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E-Mobilität

Strom tanken wird einfacher

17 Kommunen des Landkreises Amberg-Sulzbach ziehen an einem Strang. Sie bauen gemeinsam ein Netz aus Ladesäulen auf.
Von Gerd Spies

Die Bürgermeister der 17 Gemeinden freuen sich mit Landrat Richard Reisinger, Prof. Dr. Stephan Prechtl (Stadtwerke) und Ambergs Bürgermeister Michael Cerny auf (Bildmitte) auf den Aufbau einer Ladeinfrastruktur in der Region. Foto: Gerd Spies
Die Bürgermeister der 17 Gemeinden freuen sich mit Landrat Richard Reisinger, Prof. Dr. Stephan Prechtl (Stadtwerke) und Ambergs Bürgermeister Michael Cerny auf (Bildmitte) auf den Aufbau einer Ladeinfrastruktur in der Region. Foto: Gerd Spies

Amberg-Sulzbach.Zu diesem Termin fuhren gleich mehrere Bürgermeister ohne das vertraute Motorengeräusch vor: Sie waren mit ihrem E-Auto gekommen, passend zum Thema des Treffens. 17 Gemeinden des Landkreises Amberg-Sulzbach trafen sich zum offiziellen Start ihres E-Mobilitätskonzepts unter dem Dach der eigens dafür ins Leben gerufenen InAS (Infrastruktur Amberg-Sulzbach) GmbH. Passend auch der Treffpunkt: die Amberger Stadtwerke als Energieversorger.

Dass die E-Mobilität hierzulande nur schleppend vorankommt, machen die Zulassungszahlen von E-Autos deutlich: Nicht einmal 100 Fahrzeuge, die ihre Energie aus der Steckdose ziehen, waren im vergangenen Jahr im Landkreis Amberg-Sulzbach zugelassen. Knackpunkt ist laut Umfrage die nach wie vor unzureichend ausgebaute Ladeinfrastruktur. Deshalb haben sich jetzt 17 Städte, Gemeinden und Märkte im Landkreis Amberg-Sulzbach zusammengeschlossen, um gemeinsam mit der InAS ein Netz von Ladesäulen aufzubauen.

Alle 17 Kommunen stellten im Rahmen des gemeinsam verfassten Elektromobilitätskonzepts einen Antrag zur Förderung der Ladeinfrastruktur. „Die meisten der beteiligten Gemeinden haben jetzt bereits ihren Förderbescheid erhalten“, informierte Erwin Geitner, Bürgermeister von Rieden und zugleich Geschäftsführer der InAS. Alle Gemeinden haben nun ein halbes Jahr Zeit, die Förderung umzusetzen.

Konzept für Elektromobilität

Vor gut einem Jahr hatten der Landkreis Amberg-Sulzbach und das ZEN (Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit) in Ensdorf ein Elektromobilitätskonzept für den Landkreis erstellen lassen. Die beiden Fachleute in Sachen E-Mobilität, Matthias Groher vom Institut Neue Mobilität, und Hardy Barth, dessen Unternehmen in Schwend sich auf Ladesäuleninfrastruktur spezialisiert hat, stellten vor fast genau einem Jahr den Kommunalvertretern das Ergebnis ihrer Bedarfsanalyse vor. Danach sollten in jeder Gemeinde des Landkreises künftig zwei bis vier Ladesäulen für Autos stehen.

Das bietet die InAS

  • Aufgabe:

    Die InAS als Partner der Kommunen übernimmt als Betreibergesellschaft die kaufmännische und technische Betriebsführung der E-Ladesäulen.

  • Abrechnung:

    Eine Ladekarte soll die Beträge speichern, die der Besitzer einfach per Kreditkarte bezahlt. Die Abrechnung erfolgt dann über die InAS.

  • Vorteil:

    So soll für den Kunden ein unkompliziertes Tanken ermöglicht werden und die Kommune muss sich nicht um die finanzielle Abwicklung kümmern.

„Uns freut die Zusammenarbeit der Gemeinden, denn wir haben mit der E-Mobilität nur dann eine Chance, wenn wir sie in die Fläche bringen“, erklärte Amberg-Sulzbachs Landrat Richard Reisinger beim Treffen der beteiligten Bürgermeister. Mit der Tatsache, dass 17 der 27 kreisangehörigen Kommunen nun konkret Ladeinfrastruktur anbieten wollen, werde, so Reisinger, der Grundstein für moderne Mobilitätsformen in der Region gelegt. Das Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat Anfang vergangenen Jahres das Förderprogramm „Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ aufgelegt. 50 Prozent Förderung erhalten aus diesem Topf die Kommunen, wenn sie hier investieren.

„In der Region für die Region!“ So lautet der Grundgedanke der Infrastrukturgesellschaft InAS GmbH, erklärte Geschäftsführer Geitner. In ihr haben sich die kreisfreie Stadt Amberg und 17 Landkreisgemeinden – Ammerthal, Auerbach, Birgland, Ensdorf, Hahnbach, Hirschau, Hohenburg, Freudenberg, Kastl, Königstein, Kümmersbruck, Neukirchen, Poppenricht, Rieden, Schmidmühlen, Schnaittenbach und Vilseck – zusammengeschlossen.

Gute Zusammenarbeit

„Wir brauchen neben der Lademöglichkeit in der eigenen Garage eine ergänzende Infrastruktur“, betonte Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny. Der Zusammenschluss der Landkreisgemeinden mit der Stadt zur Infrastrukturgesellschaft sei ein hervorragendes Beispiel, wie interkommunale Zusammenarbeit funktionieren kann. Mit einem flächendeckenden Netz an Lademöglichkeiten für Elektroautos werde es jetzt sicher leichter, sich für den Kauf eines umweltfreundlichen E-Autos zu entscheiden, war er überzeugt.

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