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Gesundheit

Sorge um Erhalt der Krankenhäuser

In unmittelbarer Umgebung des Landkreises Amberg-Sulzbach ist das Krankenhaussterben greifbar geworden.

St. Anna Krankenhaus  Foto: Adrian Zimmermann
St. Anna Krankenhaus Foto: Adrian Zimmermann

Sulzbach-Rosenberg. „Wir sind ganz nah am Ziel“, schwärmt Vorstand Klaus Emmerich vom Kommunalunternehmen „Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach“. „Wenn wir 50 000 Unterschriften erreichen, fahren wir nach Berlin und überreichen die Unterschriften Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.“ Aktuell sind es registrierte 46 268 Unterstützende auf der Homepage des Initiators Dr. Rainer Hoffmann, der um die Existenz der Klinik Rothenburg, Krankenhaus des Klinikverbunds ANregiomed bangt.

Aber auch in unmittelbarer Umgebung des Landkreises Amberg-Sulzbach ist das Krankenhaussterben greifbar geworden: Das Krankenhaus Hersbruck hat am 31. Mai 2019 geschlossen, das Krankenhaus Waldsassen hat am 30. Juni 2019 das Angebot der Akutmedizin aufgegeben, die Krankenhäuser in Vohenstrauß und Parsberg kündigen eine Schließung an. So kann das nicht weiter gehen, betont Vorstand Klaus Emmerich.

Aktuell eine Gefährdung

Ist das St. Anna Krankenhaus gefährdet? Definitiv nein, beantwortet Emmerich diese Frage. Immer wieder werde er mit dieser Sorge konfrontiert, aber diese Möglichkeit schließe er aus, für Sulzbach-Rosenberg und auch für die St. Johannes Klinik in Auerbach. Landkreis und Verwaltungsrat stehen voll hinter den beiden Krankenhäusern und unterstützen sie mit Millionenbeträgen – sonst wäre die hohe Qualität in den Landkreiskrankenhäusern nicht zu leisten. Auch der Bayerische und Deutsche Landkreistag richteten scharfe Appelle an die Bundes- und Landesregierung, um den Erhalt kleiner Krankenhäuser sicherzustellen. Vorstand Emmerich ist es ganz wichtig, auf die Unterstützung des Landkreises hinzuweisen: „Für den Landkreis Amberg-Sulzbach sind die beiden Standorte Sulzbach-Rosenberg und Auerbach alternativlos! Ich kann mich über die Ermutigung des Landrats Richard Reisinger, des Verwaltungsrats, der Bürgermeister und aller Kreisräte glücklich schätzen – sie könnte nicht besser sein!“

Das erkenne man auch an dieser einmaligen Solidaritätsaktion! An der Petition „Stoppt das Krankenhaussterben im ländlichen Raum“ beteiligen sich das Landratsamt Amberg-Sulzbach, die Rathäuser der Gemeinden Amberg-Sulzbach, die beiden Krankenhäuser sowie etliche Pflegeheime, Arztpraxen, Apotheken und Firmen. Jede Stimme ist wichtig.

Und man sei stolz: Der Landkreis Ansbach, in dem die bundesweite Petition entstanden ist, nimmt Rang 1 bei der Sammlung der Unterschriften ein. Der Landkreis Amberg-Sulzbach steht mit registrierten 4.061 Unterschriften bundesweit auf Rang 2. Dabei haben wir noch ca. 800 Unterschriften in unserem Sekretariat liegen, und viele Gemeinden sammeln fleißig weiter.

Neue Strukturen

Solange Kommunen frei über den Fortbestand ihrer Krankenhäuser entscheiden können, stünden die Krankenhausstandorte in Sulzbach-Rosenberg und Auerbach nicht zur Debatte. Vor wenigen Wochen wurde aber über die ARD-Sendung „Krankenhäuser schließen – Leben retten“ und die Bertelsmann-Studie berichtet, in der 600 statt bundesweit 1942 Krankenhäuser gefordert werden. Die Autoren der Studie fordern den Bundesgesundheitsminister und die Landesgesundheitsminister auf, eine Mindestzahl an Fachabteilungen und Strukturen für einen Weiterbetrieb von Krankenhäusern vorzuschreiben. Der NRW-Gesundheitsminister Laumann hat bereits angekündigt, neue Krankenhausstrukturen vorzuschreiben und damit die Kliniklandschaft in seinem Bundesland zu bereinigen, Bundesgesundheitsminister Spahn hat die NRW-Gesundheitsinitiative begrüßt. Allerdings ist NRW ein Ballungsgebiet. Im Flächenland Bayern darf dies nicht geschehen. Genau deshalb sei die Beteiligung der Bevölkerung im Landkreis Amberg-Sulzbach so wichtig, so Emmerich..

Forderung

  • Kleinere Krankenhäuser.

    Sie seien hier von großer Bedeutung und dürfen nicht geschlossen werden, da beim derzeit herrschenden Ärztemangel die medizinische Versorgung der Bevölkerung durch Haus- und Fachärzte nicht überall gewährleistet ist. Auch der ländliche Raum habe ein Anrecht auf eine gute Krankenhausversorgung!

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