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Region Amberg
Donnerstag, 21. Juni 2018 28° 3

Kirche

Sonne lacht für die Pilgernden

Zahlreiche Gläubige zogen auf den Kreuzberg bei Schmidmühlen, um hier gemeinsam das Dreifaltigkeitsfest zu feiern.

  • Diakon Anton Fütterer aus Amberg (links) hielt die Festpredigt beim Gottesdienst zum Dreifaltigkeitsfest; rechts neben ihm der Schmidmühlener Pfarrer Werner Sulzer. Fotos: abu
  • Betend zogen die Gläubigen von der Pfarrkirche zum Kreuzberg.

Schmidmühlen.. Alljährlich begeht die Pfarrei Schmidmühlen am Sonntag nach Pfingsten das Dreifaltigkeitsfest auf dem Kreuzberg, Prediger war Diakon Anton Fütterer aus Amberg. Der Gottesdienst wurde von der Blaskapelle „St. Ägidius“ musikalisch umrahmt.

Einmal im Jahr, am Dreifaltigkeitsfest, wird auf dem Kreuzberg im größeren Rahmen Messe gefeiert. Grund genug für viele auswärts wohnende Schmidmühlner, ihre alte Heimat zu besuchen. Zum traditionellen „Kreuzbergfest“ lachte die Sonne und zahlreiche Pilger besuchten den Berg. Von der Pfarrkirche ging die Prozession zur Kreuzbergkirche. Der Festgottesdienst vor der Grotte wurde von Pfarrer Werner Sulzer gefeiert.

Pfarrer Werner Sulzer begrüßte die zahlreichen Pilger am Kreuzberg bei strahlendem Sonnenschein. Sein besonderer Gruß galt den Fußwallfahrern aus Adertshausen und Hohenfels, die laut Gelübde jeweils zum Kreuzberg pilgern. „Wahrlich ein schöner Tag, an dem wir das Kreuzbergfest gemeinsam feiern können„, sagte Pfarrer Werner Sulzer.

Leben Jesu als Vorbild

In seiner Festpredigt sagte Diakon Anton Fütterer, das heutige Evangelium habe eine sehr merkwürdige Geschichte erzählt. Irgendwie passe sie nicht zum Dreifaltigkeitssonntag. Jesus kommen zehn Aussätzige entgegen, nur einer werde geheilt. Man könne diese Geschichte als Trostgeschichte lesen; sie sagte den Christen damals und auch heute, wenn es nicht so gut läuft mit der Kirche: „Schaut her auch bei Jesus hat nicht immer alles geklappt. Man könne aber die Erzählung auch anders lesen, als Geschichte über die Dankbarkeit. Dankbarkeit sei eine Sache des Herzens und habe wenig mit Verstand zu tun. Der Berührungspunkt von Gefühl und Verstand sei das Staunen, das den Menschen von heute abhandengekommen sei.

Man nehme Dinge für selbstverständlich, die nicht selbstverständlich sind. Ein Blick in die Welt lehrt anderes: Viele Menschen hätten kein warmes Bett, keinen Strom, kein Wasser und so weiter. „Wir leben seit 70 Jahren in Frieden. Auch das ist nicht selbstverständlich, das ist ein Geschenk, das wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen dürfen“, so Fütterer.

Das Staunen müsse eine Grundhaltung des Lebens werden. Mit dem Wundern, dem Staunen beginne das Nachdenken. Das Gute, Schöne werde allzu leicht übersehen und vergessen. „Wofür soll ich dann am Abend dankbar sein?“, fragte der Prediger die Gläubigen.

Bergfest nach dem Gottesdienst

Der Abschluss des festlichen Gottesdienstes war das gemeinsame Lied „Großer Gott wir loben Dich“.

Nach dem Gottesdienst spielte die Blaskapelle St. Ägidius ein Standkonzert für die Besucher, denn es hatten sich sehr viele auf den Tischen und Bänken niedergelassen, um sich eine „Bergmaß“ und frische Bratwürste vom Rost zu kaufen. Verantwortlich dafür war wieder die Kirwagemeinschaft Schmidmühlen.

Viele genossen auch vom Kreuzberg aus den Ausblick ins Vils- Lauterachtal oder in ihre ehemalige Heimat, die sich nun im Truppenübungsplatz befindet.

Tradition der Wallfahrt:

Die barocke Wallfahrtskirche der Heiligen Dreifaltigkeit auf dem Kreuzberg wurde 1697 erbaut.

Entstanden ist die Kirche durch ein Gelübde nach einer verheerenden Viehseuche in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Der Kreuzberg befindet sich heute im Gebiet des Truppenübungsplatzes Hohenfels. 1969 konnte der Schmidmühlener Pfarrer Otto Gillitzer ihn zurückerwerben. (abu)

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