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Theater

Sogar die Kanzlerin war da

Seehofer, Söder, Stoiber und Merkel: Bei der achten Amberger Lachnacht strapazierten sie die Muskeln des Publikums.
Von Gerd Spies

  • Der ehemalige bayerische Ministerpräsident und jetzige Innenminister Horst Seehofer gab sich persönlich die Ehre bei der Amberger Lachnacht. Foto: Spies
  • Die Bundeskanzlerin, wie man sie kennt, mit Jackett und Raute. Foto: Spies

Amberg.Es durfte wieder gelacht werden im ausverkauften Amberger Stadttheater! Schließlich war wieder die Amberger Lachnacht, die inzwischen achte Ausgabe. Zwei ehemalige und der aktuelle Bayerische Ministerpräsident boten allerhand und forderten die Lachmuskeln heraus.

Wolfgang Krebs, der Großmeister der Parodie war eingeladen, und damit natürlich auch die Protagonisten der bayerischen Landespolitik in den letzten Jahrzehnten, Markus Söder und seine beiden Vorgänger Horst Seehofer und Edmund Stoiber. Schließlich ist ja jetzt Wahlkampf, und da boten die Politiker viel Stoff für den Kabarettisten. Sogar die Bundeskanzlerin persönlich schaute vorbei. Ihre Verständnisprobleme ob der bayerischen Sprache sorgten für Lachsalven im Publikum.

Teresa Rizos zum Vorglühen

Quasi als „Warm up“ oder, wie die junge Generation sagen würde, zum „Vorglühen“ stand Teresa Rizos mit ihrer Quetsch’n auf der Bühne. Die junge bayerische Schauspielerin bestach nicht nur durch ihr großes musikalisches Talent, sondern auch durch ihren skurrilen Humor. Als ihr Bühnen-Ego Franzi Riedinger entführte sie das Publikum charmant hintersinnig in eine weiß-blaue Welt, in der scheinbar alles in Ordnung ist. Lächelnd erzählte sie von ihrer einäugigen Mutter und von der Zyankali-Kapsel in ihrer Brotzeitbox. Dass sie den Saal zum Jodeln brachte, war schon allererste Sahne.

Amberger Lachnacht

  • Serie:

    Bereits zum achten Mal fand die Amberger Lachnacht, eine Mischung aus Comedy und Kabarett, statt. 2011 wurde sie von der Amberger Wirtschaftsförderung gemeinsam mit dem Kulturreferat ins Leben gerufen.

  • Wohltätiger Zweck:

    Gewerbebau-Chef Karlheinz Brandelik erklärte bei der Begrüßung, dass die gesamten Einnahmen einem wohltätigen Zweck zugeführt werden.

Drei Bayerische Ministerpräsidenten, dazu die Kanzlerin persönlich, perfekt inszeniert von einer einzigen Person, und das mitten im bayerischen Wahlkampf, kein Wunder, dass da die Lachmuskeln strapaziert wurden. Horst Seehofer, Markus Söder und Edmund Stoiber liefern aber auch derzeit Steilvorlagen für Wolfgang Krebs.

Stoiber aus Krebs’ Mund

Dabei ist der ehemalige Ministerpräsident Edmund Stoiber dem Schauspieler wie auf den Leib geschneidert. Die Stoiber in den Mund gelegten sprachlichen Kalauer sind die Highlights des Abends. Dass das Publikum vom Mann aus „Hausratswolfen“ mit „Sehr geehrte Freunde und Damen“ begrüßt wird, sah es ihm nach. Natürlich durften Abwandlungen aus seiner legendären Rede zum Transrapid, der die Fluggäste in zehn Minuten vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen bringen sollte, nicht fehlen. In weniger als zehn Minuten die „Reaktivitätstheorie“, erfunden von dem „Mann mit dem Oscar“, erklären zu wollen, da mussten „die Alarmschrillen klirren!“.

Lesen Sie auch den Bericht über die Amberger Lachnacht 2017.

„Es gibt nichts Schöneres als in Bayern beleidigt zu werden“, z. B. vom Franz, dem „Suffbeidl“, fand die Bundeskanzlerin bei ihrem Besuch. Natürlich mit einer knallig-farbigen Merkel-Jacke, natürlich mit den zur klassischen Raute geformten Hände, bei Wolfgang Krebs passt jedes Detail, jede Pointe. Als Ergebnis der anstehenden Landtagswahl fürchtet er, in eine weitere Rolle schlüpfen zu müssen. „Vielleicht brauch’ ich nach der Wahl eine Perücke von Hubert Aiwanger!“

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