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Bundeswehr

Stab der Panzerbrigade zieht bald um

In zwei Monaten beginnt die Verlegung der „Zwölfer“ von Amberg nach Cham. Neben der Vorfreude gibt es natürlich auch Wehmut.

Zu den Herausforderungen für die Panzerbrigade 12 gehört nicht nur die Vorbereitung der Soldatinnen und Soldaten auf Auslandseinsätze, sondern auch die Einführung des neuen Schützenpanzers „Puma“ in die beiden Panzergrenadierbataillone. Foto: Panzerbrigade 12/Moeller
Zu den Herausforderungen für die Panzerbrigade 12 gehört nicht nur die Vorbereitung der Soldatinnen und Soldaten auf Auslandseinsätze, sondern auch die Einführung des neuen Schützenpanzers „Puma“ in die beiden Panzergrenadierbataillone. Foto: Panzerbrigade 12/Moeller

Amberg.Schon lange wurde entschieden, geplant und gebaut – nun wird in der Amberger Leopoldkaserne in der Leopoldstraße verpackt. Der Stab der Panzerbrigade 12 und die Stabs- und Fernmeldekompanie ziehen in knapp zwei Monaten um. „Wir verlegen den Kopf der Brigade von Amberg nach Cham und damit wird künftig die Verantwortung für Führung und Ausbildung von etwa 4000 Soldatinnen und Soldaten mit einer Vielzahl von verschiedenen Fähigkeiten in Cham liegen“, sagt Brigadegeneral Jörg See, der Kommandeur der Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“.

Große Herausforderungen

In den Jahren 2018 bis 2020 seien zahlreiche verschiedene Aufträge zu erfüllen. „Die Kernaufgabe der Brigade dabei ist und bleibt die bestmögliche Vorbereitung unserer Soldatinnen und Soldaten auf den Einsatz, unter anderem im Kosovo und in Mali, sowie für die enhanced Forward Presence Battle Group (eFP BG) in Litauen im ersten Halbjahr 2019“, so Brigadegeneral See. Darüber hinaus gehe es um die Einführung des neuen Schützenpanzers Puma in die beiden Panzergrenadierbataillone sowie die Vorbereitung aller Truppenteile und des Brigadestabes in Cham auf mögliche Aufträge, die mit einer Vorwarnzeit von gerade einmal 30 Tagen verbunden sein können. Standardisierung, Multinationalität und intensive Vorbereitung seien dafür besonders wichtig.

Da dies alles zeitlich geplant, vorbereitet und in die Tat umgesetzt werden muss, kommt dem Umzug in diesem Jahr natürlich eine entscheidende Bedeutung zu – ein Umzug bei laufendem Motor, wie es der Brigadekommandeur ausdrückt. „Mir kommt es darauf an, dass wir durchgehend und bruchfrei alle Truppenteile führen können – Verantwortung kann man nicht für ein paar Tage oder gar Wochen aussetzen.“

Als Hintergrund nennt der Kommandeur die Neuausrichtung des Heeres. Am 26. Oktober 2011 wurden Stationierungsentscheidungen für die Verbände des Heeres getroffen. Festgelegt wurde, dass das bisher in der Nordgaukaserne in Cham stationierte Fernmeldebataillon 4 zum 31. Dezember 2014 aufgelöst und der Stab der Panzerbrigade 12 aus Amberg nach Cham verlegt wird.

Probleme durch Wasserrohrbruch

Viel Lob ernten die Mitarbeiter für ihren Einsatz beim Umzug. Foto: Panzerbrigade 12
Viel Lob ernten die Mitarbeiter für ihren Einsatz beim Umzug. Foto: Panzerbrigade 12

Die Planungen für die Infrastrukturmaßnahmen begannen bereits 2012. Die größte Baumaßnahme war das neue Stabsgebäude, um die Arbeits- und Führungsfähigkeit des Stabes sicherzustellen, so der Brigadegeneral weiter. Fast alle Abteilungen des Stabes seien in diesem Gebäude untergebracht. „Kurze Wege, große Besprechungsräume, Video-Konferenzräume werden uns das Arbeiten sehr erleichtern.“

Doch es habe auch Schwierigkeiten gegeben, wie sich der Leiter der „Arbeitsgruppe Umzug“, Oberstleutnant Stefan Schönberger, erinnert: „Im neuen Stabsgebäude hatte es einen Wasserrohrbruch gegeben. Anfangs sah es aus wie in einer Tropfsteinhöhle. 5000 Liter im zweiten Stock mussten rausgepumpt werden.“ Man habe befürchtet, dass die Verlegung der Brigade ernsthaft gefährdet sein könnte. Aber nach der „ersten Lagefeststellung“ habe man rasch aufatmen können. Es sei zwar zu einer leichten Bauverzögerung gekommen, „aber der Verlegung stand nichts im Weg“, so Schönberger. „Es läuft alles nach Plan.“

Die Panzerbrigade 12

  • Zugehörige Bataillone

    Die Panzerbrigade 12 führt sieben Bataillone: das Aufklärungsbataillon in Freyung, das Gebirgspanzerbataillon 8 und das Panzerbataillon 104 in Pfreimd, das Panzergrenadierbataillon 112 in Regen, das Panzergrenadierbataillon 122 in Oberviechtach, das Panzerpionierbataillon 4 in Bogen und das Versorgungsbataillon 4 in Roding.

  • Weitere Einheiten und Freunde

    Außerdem gehören die Stabs- und Fernmeldekompanie und die ZAW (zivilberufliche Aus- und Weiterbildung) Betreuungsstelle Regensburg dazu. Hinzu kommen enge Kooperationen mit den US-Streitkräften in Vilseck, Hohenfels und Grafenwöhr sowie mit der 4. Panzergrenadierbrigade in Linz in Österreich.

Eigentlich seien es insgesamt drei Umzüge. Schönberger nennt den Umzug der Ausbildungs- und Unterstützungskompanie 112 von Regen nach Cham, der bereits im Februar 2017 vollzogen wurde. Der zweite und dritte Baustein würden gleichzeitig über die Bühne gehen. Die Soldatinnen und Soldaten der Stabs- und Fernmeldekompanie werden mit rund 80 Personen verlegen. Und dann natürlich der Stab der Panzerbrigade 12. Etwa 350 Angehörige des Brigadekommandos werden ab Mitte April in der Bayerwald-Stadt ihren Dienst verrichten. Auch das bisher in Roding ausgelagerte Sanitätsversorgungszentrum Cham solle spätestens Herbst 2018 wieder in der Nordgaukaserne beheimatet sein.

Großer Zapfenstreich am 6. März

Der Stab der Panzerbrigade 12 wird die Leopoldkaserne im März verlassen. Foto: Archiv age
Der Stab der Panzerbrigade 12 wird die Leopoldkaserne im März verlassen. Foto: Archiv age

„Der Abschied von Amberg wird ein Schritt sein, der für viele, vor allem für Soldaten, die schon lange mit der Brigade in Amberg verbunden sind, auch mit einer ordentlichen Portion Wehmut verbunden sein wird“, weiß Brigadekommandeur See. Damit gehe in Amberg eine lange Tradition und eine gut 300-jährige Geschichte als Garnisonsstadt zu Ende. „Wir haben uns in Amberg natürlich sehr wohlgefühlt. Aber wir Soldaten schauen mit großer Zuversicht nun nach vorn. Cham wird unsere neue militärische Heimat sein und wir werden dort mit großer Freude und sehr herzlich aufgenommen – das spürt man überall“, so Jörg See.

Mit einem Großen Zapfenstreich wird sich die Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“ am 6. März würdig aus Amberg verabschieden – für die Menschen in der Region und die Soldatinnen und Soldaten sei dies ein wichtiger Tag, macht der Kommandeur deutlich.

Der Umzug werde nicht länger als eine Woche dauern, danach werde alles wieder laufen – in Cham. In Amberg werde noch eine kleine Nachhut bleiben. Bis Ende des Jahres 2018 sollen auch die übrigen Bundeswehr-Dienststellen, darunter die Feldjäger, die Leopoldkaserne verlassen haben.

„Großes Lob an all unsere Soldaten und zivilen Mitarbeiter, die die Verlegung planten und nun umsetzen. Alle ziehen an einem Strang“, würdigt Brigadegeneral See.

Die Amberger hoffen nach dem Wegzug der Panzerbrigade 12 auf Unterstützung – doch auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen konnte ihnen bei ihrem Besuch in Amberg keine Hoffnung machen.

In den Gebäuden der Leopoldkaserne, in denen früher Offiziere wohnten, entstehen Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge.

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