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Region Amberg
Dienstag, 17. Juli 2018 28° 4

Konzert

Swing der 1930er und 1940er fesselte

Für einen beeindruckenden Konzertabend sorgte das Glenn Miller Orchestra mit vielen Evergreens im Amberger Stadttheater.
Von Karin Hegen

Das Glenn Miller Orchestra unter Leitung von Wil Salden begeisterte das Amberger Publikum. Foto: Hegen
Das Glenn Miller Orchestra unter Leitung von Wil Salden begeisterte das Amberger Publikum. Foto: Hegen

Amberg.Momentan ist Faschingszeit, die mit den verschiedensten Bällen Lust auf Musik und Tanz macht. Doch gibt es da auch noch diejenigen, die sich nicht in den närrischen Trubel stürzen, sondern eher gutes Entertainment schätzen.

Zurückversetzt in die Musik der Dreißiger und Vierziger Jahre wippen am Samstagabend im Amberger Stadttheater am Schrannenplatz nicht nur die Füße der älteren Konzertbesucher, sondern die aller. Mit dem aktuellen Programm „Jukebox Saturday Night“ gelingt es dem Niederländer Wil Salden mit seinem Glenn Miller Orchestra vom ersten Ton an, die Zuhörer auf ihren Sitzen zu fesseln.

Gerne schließt dabei der eine oder andere Besucher die Augen, um in seiner Fantasie Paare mit Petticoats und Schmalztolle herumwirbeln zu sehen. „Die Jukebox war damals wichtig für die jungen Leute“, erzählt der Leiter, der seit 33 Jahren und „statistisch 4780 errechneten Auftritten“ durch Europa tourt. Mit bekannten Swingklassikern lässt er die alten Zeiten mit deren Musikgeschmack aufleben.

Seine Besetzung besteht aus je vier Trompetern und Posaunisten, fünf Herren am Saxofon, einem Schlagzeuger, Bassisten und Sängerin – an diesem Abend ist es Ellen Bliek. Jeder Musiker ist auch ein fabelhafter Solist, kommt abwechselnd nach vorne ans Mikrofon und wird vom Publikum im Stadttheater begeistert mit Szenenapplaus belohnt.

Das Orchester

  • Gründung

    Vor mehr als 75 Jahren wurde das Glenn Miller Orchestra gegründet. In der Nachfolge Glenn Millers, der 1944 verstorben ist, übernahmen Tex Beneke und eine Reihe anderer, stets herausragender Orchesterchefs die Leitung dieser Big Band.

  • Wil Salden

    Am 16. März 1990 übertrug der Präsident der Glenn Miller Productions Davis Mackay Jr. schließlich dem Niederländer Wil Salden die Leitung des Glenn Miller Orchestras für Europa. Er hat das Original-Notenmaterial aufgespürt und konnte so die authentischen Arrangements Millers übernehmen.

Mit Witz und Charme spielt sich das sympathische Ensemble durch einen Bruchteil des so umfangreichen Repertoires ihres berühmten Namensgeber. „Gute Nacht, das war’s dann, wenn wir alles von Glenn Miller spielen“, moderiert der Leader Wil Salden mit leicht holländischem Akzent. Und erzählt den Zuhörern auch, dass es nur eine Komposition von diesem selbst gibt – „Moonlight Serenade“. Ansonsten seien sämtliche auf der ganzen Welt bekannten und beliebten Stücke des Meisters unter anderem von Cole Porter, George Gershwin oder Tschaikowsky in seinem typischen Sound arrangiert worden.

Alias Frank Sinatra greift Wil Salden singend zum Mikrofon, Ellen Bliek lässt in einer Hommage Ella Fitzgerald auferstehen und auch drei weitere Bläser sind stimmlich und nicht nur auf ihren Instrumenten virtuos. Gegen Ende des mitreißenden Abends steigern die Musiker beim „Chattanooga choo choo“ mit schauspielerischem Talent ihr Programm und daher ist es kein Wunder, dass das Glenn Miller Orchestra ohne Zugabe nicht von der Bühne darf.

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