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Regional

Sie haben die Natur im Blick

Beim Rangertreffen ging es um Managementprobleme oder naturbezogene Besucherlenkung. Und um die Vernetzung.
Von Hubert Söllner

Zum ersten Naturpark-Rangertreffen in der Oberpfalz konnten beim Naturpark Hirschwald Geschäftsführerin Isabel Lautenschlager, Vorsitzendender Bürgermeister Markus Dollacker und Ranger Christian Rudolf (von links) zahlreiche Teilnehmer begrüßen.  Foto: Hubert Söllner
Zum ersten Naturpark-Rangertreffen in der Oberpfalz konnten beim Naturpark Hirschwald Geschäftsführerin Isabel Lautenschlager, Vorsitzendender Bürgermeister Markus Dollacker und Ranger Christian Rudolf (von links) zahlreiche Teilnehmer begrüßen. Foto: Hubert Söllner

Ensdorf.Zum ersten Naturpark-Rangertreffen in der Oberpfalz hatte der Naturpark Hirschwald eingeladen. Die Zahl der Teilnehmer war überwältigend: Bis aus den Naturparken Steigerwald, Altmühltal, Fränkische Schweiz, Steinwald, Frankenhöhe aber auch von den Naturparken Oberer Bayerischer Wald und Oberpfälzer Wald waren die 17 Teilnehmer gekommen.

Für die Geschäftsführerin des Naturparks Hirschwald, Isabel Lautenschlager, und Vorsitzenden Bürgermeister Markus Dollacker Grund zur Freude, so viele Ranger im Sitzungssaal des Rathauses zu sehen und ihnen fruchtbare Gespräche und gegenseitigen Austausch zu wünschen. Eine Verstärkung für den Naturschutz nannte die bei der Regierung der Oberpfalz für die Förderung der Naturparke zuständig Dagmar Seewaldt-Bösl die Ranger.

Pragmatische Lösungen finden

Diese seien eine Verstärkung der Naturparke, was sie sehr begrüße, „da sie zum Naturschutzverständnis in der Bevölkerung einen wesentlichen Beitrag leisten können“. Nach einem gemeinsamen Frühstück, das, so Christian Rudolf, Ranger des gastgebenden Naturparks Hirschwald, auch dem gegenseitigen Kennenlernen diente, ging es gleich in die Vollen. Dem gegenseitigen Austausch, der Information und der Hilfestellung von erfahrenen Rangern für Neueinsteiger, solle der Vormittag dienen, „denn wir wollen pragmatische Lösungen finden und auch soll nicht jeder das Rad neu erfinden“.

Großartiges Artenspektrum

  • Vielfalt:

    Die besondere Anziehungskraft des Naturparks Hirschwald liegt in seiner kleinräumigen Vielfalt. Dieser Reichtum an Lebensräumen spiegelt sich im Artenspektrum von Flora und Fauna wider. Man kann im Naturpark fast alle einheimischen Fledermausarten entdecken.

  • Einzigartig:

    Die Große Hufeisennase hat hier sogar ihre einzige Wochenstube deutschlandweit. Bewahrt hat dieses Refugium der Artenvielfalt auf Grund des nahezu mediterranen Klimas und in den Südlagen des Naturparks Hirschwald die traditionelle Beweidung. (azd)

So drehten sich die Gespräche von Managementproblemen oder naturbezogene Besucherlenkung und Organisation von Führungen, aber auch Artenschutzprojekten und die Installation von Fledermauskästen wie auch die Planung von Aussichtstürmen. Zur Zusammenarbeit mit dem Bund Naturschutz bei Pflanzaktionen betonte Dagmar Seewaldt-Bösl: „Es spricht nichts gegen eine Unterstützung, man sollte sich nur nicht in die Quere kommen“.

Zudem gebe es regionale Unterschiede bei der Zusammenarbeit mit Landschaftspflegeverbänden und Bund Naturschutz und man dürfe den Verbänden bei Förderungen „nicht dazwischenkommen“.

Wegesicherungspflicht, Haftungsfragen aber auch eventuelle Sperrungen von Wanderwegen wurden zum Thema Mountain-Biker in Naturparken angesprochen. Dies in geordnete Bahnen zu bringen, sehe sie als ein Landesthema, so die Vertreterin der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung der Oberpfalz. Angesprochen wurde auch die Wegebeschilderung, die an Pfosten und nicht an Bäumen anzubringen sei. Weiter die Gestaltung von Ausstellungen, Messen und Infoständen.

Die Teilnehmer am ersten Naturpark-Rangertreffen in der Oberpfalz mit dem Vorsitzendenden des Naturparks Hirschwald, Bürgermeister Markus Dollacker, der bei der Regierung der Oberpfalz für die Förderung der Naturparke zuständigen Dagmar Seewaldt-Bösl (vorne von rechts), der Geschäftsführerin Isabel Lautenschlager und Ranger Christian Rudolf (vorne von links) vom Naturpark Hirschwald. Foto: Hubert Söllner
Die Teilnehmer am ersten Naturpark-Rangertreffen in der Oberpfalz mit dem Vorsitzendenden des Naturparks Hirschwald, Bürgermeister Markus Dollacker, der bei der Regierung der Oberpfalz für die Förderung der Naturparke zuständigen Dagmar Seewaldt-Bösl (vorne von rechts), der Geschäftsführerin Isabel Lautenschlager und Ranger Christian Rudolf (vorne von links) vom Naturpark Hirschwald. Foto: Hubert Söllner

Wie auch die Zusammenarbeit mit Naturparkschulen, Kindergärten, Jugendgruppen, Umweltstationen und Fischereivereinen sowie die Mitarbeit an Ferienprogrammen.

Nach einer kurzen Mittagspause folgte eine von Ranger Christian Rudolf geführte Exkursion durch den Naturpark Hirschwald. Sie führte von Ensdorf zum Kalksteinbruch Vilshofen, wo dessen Geologie, Lage und Klima thematisiert wurde, auf dem Fünf-Flüsse Rad- und Wanderweg vorbei am Fledermaus-Projekt des Naturparks Hirschwald. Weiter nach Schmidmühlen, wo die Gewässer-Ökologie der Vils und vor allem der Lauterach aufgezeigt wurde. Bei der Ruine Roßsteiln wurde Campen und Feuermachen im Wald durch den Ranger demonstriert, bei der Forstdienststelle Taubenbach der Biberbau besichtigt.

Unterwegs im Tourismusmagnet

Am derzeit renovierten historischen Torhaus in Hirschwald wurde die jagdliche Geschichte des Hirschwalds aufgezeigt und anschließend der Touristenmagnet Waldhaus mit Wildschweingehege, das wegen der Schweinepest mit einem zweiten Zaun versehen wurde, angefahren. Weiter ging die Fahrt zum Genussort Erlheim und über Ursensollen nach Kastl. Hier wurde die durch Künstler Hanna Regina Uber und Robert Diem geschaffene Kunstwanderwegstation besichtigt und die Klosterburg, die Polizeihochschule werden wird, angesprochen.

Nach Besichtigung des Fledermausturms in Kastl ging es im Lauterachtal vorbei an Trockenmagerrasen nach Hohenburg, wo mit Johannes Pirner das Fledermaushaus besichtigt wurde. Mit einem gemeinsamen Essen im Hohenburger Rathaussaal ging das erste Naturpark-Rangertreffen in der Oberpfalz zu Ende.

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