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Ehrung

Technik fasziniert den Meister

Richard Dogan aus Emhof ist der beste Mechatroniker für Kältetechnik. Schon als Kind beschäftigte er sich mit Reparaturen.
Von Josef Popp

  • Bei der Firma AKÜ in Amberg arbeitet der junge Meister als Projekt- und Ausbildungsleiter. Foto: Josef Popp
  • Bürgermeister Peter Braun gratuliert Richard Dogan aus Emhof zu seiner herausragenden Meisterprüfung. Foto: Josef Popp

Schmidmühlen.Geht nicht, gibt’s nicht. So in etwa lässt sich die Kindheit von Richard Dogan in Anlehnung an einen Werbeslogan beschreiben: Alles wird kontrolliert, überprüft und repariert. So erinnert sich seine Mutter Petra Wagner-Dogan, als ihr Sohn – gerade eingeschult – mit sieben Jahren das Anleitungsbuch für die neue Computernähmaschine durchgelesen und durchgearbeitet hat. Während andere Kinder in Bilder- und Märchenbüchern schmökerten, beschäftige sich der junge Richard lieber mit Gebrauchsanweisungen oder kleinen Reparaturen.

Was sich in der Kindheit schon abzeichnete – Interesse und Verständnis für alles Technische – brachte im jungen Erwachsenenalter respektable Früchte: für eine hervorragende Leistung in der Meisterprüfung nämlich eine Goldmedaille und eine Urkunde. Dies war zugleich eine Ehrung als Jahresbester. Und dies in einem Beruf, der eigentlich nicht allzu sehr bekannt ist, aber große Zukunft hat: Mechatroniker/in für Kältetechnik.

Als Lehrling Kammersieger

Übergeben wurde Richard Dogan die Auszeichnung von Kammerpräsident Franz Xaver Peteranderl und Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Hüpers in München. Bei der Ehrung betonte der Kammerpräsident gegenüber den erfolgreichen Meistern: „Sie haben damit die Basis für ein erfolgreiches und vor allem erfülltes Berufsleben geschaffen und sich eine angesehene Stellung in der Gesellschaft erworben.“

Im Zuge der Novelle der Handwerksordnung war 2004 in 53 Gewerken die Meisterpflicht abgeschafft worden. In zwölf Gewerken wird diese Meisterprüfung jetzt wieder eingeführt. Dies bewertete Kammerpräsident Peteranderl positiv.

Bürgermeister Peter Braun ließ es sich nicht nehmen, den im wahrsten Sinne ausgezeichneten Meister im Schmidmühlener Rathaus zu empfangen und ihm zu gratulieren. Ausgezeichnet wurde der junge Emhofer nicht nur bei der Meisterprüfung, sondern bereits für einen phänomenalen Abschluss seiner Lehre, damals abgeleistet bei der Firma eGo Kältesysteme in Regensburg: Seine Ausbildung schloss Richard Dogan als Kammersieger und als zweiter Bundessieger ab.

Aufgrund dieser ausgezeichneten Leistungen erhielt er ein Meisterstipendium und ist bereits 2016 in den Prüfungsausschuss der Handwerkskammer München und Oberbayern berufen worden. Aktuell arbeitet Richard Dogan bei der Firma Amberger Kühltechnik (AKÜ) als Projekt- und Ausbildungsleiter.

Interessant ist der Beruf des Mechatronikers für Kältetechnik allemal. Richard Dogan bereut es nicht, diesen Beruf ergriffen zu haben, wie er deutlich macht. Die Lehrzeit beträgt dreieinhalb Jahre und schließt mit einer Prüfung ab. In dieser Ausbildungszeit werden berufsprofilgebende und integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt. Im Vordergrund der Ausbildung steht, Fertigkeiten und Kenntnisse zu erlangen, die für die komplette Installation, Wartung und Instandsetzung von Kälte- und Klimaanlagen erforderlich sind, berichtete der frisch ernannte Meister bei dem Gespräch im Oberen Schloss in Schmidmühlen.

Nicht auf den ersten Blick zeigt sich, in welchen Bereichen überall Kühltechnik erforderlich ist, ob sichtbar oder vollkommen unerwartet, so Richard Dogan. Die ganzjährige Verfügbarkeit von deutschen Äpfeln oder von frischem Fisch und ziemlich jeder industrielle Herstellungsprozess hänge an der Kältetechnik: Der Reifeprozess der Äpfel werde in sauerstoffreduzierten Kühlhäusern verlangsamt, der Fisch werde ohne Unterbrechung der Kühlkette von Island bis zu uns in den Supermarkt geliefert und die Bearbeitungsmaschinen würden ganzjährig gekühlt, erläuterte er Beispiele.

Klimatechnik immer wichtiger

Richard Dogan blickte aber auch in die Zukunft: Die immer knapper werdenden fossilen Ressourcen würden auch ein Umdenken der Heizungstechnik mit sich bringen, jede Wärmepumpe sei eine Kälteanlage, nur mit umgekehrtem Nutzen: Man entziehe der Umgebung Wärme und gebe diese über ein Medium an den Innenraum ab. Und die Kälteanlage entziehe dem Kühlraum Wärme und gebe diese an die Umgebung ab.

Bezüglich der Zukunftsaussichten ist nur zu sagen, so Richard Dogan, dass es weiterhin einen immer höher werdenden Bedarf an Kältetechnik und Klimatisierung geben werde. Und auch das stetig wachsende Datenaufkommen in Rechenzentren benötige Klimatisierung. „Der Klimaschutz betrifft uns indirekt durch einen sehr hohen Stromverbrauch von nicht eingestellten und falsch ausgelegten Kältemaschinen und direkt durch die aktuellen Kältemittel, die einen hohen Treibhauseffekt mit sich bringen“, wusste er zu berichten.

Der junge Meister nutzte den Empfang im Rathaus auch, allen technisch interessierten Jugendlichen diesen zukunftsträchtigen Beruf nahe zu bringen. (ajp)

Das muss man können und wissen

  • Fähigkeiten:

    In der Ausbildung bekommt der Mechatroniker für Kältetechnik handwerkliche Fähigkeiten vermittelt: Er lernt unter anderem das Arbeiten mit Kupferrohren (er muss sie biegen, bördeln und löten können), allgemeine Metallbearbeitung, das Hartlöten sowie den Umgang mit Chemikalien wie Kältemitteln und Ölen.

  • Theorie:

    Wichtig sind Kenntnisse über Elektrotechnik, physikalische Grundlagen, Mathe und Chemie.

  • Arbeitsalltag:

    Gefordert sind physikalisches, mathematisches, chemisches und technisches Verständnis sowie räumliches Vorstellungsvermögen und Offenheit für technische Neuerungen. (ajp)

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