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Stadtrat packt Radwegenetz an

Der Ferienausschuss setzt Vorschläge des Verkehrskonzepts um. Die Räte bringen gleich vier Beschlüsse auf den Weg.
Von Gerd Spies

Die Dr.-Filchner-Straße im Dreifaltigkeitsviertel soll an beiden Straßenseiten Radfahrer-Schutzstreifen erhalten. Der Radweg links entfällt. Foto: Gerd Spies
Die Dr.-Filchner-Straße im Dreifaltigkeitsviertel soll an beiden Straßenseiten Radfahrer-Schutzstreifen erhalten. Der Radweg links entfällt. Foto: Gerd Spies

Amberg.Es tagte zwar wegen der Corona-Pandemie nicht der gesamte Stadtrat an diesem Montag im Großen Rathaussaal, sondern nur das „Not-Gremium“ Ferienausschuss. Und gleich vier Beschlüsse der Stadträte betreffen das Amberger Radwegenetz.

Schon seit 2017 gibt es ein Radverkehrskonzept für Amberg. Ein Planungsbüro aus Hannover wurde damals vom Stadtrat beauftragt, um die Mängel des Radwegenetzes zu erfassen und Lösungswege aufzuzeigen. Allerdings dümpelt das Konzept seitdem mehr oder weniger in den Schubladen der Stadtverwaltung dahin und wartet auf seine Umsetzung – auch weil bisher ein ausgewiesener Radplaner fehlte. Ende 2019 beschloss dann der Stadtrat einstimmig, 500 000 Euro im Haushalt 2020 allein für Maßnahmen zur Verbesserung das Radwegenetzes bereitzustellen. Jetzt beschloss der Ferienausschuss vier von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Maßnahmen, wobei eine davon fast die gesamte Summe der bereitgestellten Mittel verschlingt.

Bereich Dreifaltigkeitsviertel

Allein drei der nun vom Stadtrat beschlossenen Maßnahmen konzentrieren sich auf den Bereich um die Dreifaltigkeitsschule. „Wir haben bei den Maßnahmen bewusst einen räumlichen Zusammenhang gewählt“, begründet Wolfgang Babl vom zuständigen Tiefbauamt das Konzept. In der Dr.-Filchner-Straße, in der Krumbacher Straße und in der Merianstraße sollen durch das Aufzeichnen von Schutzstreifen die Vorgaben des Radverkehrskonzepts umgesetzt werden.

Zwischen der Asamstraße und der Dr.-Filchner-Straße wird die Krumbacher Straße beidseitig einen solchen Schutzstreifen für Radfahrer erhalten. Im Bereich der Bushaltestellen muss er aber unterbrochen bleiben. Da die Fahrbahnbreite dann nicht mehr die vorgeschriebenen 5,5 Meter beträgt, sondern durch die Schutzstreifen nur noch 4,75 Meter, muss der Mittelstreifen entfernt werden.

In der Merianstraße existiert bereits an der Westseite ein Radweg, allerdings als konfliktträchtiger Zweirichtungsradweg. Hier ist nun an der Ostseite ein zusätzlicher Schutzstreifen geplant, mit der Mindestbreite von 1,25 Meter, um so eine richtungstreue Radweg-Führung zu bekommen. Für jede Maßnahme wurden maximal 20 000 Euro veranschlagt.

Weit mehr Aufwand erfordert die Auflösung des ungeliebten Zweirichtungsradweges in der Dr.-Filchner-Straße. Nachdem der marode Belag des Radweges aber eh saniert werden muss, entschied man sich hier für die teure Variante, bei der die Parkplätze nicht wegfallen, sondern nur auf die Westseite der Straße verlegt werden. Auf beiden Straßenseiten sollen Schutzstreifen mit einer Breite von 1,50 Meter angelegt werden, an der Westseite mit einem zusätzlichen Abstand von 0,50 Meter zu den Parkständen. Rund 425 000 Euro wird dies kosten und damit fast den gesamten Etat im Haushalt 2020 aufbrauchen. Trotzdem befürwortete das Gremium einstimmig diese Variante, um hier nicht mit dem Verlust von Parkplätzen ein neues Problem zu schaffen. „Wenn, dann g’scheit“, brachte es SPD-Stadträtin Birgit Fruth auf den Punkt, auch wenn aufgrund der Kosten die Maßnahme in das Jahr 2021 geschoben werden müsse.

Geringere Kosten

Weit weniger wird die Errichtung eines Radwegs entlang des Kaiser-Wilhelm-Rings vom Wingershofer Tor bis zum Malteserplatz kosten. Lediglich zwei Laternen müssen umgesetzt werden, um den Einrichtungsradweg mit gleichzeitigem Gehweg hier zu installieren. Die Maßnahme bietet sich jetzt durch die gegenwärtige Baumaßnahme am ehemaligen Josefshaus an. Damit wird ein Lückenschluss erreicht.

Schutzstreifen und Radfahrstreifen

  • Radfahrstreifen:

    Diese Fahrstreifen sind den Radfahrern vorbehalten und mit einer durchgezogenen Linie vom Rest der Fahrbahn getrennt.

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