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Region Amberg
Montag, 20. August 2018 26° 1

Kreistag

Trotz Krankheit ehrenamtlich engagiert

Landrat Richard Reisinger übergab Maria Boßle eine besondere hohe Auszeichnung. Gewürdigt wurde auch Sebastian Schärl.
Von Gerd Spies

Sulzbach-Rosenbergs Bürgermeister Michael Göth (links) und Landrat Richard Reisinger (rechts) gratulierten Maria Boßle (Dritte von links, mit Ehemann Benedikt) zur Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Foto: Spies
Sulzbach-Rosenbergs Bürgermeister Michael Göth (links) und Landrat Richard Reisinger (rechts) gratulierten Maria Boßle (Dritte von links, mit Ehemann Benedikt) zur Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Foto: Spies

Sulzbach-Rosenberg.Seit ihrer Kindheit leidet Maria Boßle am Ehlers-Danlon-Syndrom (EDS), einer genetischen Bindegewebserkrankung. Als Folge dieser Krankheit lebt sie mit chronischen Schmerzen. Das hindert Maria Boßle aber nicht daran, sich ehrenamtlich zu engagieren. Auf Vorschlag von Landrat Richard Reisinger erhielt sie jetzt die vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier verliehene Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Es war die Sitzung des Kreistages am Montag, die den würdigen Rahmen für die Ehrung von Maria Boßle bot. 2003 gründete sie die Selbsthilfegruppe (SHG) Chronischer Schmerz in Sulzbach-Rosenberg und ist seitdem Herz und Motor der Gruppe, erklärte Reisinger in seiner Laudatio.

Einmalige Kooperation initiiert

Der Verein, der erste dieser Art in der Oberpfalz, setzt sich für eine bessere Versorgung der Patienten mit chronischen und wiederkehrenden Schmerzen ein. 2006 initiierte Maria Boßle zudem eine in der Deutschen Schmerzliga einmalige Kooperation zur psychologischen Begleitung der Schmerzhilfegruppe.

Von 1979 bis 2010 war sie außerdem Kirchenmusikerin in der Pfarrei St. Marien in Sulzbach-Rosenberg, von 1981 bis 1992 hauptamtliche Chorregentin. Seit 2002 sitzt die Sulzbach-Rosenbergerin im Stadtrat. Die Themen Behinderten- und Kulturarbeit liegen ihr dabei besonders am Herzen.

Landrat Richard Reisinger war es ein ganz persönliches Anliegen, die engagierte Sulzbach-Rosenbergerin für diesen Orden vorzuschlagen, wie er sagte. Er dankte ihr für ihr ausgeprägtes Engagement zum Wohle der Gemeinschaft.

Glückwünsche für 40 Jahre Kreisrat gab es für Sebastian Schärl (CSU). Foto: Spies
Glückwünsche für 40 Jahre Kreisrat gab es für Sebastian Schärl (CSU). Foto: Spies

Ein „politisches Urgestein“ durfte der Landrat außerdem zu Beginn der Kreistagssitzung für seine langjährige Mitgliedschaft im Kreistag auszeichnen: Sebastian Schärl (CSU) aus Hohenburg ist seit 40 Jahren Mitglied im Kreistag. Der ehemalige stellvertretende Bürgermeister der Marktgemeinde Hohenburg sitzt seit 21 Jahren als Mitglied im Zweckverband Müllverwertung Schwandorf, seit 14 Jahren im Umwelt- und Energieausschuss. Seit 2015 ist Schärl auch als ehrenamtlicher Richter tätig.

Als „akribisch arbeitenden, aber auch sehr hartnäckigen Kommunalpolitiker“ habe ihn Landrat Richard Reisinger schätzen gelernt, wie er erklärte. „Sebastian Schärl ist ein Mann mit sehr viel Lebenserfahrung, er war aber auch in der Vergangenheit eine Herausforderung“, sagte Reisinger. „2030. Amberg-Sulzbach. Deine Zukunft“: So lautet das neue Leitbild des Landkreises. Manfred Lehner, Leiter der VHS Amberg-Sulzbach und federführend beteiligt an der Entwicklung dieses umfangreichen Konzepts, stellte die wesentlichen Merkmale dem Kreistag vor. Auf der Grundlage der 17 Ziele der Vereinten Nationen erarbeiteten mehr als 80 Akteure aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung dieses Leitbild mit den insgesamt fünf Handlungsfeldern.

Region nachhaltig entwickeln

Das Leitbild zeige die Richtung für eine nachhaltige Entwicklung in der Region auf, informierte Lehner. In diesem Zusammenhang erhielt der Landkreis erst jüngst eine erste Auszeichnung, nämlich beim bundesweiten „Projekt Nachhaltigkeit 2018“, wie Lehner mit Stolz erklärte. Im Herbst 2018 soll das Landkreis-Leitbild auf der zweiten Nachhaltigkeitskonferenz des Landkreises auch der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Der Kreistag begrüßt das Projekt einstimmig.

Die Neukonzeption der industriegeschichtlichen Dauerausstellung im Kultur-Schloss Theuern segnete der Kreistag ebenfalls ab. Die ursprünglich im Jahr 2012 genehmigten Mittel von 241 000 Euro reichen bei weitem nicht aus. Deswegen werden im Beschlussvorschlag jetzt 451 000 Euro beantragt – bei zu erwartenden Fördermitteln in Höhe von 285 000 Euro.

Museumsleiter Michael Ritz begründet die gestiegenen Kosten zum einen mit der Tatsache, dass die Dauerausstellung „Made in Germany – Made in Ostbayern/Die Geschichte der Industrie in der Oberpfalz – 1800 bis heute“ seit 1978 nicht mehr verändert worden sei. Außerdem habe sich durch die Bauverzögerung bei der Generalsanierung des Schlosses eine neue Kostensituation ergeben. „Man muss die Braut aufhübschen“, lautete die Einschätzung von Kreisrat Peter Dotzler (FW), der sich der Kreistag einstimmig anschloss.

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