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Bildung

Schule? Läuft, aber digital!

Das Coronavirus sorgt für Unterrichtsausfall, nicht aber für Ferien. Lehrer und Schüler kommunizieren digital, wie eine Befragung zeigt.
Von Gerd Spies

Die Klassenzimmer am GMG sind leer, die Stühle hochgestellt. Trotzdem läuft Unterricht, digital über eine Internet-Plattform. Foto: Gerd Spies
Die Klassenzimmer am GMG sind leer, die Stühle hochgestellt. Trotzdem läuft Unterricht, digital über eine Internet-Plattform. Foto: Gerd Spies

Amberg.Nur wenige Tage hatten auch in Amberg die Schulen Zeit, sich auf die digitale Informationsübermittlung statt Unterricht einzustellen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten läuft es aber. Erste Kommentare von Eltern und Schülern klingen durchweg positiv.

„Mebis“, heißt die vom Landesmedienzentrum eingerichtete Lernplattform, die allen Schulen zur Verfügung steht. Auf ihr können Lehrkräfte Unterrichtsmaterialien hinterlegen, Lernaufgaben austauschen und den Schülern Feedback geben. Kaum war aber zu Beginn der vergangenen Woche die Nutzung von „mebis“ durch Lehrer und Schüler angelaufen, wurde diese Schul-Plattform schon gehackt – pünktlich zu Beginn der Schulschließungen in Bayern. Der Angriff erfolgte durch hunderttausende Seitenaufrufe, hieß es aus dem Kultusministerium. Noch am selben Tag war aber „mebis“ wieder verfügbar, allerdings nur eingeschränkt.

Schulen haben schnell reagiert

„Die Voraussetzungen für Lehrer sind sehr unterschiedlich. Es gibt einerseits viele Kollegen, die vorher schon bezüglich digitaler Medien sehr affin waren, andererseits aber auch welche, die noch ausschließlich traditionell unterrichtet haben“, erklärt Florian Meier, Mitarbeiter der Schulleitung am Schwandorfer CFG-Gymnasium. „Die Corona-Situation führt uns aber auch vor Augen, dass wir in der Schule erst ganz am Anfang der Digitalisierung stehen“, sagt er. Das Schwandorfer Gymnasium habe wie auch die Amberger schnell reagiert, in einer Lehrerkonferenz die Kollegen auf die Situation eingestimmt und für alle Klassen in „mebis“ für die verschiedenen Fächer Kurse eingerichtet. Schon vom ersten unterrichtsfreien Tag an konnten dadurch die Lehrkräfte ihre Arbeitsaufträge auf die Plattform stellen.

Auch am Amberger Gregor-Mendel-Gymnasium funktioniert der Kontakt zwischen Lehrer und Schüler reibungslos. Allerdings nicht von Anfang an, wie Schulleiter Peter Welnhofer erzählt. „Am ersten Tag ist das Telefon nicht stillgestanden“, erinnert sich Welnhofer. Seine Schule sperrte ja eine Woche früher zu, wegen eines Corona-Falles in einer 8. Klasse. Die Schule verwendet übrigens nicht die „mebis“-Plattform, sondern „Microsoft-Teams“. Dieses leistungsfähigere interaktive Portal wurde von der Stadt Amberg als Sachaufwandsträger eingerichtet. Hier können über eine App die Teams in Chats gleichzeitig Daten bearbeiten und miteinander kommunizieren. Weder „mebis“ noch „Microsoft-Teams“ nutzt das Max-Reger-Gymnasium. Da die Stadt an dem musischen Gymnasium nicht als Sachaufwandsträger zuständig ist, installierte sie dort auch nicht „office 365“. Deshalb verschicken die Lehrer ihre Arbeitsaufträge über die von der Schule eingerichteten E-Mail-Verteiler, informiert Georg Meyer, der stellvertretende Schulleiter.

Positive Resonanz

Mit der Resonanz ist er sehr zufrieden. „Ich hätte nicht geglaubt, dass es so gut läuft. Ich habe bisher keine negative Rückmeldung erfahren“, erzählt Meyer. Ganz im Gegenteil. Mails von Schüler-Eltern von Fünftklässlern belegen eine positive Resonanz. „Die MRG-Lehrkräfte gehen wirklich sehr professionell mit der Lage um“, schreibt zum Beispiel „Mama Leo, 5b“ an den Schulleiter.

Aber wie sehen eigentlich die Hauptpersonen selbst, die Schüler, die Situation? Judith Dittmar, Schülersprecherin am CFG-Gymnasium, ist selbst überrascht. „Die meisten Schüler meiner Klasse machen tatsächlich etwas! Alle Lehrer haben auch Arbeitsaufträge eingestellt. In Englisch und Mathe erhielten wir sogar die korrigierten Aufgaben zurück“. Trotz Corona-Virus geht also für die Schüler Lernen weiter.

Abitur-Prüfung

  • Kommentar:

    „Ich brauche zur Vorbereitung z. B. meiner Colloquiums-Fächer das persönliche Gespräch mit meinen Lehrern.“ (Marco Nanka, Abiturient am GMG).

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