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Hobby

Strahlung stört beim Funken immer mehr

Die Amberger Funkamateure haben aber eine eigene Funkstation in ruhigem Umfeld. Wolfgang Wessely ist seit 50 Jahren dabei.

Für ihre große Leidenschaft, das Funken, haben die Mitglieder im Amberger Club hervorragende Bedingungen mit der eigenen Clubstation. Symbolfoto: Uwe Zucchi, dpa
Für ihre große Leidenschaft, das Funken, haben die Mitglieder im Amberger Club hervorragende Bedingungen mit der eigenen Clubstation. Symbolfoto: Uwe Zucchi, dpa

Amberg.Turnusgemäß trafen sich die Amberger Funkamateure zu ihrer jährlichen Hauptversammlung, in diesem Jahr satzungsgemäß mit Neuwahl. Deren Ergebnis zeigte erneut, dass die Mitglieder mit der bisherigen Vorstandschaft mehr als zufrieden waren, so eindeutig war das Ergebnis.

Vorsitzender Manfred Heisel dankte zunächst seinen Freunden und Vorstandskollegen Franz-Josef Heimerl, Helmut Appel, Wolfgang Wessely und Franz Ebert für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Der Rückblick fiel wegen der zahlreichen und vielschichtigen Aktivitäten im Ortsverband recht umfangreich aus. Dank galt Michael Lehner und Sepp Hollweck für deren Landschaftspflege auf dem Vereinsgelände. Für den Katastrophenfall wäre man in Amberg durch regelmäßige Notfunkübungen gut ausgebildet. Der OV Amberg beteilige sich regelmäßig am Ferienprogramm der Stadt. Der „Sendung-mit-der-Maus“-Türöffner-Tag mit dem WDR fand diesmal auf dem Hohen Bogen statt.

Dank vieler Helfer werden die Clubstation und das Gebäude samt Equipment und Antennen laufend gewartet und in einem technisch sehr guten Zustand gehalten, so Heidel. Auf dem 70-cm-Band würden Relaisfunkstellen betrieben, um auf UKW den Landkreis auch mit Handfunkgeräten abzudecken. Über eine inzwischen digitale Variante würden experimentell Erfahrungen gesammelt. Heisel erwähnte ferner regelmäßige Treffen an der Clubstation sowie Vortragsreihen.

Hohes Lob für Empfangsstation

Bezirksvorsitzender Peter Frank und der wiedergewählte OV-Amberg-Vorsitzende Manfred Heisel gratulierten Wolfgang Wessely ebenso wie stellvertretender Vorsitzender Franz-Josef Heimerl und Schatzmeister Helmut Appel (von links). Foto: aww
Bezirksvorsitzender Peter Frank und der wiedergewählte OV-Amberg-Vorsitzende Manfred Heisel gratulierten Wolfgang Wessely ebenso wie stellvertretender Vorsitzender Franz-Josef Heimerl und Schatzmeister Helmut Appel (von links). Foto: aww

Prof. Dr. Thomas Kölpin und Dipl.-Ing. Bernd Wiesgickl betreiben eine VLF-Anlage (VeryLowFrequency) und halten zurzeit den Entfernungs-Weltrekord auf diesen Frequenzen. Die Amberger Clubstation ist wegen ihrer Empfindlichkeit, Störungsarmut und Vielseitigkeit von der internationalen VLF-Gemeinde als beste deutsche Empfangsstation anerkannt, so Heisel.

Er bedauerte aber, dass die Frequenzen insgesamt zunehmend unbrauchbar würden. Zuhause im dicht bewohnten Gebiet habe es mittlerweile wenig Sinn, dem Hobby nachzugehen – so stark seien die Störungen, die durch abstrahlende Geräte der Unterhaltungselektronik in der Nachbarschaft das empfindliche Equipment der Funkamateure oft unbrauchbar machen. Die Amberger hätten aber das Glück, eine vereinseigene Clubstation optimiert zu haben, wo das Umfeld störungsmäßig „sehr ruhig ist“.

Den Kassenbericht gab Helmut Appel, Florian Schmid blickte auf die Jugendarbeit zurück, die Ausbildung obliegt Heinz Schöpf. Berichte gaben der Not- und Katastrophenfunkbeauftragte Norbert Haas und der Clubstation-Verantwortliche Thomas Höppe, der die Technik dort „hervorragend organisiert und managt“, so Heisel.

Peter Hauselt würdigte die umsichtige und vertrauensvolle Arbeit der Führungsmannschaft, insgesamt aber das exzellente Verhältnis im Verein mit seinen 80 Mitgliedern. Der OV Amberg habe auch im Landkreis eine stattliche Anzahl an Mitgliedern und nach wie vor auch solche, die zwar schon lange aus der Region weggezogen sind, aber immer noch ihrem Amberger Funkverein treu geblieben sind.

Der Beginn: Kosmos Radiomann

Für 50 Jahre Mitgliedschaft ehrte der Bezirksvorsitzende im Deutschen-Amateur-Radio-Club (DARC), Peter Frank, Wolfgang Wessely. Dieser hatte in den vergangenen Jahrzehnten diverse Ämter im DARC-Dachverband inne und stand auch im Bezirksvorstand zur Verfügung.

Wessely erinnerte sich dankbar daran, dass ihm seine Eltern seinerzeit als 15-Jährigen den inzwischen legendären „Kosmos Radiomann“ zu Weihnachten geschenkt hatten und somit den Grundstein dafür legten, dass er sich für Technik, Elektronik und Funkwellenausbreitung begeistere. Den Radio-Baukasten aus den 1960-er Jahren hüte er fast als Reliquie. Bereits mit 16 Jahren erhielt er nach erfolgreich abgelegter Prüfung bei der Oberpostdirektion Regensburg die Amateurfunklizenz.

Auf Kurzwelle um die Welt

Zu dieser Zeit wurde noch alles selber gebaut, größtenteils aus alten Röhrenradioteilen, allmählich kam die Transistortechnik, so Wessely. Seine Leidenschaft gehöre nach wie vor der Telegrafie, dem Morsen, und damit ging’s auf Kurzwelle rund um die Welt. In der Liste seiner erreichten Inseln und Länder fehle ihm nur noch Nord-Korea. Dort sei aber Amateurfunk verboten, was weltweit einmalig sei.

Wessely äußerte sich glücklich, dass er durch sein Hobby zum Ortsverband Amberg gelangt sei und dort mit vielen Gleichgesinnten an einem gemeinsamen Strang zugunsten der Technik und des Amateurfunks im Amberg-Sulzbacher Raum ziehen darf.

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