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Natur

Schüler pflanzen Obstbäume

Die Streuobstwiese in Uschlberg ist ein wichtiger Beitrag für den Artenschutz. Die Initiative kam von den Jagdpächtern.
Von Hubert Söllner

Landschaftsarchitekt Reinhold Galli (links) unterstützte die Jugendlichen bei ihrer Pflanzaktion. Foto: Hubert Söllner
Landschaftsarchitekt Reinhold Galli (links) unterstützte die Jugendlichen bei ihrer Pflanzaktion. Foto: Hubert Söllner

Ensdorf.Mit einem lauten Knall begann am Dienstag die Aktion Streuobstbäume auf einer Wiese von Michael Fischer in Uschlberg. „Vom Schubkarren ist der Reifen geplatzt“, stellte ein Schüler der Mittelschule erstaunt fest.

„Streuobstbestände erfüllen in unserer Kulturlandschaft wichtige Funktionen in Sachen Biodiversität“, hatte vorher Engelbert Hollweck, Betriebsleiter Landwirtschaft beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg, betont. Jugendliche aus dem Berufsgrundschuljahr Landwirtschaft von der Berufsschule Neustadt an der Waldnaab sowie Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Ensdorf pflanzten unter Anleitung von Wildraumlebensberater Balduin Schönberger und seinen Kollegen vom Landwirtschaftsamt, Roland Schleicher und Wolfgang Wittmann, 90 Hochstamm-Obstbäume auf dem einen Hektar großen Gelände. Als Leuchtturmprojekt bezeichnete Hollweck die Aktion, die durch das Volksbegehren einen Schub erhalten habe. An die Schüler der Berufsschule gewandt betonte er: „Tragen Sie dies hinaus in die Landkreise, denn es geht nur miteinander. Auf vielen Flächen bietet sich das an.“

Wichtige Lebensräume schaffen

Wolfram Seebauer, der gemeinsam mit Christian Donhauser Jagdpächter ist, erinnerte daran, dass der Beginn zur Aktion Streuobstbäume bei einem Jagdessen mit einem Vortrag von Balduin Schönberger gelegen habe. „Dies war die Initialzündung für alle unsere zukünftigen Projekte“, so Seebauer – für Projekte wie das Anlegen einer Blühwiese, wozu Michael Fischer seine Kooperation zugesagt habe. „Wir wollen mit unseren Maßnahmen Strukturen gestalten, nicht nur, um den Artenverlust zu stoppen, sondern auch, um wieder Lebensräume für Hasen, Fasane und Rebhühner zu schaffen.“

Dann aber ging es ans Eingemachte, auch das Bayerische Fernsehen war mit dabei, um zu berichten. Vor Ort erläuterte Wildraumlebensberater Balduin Schönberger den jungen Leuten: „Mit der Anlage von Streuobstbeständen kann ein wertvoller Beitrag zum Biotopverbund und damit zur Artenvielfalt geleistet werden.“ Ziel der Aktion sei es auch, einer breiten Schicht der Bevölkerung die Zusammenhänge näher zu bringen. Er bedauerte, dass oft der makellose Apfel an der Obsttheke den Vorzug erhalte vor den optisch nicht so perfekten Produkten, die auf den Streuobstwiesen erzeugt würden.

Bei der Aktion sollten die Schülerinnen und Schüler nicht nur arbeiten, sondern auch etwas lernen, sagte Schönberger. So demonstrierte er nach dem Ausheben der Pflanzgrube das Setzen des Baums und des Pflocks, der ihn hält, sowie das Umlegen des Drahtkörpers – „wegen der Mäuse“. Er zeigte noch, wie man eine Schutzmatte gegen den Verbiss durch Rehe, Rotwild und auch Feldhasen anlegt, und erklärte, welche auch als Frost- und Sonnenschutz dienen können.

Kleinode der Artenvielfalt

MdL Alexander Flierl, Mitglied des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Bayerischen Landtag und Präsidiumsmitglied des Bayerischen Jagdverbands, betonte, dass der BJV Aktionen wie diese fördere. Er nannte sie Trittsteine und Verbundachsen in der Flur. Viele Arten von Flora und Fauna seien auf die extensive Bewirtschaftung, wie sie bei den Streuobstwiesen gegeben sei, angewiesen. Leider seien diese Kleinode der Artenvielfalt in den letzten Jahren nach und nach verschwunden. Da anstrengende Arbeit in der Natur Hunger macht, hatten die Jagdpächter Wolfram Seebauer und Christian Donhauser auch für ein kräftiges Essen zur Mittagszeit gesorgt. (azd)

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