MyMz
Anzeige

Delegiertenwahl

SPD soll auf junge Leute setzen

Der SPD-Stadtverband Amberg hatte zur turnusmäßigen Mitgliederversammlung in die „Alte Kaserne“ eingeladen.
Von Rolf-Dieter Reichert

MdL Franz Schindler, SPD-Stadtverbands-Vorsitzender Martin Seibert, Dieter Weiß und Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth (von links)Foto: arr
MdL Franz Schindler, SPD-Stadtverbands-Vorsitzender Martin Seibert, Dieter Weiß und Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth (von links)Foto: arr

Amberg.SPD-Ortsvorsitzender Martin Seibert eröffnete die Versammlung und begrüßte die Anwesenden. Zu wählen waren fünf Delegierte zur UB-Europakonferenz für die Europawahl 2019 am 21. September 2018. Martin Seibert sprach kurz den Zustand der „Stadtregierung“ an. Er könne sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Parteipolitik in Amberg im Moment vor der Politik für die Stadt und die Bürger Vorrang habe. Ein Beispiel sei die verfahrene Situation um den Pioniersteg. Eigentlich schon mit Mehrheit beschlossen, habe sich nichts getan und auf Nachfrage der SPD sei jetzt auf einmal die Regierung der Oberpfalz daran schuld, dass nichts vorangehe. Er hätte sich von der Stadtverwaltung zumindest eine Information im Rat gewünscht, bevor nun dieses Desaster an die Öffentlichkeit getragen wurde.

Während der Wahl sprach die Fraktionsvorsitzende der SPD in Amberg, Birgit Fruth. Sie bemängelte die schlechte Zusammenarbeit unter den Parteien im Stadtparlament. Die CSU scheine für die anstehende Landtagswahl mit allen Mittel zu kämpfen. Auch Schläge unter die Gürtellinie seien auf einmal erlaubt. Nichts sei mehr mit der vereinbarten Zusammenarbeit für die Stadt und ihre Bevölkerung.

Kritik an der CSU

Eigennutz stehe seit einiger Zeit bei der CSU im Vordergrund. Beispiele seien die teilweise schon mit Mehrheit getroffenen Vereinbarungen, die auf einmal wieder zur Diskussion gestellt werden, als ob es nie eine Abstimmung gegeben hätte. Auch Fruth sprach den Pioniersteg an. Es könne nicht sein, dass die beteiligten Parteien durch die Stadtverwaltung per Zeitungsbericht „informiert“ werden. Zudem kritisierte sie die zum Altstadtfest zahlreichen aufgerissen Straßen in Amberg. Neben den bekannten Problemen „Neue Münze“ und „Bürgerspital“ würden dauernd neue Probleme akut, so Fruth. Die Informationspolitik und die Zusammenarbeit in der Stadtverwaltung müsse dringend verbessert werden.

Delegiertenwahl

  • Modalitäten:

    Zur Delegiertenwahl wurden fünf Personen genannt, drei von den genannten stellten sich persönlich zur Wahl, Hannelore Zapf und Heinz Netta haben ihr Einverständnis schriftlich gegeben.

  • Delegierte:

    (Platz in der Reihenfolge) Martin Seibert, Sonja Höcherl, Martin Kleinlein, Dieter Weiß, Theresia Vahle-Röck. Heinz Netta und Hannelore Zapf sind Ersatzdelegierte.

Als Gastredner sprach MdL Franz Schindler. Der gebürtige Teublitzer ist Rechtsanwalt und Landtagsabgeordneter der SPD. Nach dem Abitur studierte Schindler Rechts- und Politikwissenschaften an der Universität Regensburg. Seitdem arbeitet er als selbstständiger Rechtsanwalt in Schwandorf. 1990 wurde er in den Stadtrat Schwandorf gewählt. Dort war er SPD-Fraktionsvorsitzender. Zudem war Schindler Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Schwandorf/Cham. Im Herbst 2000 wurde er zum Vorsitzenden des SPD-Bezirksverbands Oberpfalz gewählt. Außerdem ist Franz Schindler Mitglied im Landesvorstand der SPD Bayern. Franz Schindler ist seit 1990 Mitglied des Bayerischen Landtags für die SPD-Fraktion. Im September 2017 erklärte Schindler, bei der Wahl zum Bayerischen Landtag im Herbst 2018 nicht erneut anzutreten.

In seinem Referat sprach Schindler über die Situation der SPD im Bund und in Bayern. Seiner Meinung nach müsse die SPD vor allem auf junge Menschen zugehen und zur Mitarbeit gewinnen. Auch die Themen, die die Bevölkerung interessieren, müssten besser und vor allem deutlicher aufgearbeitet und publiziert werden. Es gehe nicht an, dass z.B. Ortsvereine zu Sitzungen per Mail einladen! Da würden keine potenziellen Neumitglieder gewonnen und auch Themen werden nur an die Mitglieder weitergetragen. Das müsse sich ändern. Zur SPD beklagte er, dass es traurig sei, dass der Zuspruch zur SPD so gering ausfalle.

Ältester Verband der Oberpfalz

Aber die SPD sei noch lange nicht am Ende. In den 150 Jahren des Bestehens der Partei – in Amberg jährt sich das Bestehen der SPD auch bald 150 Mal, als ältester Stadtverband in der Oberpfalz – gab es viel Auf und Ab. Die SPD ist im 19. Jahrhundert verboten worden; im 20. Jahrhundert kam das nächste Verbot mit Verfolgung und Konzentrationslager für Mitglieder. Und jetzt im 21. Jahrhundert stehe die Partei vor dem Problem AfD, CSU, CDU und Abwanderung der Wähler. Heute überließen die Parteien mit dem C für Christlich und auch S für Soziales alles der Wirtschaft. Hier müsse die SPD schnellstmöglich Antwort finden.

Weitere Nachrichten aus der Region Amberg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht