eine eigene App

Lehrkräfte könnten sich nun aus einer Fülle von historischen Objekten aus dem Portal bedienen und die digitalen Exponate direkt in ihr virtuelles Klassenzimmer einbinden. Unabhängig von Ort und Zeit können auch Schüler oder Studierende nun am PC oder über eine App am Handy bzw. auf dem Tablet vielfältige Kulturschätze downloaden, teilweise sogar in 3D-Ansichten und mit umfangreichen weiterführenden Informationen.

„Wir bringen damit die Kultur zu den Menschen!“

Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny

„Wir sind stolz, unsere historischen Schätze in Amberg nun einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu können“, zeigte sich auch Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny von dieser Möglichkeit begeistert. Da die Amberger Kulturschätze jetzt zum Beispiel auch in München sichtbar seien, werde die Welt wieder ein Stück kleiner. Cerny ist es auch, der im Amberger Stadtrat seit Jahren immer wieder die Digitalisierung in den Amberger Schulen vorantreibt.

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