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Ausbildung

Schüler lernen viele Firmen kennen

Auch die 20. Ausgabe der Ausbildungsmesse war wieder ein Erfolg. Fast 1400 Schüler informierten sich an 45 Info-Ständen.
Von Gerd Spies

An insgesamt 45 Ständen und in verschiedenen Workshops konnten sich Ambergs Schüler wieder informieren. Foto: Spies
An insgesamt 45 Ständen und in verschiedenen Workshops konnten sich Ambergs Schüler wieder informieren. Foto: Spies

Amberg.Einen alten Bekannten traf Ambergs Bürgermeister Martin Preuß am Info-Stand der Friseur-Innung bei der Ausbildungsmesse im Amberger Congress Centrum. Salim Abo Harash (29), der mit der ersten großen Flüchtlingswelle 2015 in Amberg gestrandet war, steht den Schülern Rede und Antwort über den Friseur-Beruf. Der Syrer absolviert gerade selbst sein erstes Lehrjahr. Im Herbst 2015 kam er in einem der ersten Flüchtlings-Busse im Notaufnahmelager in der Barbaraschule an, wo ihn Bürgermeister Martin Preuß kennenlernte. Inzwischen lebt er mit seiner Frau in Amberg, übt seinen Traumberuf Friseur aus – wie sein Vater, der in Syrien ein Friseurgeschäft betreibt.

„Nutzt die Chance, Euch zu informieren“, gab Wolfgang Widmann, der Sprecher der Wirtschaftsjunioren, den Schülern bei der Eröffnung der Ausbildungsmesse mit auf den Weg. Zahlreiche Ehrengäste konnte dabei Widmann begrüßen. Neben Landrat Richard Reisinger und Bürgermeister Martin Preuß schauten auch IHK-Geschäftsführer Johann Schmalzl, Rolf Pfeiffer, Vorsitzender des IHK-Gremiums und DEPRAG-Geschäftsführer, und Sonja Schleicher, die Leiterin des Amberger Jobcenters, vorbei.

Jubiläumsmesse ausgebucht

Zum 20. Mal organisiert bereits der Nachwuchsverband der deutschen Wirtschaft diese Messe, die sich immer größerer Beliebtheit bei den Firmen erfreut. „Wir platzen aus allen Nähten“, erzählt Widmann, die Messe ist mit 45 Workshops total ausgebucht. Für die kommenden Jahre sei bereits eine Warteliste von Unternehmen, die sich präsentieren wollen, angelegt. Die Möglichkeit, direkt Kontakt mit kommenden Schulabgängern aufnehmen zu können, lobt auch Sonja Schleicher vom Amberger Jobcenter. „Es ist für die Schüler einfach ganz etwas anderes, wenn sie die Firma direkt sehen“, meinte sie. So manches Schnupperpraktikum sei in der Vergangenheit schon an den Info-Ständen abgeschlossen worden.

Bürgermeister Martin Preuß traf Salim Abo Harash wieder, der 2015 als Flüchtling nach Amberg kam und jetzt Friseur wird. Foto: Spies
Bürgermeister Martin Preuß traf Salim Abo Harash wieder, der 2015 als Flüchtling nach Amberg kam und jetzt Friseur wird. Foto: Spies

„Wir wollen den Schulabgängern eine berufliche Perspektive aufzeigen und sie dadurch in der Region behalten“, zeigt Johann Schmalzl von der IHK die Zielsetzung auf. Über mehr als 150 Ausbildungsberufe und Studiengänge informieren die Amberger Unternehmen, auch mit Workshops im 30-Minuten-Takt. Besonders gefragt ist auch heuer wieder die duale Ausbildung, eine deutsche Besonderheit, bei der Unternehmen und Bildungseinrichtung eng miteinander kooperieren. Der Verlust von jungen Arbeitskräften durch Abwanderung in die Ballungszentren und der demografische Wandel, erklärt Johann Schmalzl, habe dazu geführt, dass Auszubildende in der Region besonders gefragt sind.

Schüler haben die Wahl

Dass auch in diesem Jahr wieder viele Handwerksbetriebe mit im Boot sind, freut auch Udo Leitz, Leiter des Arbeitskreises „Schule/Wirtschaft“ in Amberg und zugleich auch Rektor an der Dreifaltigkeits-Mittelschule. „Unsere Schüler eignen sich besonders für den Handwerksberuf“, meint der Schulleiter. Dass nach Auszubildenden derzeit auf dem Arbeitsmarkt händeringend gesucht werden, komme den Schulabgängern natürlich sehr entgegen, die jetzt die Qual der Wahl haben.

Alle Amberger Schulen, von den Mittelschulen über die Realschulen bis hin zu den Gymnasien, würden sich wieder an der Ausbildungsmesse beteiligen. So mancher Schulabgänger könnte seiner Berufsentscheidung einen Schritt nähergekommen sein.

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Daten und Zahlen

  • Aussteller:

    45 Firmen informieren die Schüler an ihren Ständen. Erstmals dabei sind heuer die Firma Lüdecje, Hefa-Kühlmöbel, die VR-Bank und die Justizvollzugsanstalt.

  • Besucher:

    Knapp 1400 Schüler haben sich für die Messe angemeldet, darunter 100 junge Flüchtlinge.

  • Die Lage:

    538 unbesetzte Lehrstellen meldet aktuell die Arbeitsagentur für den Ausbildungsbeginn im Herbst, nur 172 Schulabgänger suchen noch einen Ausbildungsplatz.

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