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Bildung

Schüler als Energieforscher

Im ZEN in Ensdorf lernten Jugendliche aus sechs Nationen viele Aspekte von regenerativer Energie und Klimawandel kennen.
Von Hubert Söllner

Die beiden Elektroautos des Zentrums für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit waren bei den Jugendlichen der Renner.  Foto: Hubert Söllner
Die beiden Elektroautos des Zentrums für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit waren bei den Jugendlichen der Renner. Foto: Hubert Söllner

Ensdorf.„Was geht uns der Klimawandel an?“ Diese Frage stellte Umweltkoordinator Joachim Scheid in den Raum. Um sich darüber zu informieren waren 33 Jungen und Mädchen zwischen zwölf und 15 Jahren mit 16 Begleitlehrkräften zum Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) gekommen – Austauschschüler aus Frankreich, Italien, Rumänien, Litauen und Griechenland, die gemeinsam mit Schülern des Amberger Gregor-Mendel-Gymnasiums am Projekt „Environmental Green Gate Schools“ arbeiten.

Nach Definition der Begriffe Wetter und Klima sowie der Feststellung, dass der Treibhauseffekt und die Entwicklung der CO2-Konzentration Ursachen des Klimawandels sind, waren die Jugendlichen gefordert. Die Frage lautete: Was können sie gegen den Klimawandel tun?

„Plastikbeutel sind uncool“

„Film ohne Ende? Glotze aus!“, „Auf dem Fahrrad ohne Abgase zur Schule ist gut“ oder „Dose für’s Pausenbrot statt Alufolie“ waren einige der Antworten. Weitere Antworten – Umgangssprache war an diesem Tag Englisch – waren „Heizung mal runterdrehen“ und natürlich auch „Plastikbeutel sind uncool“.

Aber Joachim Scheid, der zu Beginn das ZEN als Beratungsstelle für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit, die Kräfte in einem großen Netzwerk vereint, vorgestellt hatte, wollte mehr wissen. Etwa warum eine Ananas klimaschädlich ist oder gar was pupsende Kühe mit dem Klimawandel zu tun haben.

Viel Spaß hatte die Austauschschüler bei einer Fahrt auf dem ZEN-Energiefahrrad; rechts ZEN-Mitarbeiter Karl-Heinz Hofbauer. Foto: Hubert Söllner
Viel Spaß hatte die Austauschschüler bei einer Fahrt auf dem ZEN-Energiefahrrad; rechts ZEN-Mitarbeiter Karl-Heinz Hofbauer. Foto: Hubert Söllner

Nach so viel Theorie war Praxis bei ZEN-Mitarbeiter Karl-Heinz Hofbauer angesagt. Bei ihm hatten die Schüler die Möglichkeit mit eigener Muskelkraft auf dem Energiefahrrad Strom zu erzeugen. So konnten sie spüren, um wie viel mehr Kraft in die Energieerzeugung investiert werden muss, um eine Glühbirne im Vergleich zu einer LED-Birne zum Leuchten zu bringen. Und Hofbauer war unerbittlich: „Jeder muss aufs Rad, um den Unterschied zu erleben und die Mehrleistung zu erfahren“.

Anschließend stellte der ZEN-Mitarbeiter Wandleuchten – eine normale Glühbirne mit 60 Watt gegenüber einer LED-Filament-Birne mit acht Watt – vor. „Keine Helligkeitseinbußen jedoch 52 Watt Ersparnis pro Stunde“ betonte er und bewies dies durch Kontrolle der Verbrauchsdaten durch ein integriertes Energiekostenmessgerät. Bei der dritten Station mit Karl-Heinz Hofbauer war Windenergie-Erzeugung angesagt. Am Modell demonstrierte und erklärte er im Versuch, wie Anzahl der Blätter, Blattstellung, Winkelveränderung etc. die Windkraft positiv oder negativ verändern.

Hackschnitzel statt Heizöl

Weiter waren Versuche mit der Sonnenenergie Thema. Hier wurde den Austauschschülern an verschiedenen Aufbauten und Versuchen demonstriert, wie mit einer Solarzelle Strom durch Sonnenenergie erzeugt wird und wie beziehungsweise und wofür Sonnenenergie genutzt und auch gespeichert werden kann. Als anschließend durch Haustechniker Franz Bleicher die Kloster-Hackschnitzelheizung erläutert wurde, erfuhren die Austauschschüler: „Seit 2004 in Betrieb trug sie bis heute zur Einsparung von zwei Millionen Litern Heizöl und 6340 Tonnen CO2 bei.“

Abschließend waren die beiden Elektroautos des ZEN, ein Nissan Leaf und ein Mitsubishi i-Miev, bei den Jugendlichen der Renner. Sie interessierten sich für die Funktionen der Elektroautos, für Verbrauch, Reichweite und die Rekuperation, die die Rückgewinnung von Energie bei Bremsen ermöglicht.

Das Programm der Austauschschüler

  • Gruppe:

    Die Austauschschüler sind Mitglieder von Gruppen des Erasmus-Programms, eines Förderprogramms der Europäischen Union, durch das sie das Schulsystem in Bayern kennenlernen.

  • Aufgabe:

    Sie arbeiteten eine Woche mit einer Gruppe von Schülern des Gregor-Mendel-Gymnasiums an Umwelthemen.

  • Ausflüge:

    Für die Austauschschüler war ein buntes Programm vorgesehen. Dazu zählten Ambergs Altstadt und das Kurfürstenbad. In München stand unter anderem ein Oktoberfestbesuch an, in Nürnberg ging es zum Reichsparteitagsgelände. Auf den Maria-Hilf-Berg erklärte ein Förster Flora und Fauna. Die Woche endete mit einem Besuch des Energiespardorfs in Amberg. (azd)

Wie Oberstudienrätin Madlen Raub erläuterte, sind die Austauschschüler Mitglieder von Gruppen des Erasmus-Programms. Dieses Förderprogramm der Europäischen Union ermöglicht es ihnen, Unterricht und Schulsystem in Bayern kennenzulernen. Sie arbeiteten eine Woche mit einer Gruppe von Schülern des Gregor-Mendel-Gymnasiums an Umweltthemen.

Das Programm für die Gäste bot auch Abwechslung. So ging es nach München und Nürnberg und nach dem ZEN-Besuch stand eine Fahrt nach Pottenstein mit Besuch der Teufelshöhle auf dem Plan. Am Gregor-Mendel-Gymnasium gab es zum Abschluss noch einen Kunstworkshop und eine Abschiedsparty.

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