MyMz
Anzeige

Ausstellung

Steine in besonderer Farbenpracht

In einer Sonderschau des Kulturschlosses Theuern sind Turmaline zu bestaunen.
Von Klaus Högl

Ausstellungsmacher Paul Rustemeyer inmitten der Turmaline. Foto: Högl
Ausstellungsmacher Paul Rustemeyer inmitten der Turmaline. Foto: Högl

Kümmersbruck.Schon seit Jahrhunderten begeistern die selten vorkommenden bunten Turmalinvarianten Rubellit, Verdelith oder Indigolith mit ihren intensiven Farben als Schmucksteine oder Sammlungsobjekte. Aber auch die äußerlich pechschwarze Turmalinart Schörl wird farbig, wenn man sie in hauchdünne Scheiben sägt und dünn schleift.

„Ein magisches Erlebnis“ sagt Paul Rustemeyer. Eine wahre Farbenpracht verstecke sich im schwarzen Turmalin und darin liegt dann auch der „verborgene Zauber dunkler Turmaline“. So heißt die Sonderausstellung im Kulturschloss Theuern (noch bis 15. Dezember 2019). Paul Rustemeyer hat im ersten und zweiten Stock des Kulturschlosses rund 1000 Turmaline ausgestellt – grandiose und einmalige. Und ebenso brillante Bilder in den Turmalinscheiben, sie zeigten die kreative Vielfalt der Turmalinstrukturen und erlauben den ästhetischen „Genuss“ von Urbildern, die schon seit Jahrmillionen existieren, aber erst nach und nach ans Licht gebracht wurden.

Ausstellungsmacher Rustemeyer hat in drei Jahrzehnten tausende Turmalinkristalle untersucht und dabei viele spannende mineralogische Phänomene entdeckt. „Mehr oder weniger aus Zufall“, ließ er wissen: beim Aufbereiten beziehungsweise Behandeln von schwarzem Turmalin. Je dünner der Sägeschnitt, desto farbenprächtiger entpuppt sich der Inhalt eines an sich schwarzen Turmalins, die Freude bei der Entdeckung neuer ästhetischer Welten ist ihm Ansporn und Lohn zugleich. Die Ausstellung im Schloss Theuern begann mit einer 50-minütigen Einführung von Rustemeyer in die Thematik – in das Wachstum der Turmaline–, um dann nach und nach Wachstumsphänomene vorzustellen und diese mit den schönsten „turmalinArt“-Bildern zu illustrieren.

Ganz grob gesagt: Turmalinkristalle wachsen häufig in sogenannten Pegmatitgesteinen, solche Pegmatite entstehen oft gleichzeitig mit großen Granitkomplexen. Dabei dringt eine rund 800 Grad heiße, mehrere Kilometer große granitische Schmelze, man könnte auch Magma sagen, durch die Erdoberfläche. Durch Erdbewegungen in Jahrmillionen Jahren gelangen Pagmatitionsgänge an die Oberfläche, woraus sich letztlich die schwarzen Turmalinkristalle bilden.

Auch im ostbayerischen Raum gibt es viele Turmalinkristalle. Insbesondere in Granitbrüchen sind immer wieder Funde festzustellen. Zum Beispiel bei Zwiesel, bei Kirchenlamitz und in Lam. Der langjährigen Aufmerksamkeit von Mineraliensammlern ist es letztlich zu verdanken, dass viele Turmalinkristalle bei Steinbrucharbeiten, Baumaßnahmen oder als Feldfunde geborgen wurden. Bei dieser Sonderausstellung sind auch solche Stücke aus Privatsammlungen zu sehen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht