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Engagement

Umweltschutz geht alle an

Florian Junkes ist nun Vorsitzender beim ZEN Ensdorf. Viel wurde geleistet, um nachhaltiges Leben voranzubringen.
Von Hans Babl

Ausgezeichnet wurde das Projekt „Energieschulen“ des ZEN (im Bild Kinder der Erasmus-Grasser-Grundschule, die sich im Rahmen des Projekts mit der Thematik „Lüften“ beschäftigten).  Foto: azd Archiv
Ausgezeichnet wurde das Projekt „Energieschulen“ des ZEN (im Bild Kinder der Erasmus-Grasser-Grundschule, die sich im Rahmen des Projekts mit der Thematik „Lüften“ beschäftigten). Foto: azd Archiv

Ensdorf.Eine beachtliche Bilanz legte der Verein Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit e. V. (ZEN) bei der Jahreshauptversammlung im Wittelsbachersaal in Ensdorf vor. Gekommen waren dazu auch verschiedene Bürgermeister sowie Energie- und Klimaschutzbeauftragte der Gemeinden. Dabei gab es einen Führungswechsel: Richard Gaßner stellte sich nicht mehr zur Wahl als Vorsitzender. Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde der Hohenburger Bürgermeister Florian Junkes gewählt.

Vorsitzender Richard Gaßner berichtete, dass der Verein momentan 74 Mitglieder zählt. „Seit der Mitgliederversammlung 2018 haben wir zwei Abgänge und zehn Zugänge, davon sieben Kommunen, zu verzeichnen“, erläuterte er. „Von den 27 kreisangehörigen Gemeinden gehören 17 dem ZEN an. Zwölf davon haben mittlerweile insgesamt 16 Kommunale Energie- bzw. Nachhaltigkeitsbeauftragte bestellt“, berichtete Gaßner weiter.

Woche für den Klimaschutz

Das Projekt Stromsparcheck ende Ende des Monats. 2017 wurden 90, 2018 dann 41 und in diesem Jahr bisher 24 Stromsparchecks durchgeführt. Seit Juli 2011 habe Karlheinz Hofbauer mit Unterstützung von Kräften, die vom Jobcenter Amberg-Sulzbach/Schwandorf zugeteilt wurden, rund 1000 Stromsparchecks durchgeführt.

Bei der Klimaschutzwoche 2018 waren bei den Veranstaltungen mehr als 300 Teilnehmer zu verzeichnen, so Gaßner weiter. Heuer findet die Klimaschutzwoche vom 13. bis 19. Mai mit dezentralen Angeboten wie Vorträgen, Workshops und Wanderungen für Interessierte statt. Geplant ist auch eine Besichtigung von guten Beispielen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Rahmen einer Landkreisrundfahrt mit E-Mobilen, zum Beispiel Freiflächen-Photovoltaik-Anlage bei Ebermannsdorf oder Nahwärmeversorgung in Viehberg.

Die neue Vorstandschaft des ZEN E. V.

  • Führungsspitze:

    Der Hohenburger Bürgermeister Florian Junkes wurde zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt, Stellvertreter sind Norbert Peter und Markus Dollacker.

  • Weitere Ämter:

    Einstimmig bestätigt wurden Josef Simon als Schriftführer und Wolfgang Streich als Kassier.

  • Beisitzer:

    Gewählt wurden Lorenz Hirsch, Willi Schmid, Manfred Klemm, Dietmar Lenk, Benjamin Standecker, Bernd Scheller, Bernhard Lindner, Franz Bleicher, Florian Urmann.

  • Kassenprüfer:

    Bestätigt wurden Brigitte Bachmann und Sebastian Schärl.

Am 18. Mai und 16. November gibt es in Sulzbach-Rosenberg wieder das „Repair-Café“. Für das Nachbarschaftsprojekt „Kurze Wege für den Klimaschutz“ habe das ZEN einen Antrag zum Projekt „Repair- und Klima-Cafés für die Gemeinden des Landkreises installieren“ eingereicht. Vorgesehen sind laut Gaßner acht Standorte.

Wie er weiter berichtete, wurden seit 2016 jährlich im Schnitt fünf „Grüne Hausnummern“ verliehen. Zwei Hausmeisterschulungen mit 20 Teilnehmern zu Heizung/Lüftung/Sanitär, Regelungstechnik/Beleuchtungstechnik bis hin zu Lüftungsanlagen und Bewertung von Bauschäden wurden vom ZEN durchgeführt. Weitere Schulungen, unter anderem zum hydraulischen Abgleich, sind für 2019 angedacht. 2017 wurden 48 und 2018 insgesamt 46 Energieberatungen durchgeführt, im ersten Quartal 2019 wurden schon 17 gezählt. Derzeit gebe es vier aktive ZEN-Energieberater. Info-Veranstaltungen bei Vereinen und Kommunen gab es über barrierefreien Umbau, Energieeinsparung im Haushalt, Modernisierung und Fördermöglichkeiten, dazu Workshops beim Zukunftskongress der OTH (auch heuer wieder). Bei Messeauftritten erinnerte Gaßner an die Messe „Kompass“, den Naturparktag sowie den Tag der Regionen in Ensdorf mit Elektromobil-Ausstellung jeweils im Oktober. Ferner gab es Treffen der Energiebeauftragten zum Thema Energiemanagement sowie Treffen von zehn Umweltschutzvereinen.

Bei der Kühlschrankaktion 2018 haben sich über 250 Personen beteiligt. „Das Gewinner-Kühlgerät war über 60 Jahre alt“, wusste Gaßner zu berichten. Eine Fahrt nach Ebersberg diente der Information über die Errichtung einer Energieagentur zur Weiterentwicklung des ZEN. „Dies ist eine klare Absicht des Vorstandes und ein Zukunftsthema für uns“, so Gaßner. Dafür gebe es auch staatliche Fördermittel.

Die neue Vorstandschaft des ZEN: von links Benjamin Standecker, Franz Bleicher, Josef Simon, 2. stellvertretender Vorsitzender Markus Dollacker, 1. Vorsitzender Florian Junkes, Bernd Scheller, Willi Schmid, Florian Urmann, Dietmar Lenk, Lorenz Hirsch, Manfred Klemm (es fehlen stellvertretender Vorsitzender Norbert Peter, Wolfgang Streich und Bernhard Lindner). Foto: Babl
Die neue Vorstandschaft des ZEN: von links Benjamin Standecker, Franz Bleicher, Josef Simon, 2. stellvertretender Vorsitzender Markus Dollacker, 1. Vorsitzender Florian Junkes, Bernd Scheller, Willi Schmid, Florian Urmann, Dietmar Lenk, Lorenz Hirsch, Manfred Klemm (es fehlen stellvertretender Vorsitzender Norbert Peter, Wolfgang Streich und Bernhard Lindner). Foto: Babl

Manfred Klemm, Leiter der AG Schule, berichtete über das seit 2013 laufende Projekt „Energie-Schule“, wofür er 20 Mitstreiter hat. Bisher wurden neun Schulen zertifiziert, bei sieben läuft das Projekt, wovon drei kurz vor der Zertifizierung stehen. „Allerdings haben wir derzeit keine Neumeldungen“, bedauerte er. Für das Projekt Energieschulen gab es für die den „Bürgerenergiepreis“ des Bayernwerks. Angeschafft wurden mit dem Preisgeld CO-2-Messgeräte, die schon im Einsatz sind. Zudem sollen Lesestoffe zu verschiedensten Energiethemen sowie E-Spielzeuge angeschafft werden.

„Wir wollen Lehrerinnen und Lehrer unterstützen, damit sie den Energieunterricht selbst durchführen können. Wir wollen Kinder und Schulen sensibilisieren. Energieschulung ist nämlich so wichtig wie Deutsch und Mathematik“, so Klemm. Lehrerfortbildungen seien daher auch geplant.

Appell des neuen Vorsitzenden

Klimaschutzkoordinator Joachim Scheid berichtete, dass der Solarkataster im Mai vorgestellt wird. Eine Aktion E-Autos in den Gemeindebereichen und E-Carsharing wurde angeregt. „36 Prozent der CO2-Emissionen entstehen durch Wärme. 300 bis 600 mit Öl beheizte Gebäude im Landkreis könnten pro Jahr saniert werden“, so Scheid weiter. Eine Info-Veranstaltung darüber ist bereits geplant.

„Heimbürgermeister“ und stellvertretender Vorsitzender Markus Dollacker betonte, dass das ZEN in zehn Jahren weit über den Landkreis hinaus für Nachhaltigkeit, Klimaschutz und erneuerbare Energien gut bekannt sei. „Vieles wurde geleistet und erreicht. Darauf sind wir stolz!“

„Das ZEN hat keinen Selbstzweck, unsere Umwelt zu erhalten ist die Priorität“, hob der neue ZEN-Vorsitzende Florian Junkes hervor. Er bat um gute und ehrliche Zusammenarbeit, intern, mit der Vorstandschaft, dem Landkreis und den Kommunen. „Nur wenn wir uns alle nachhaltig verhalten, werden wir auch unseren Kindern eine lebenswerte Umwelt hinterlassen.“ Alle seien hunderte Male am Tag Verbraucher und könnten so das Angebot steuern. In allen Bereichen. „Wir können in diesem wichtigen Bereich des Umweltschutzes nicht auf die UN, EU, den Deutschen Bundestag oder den Bayerischen Landtag warten, dass alles für uns geregelt wird“, betonte er. „Also lassen Sie uns alle, heute bei uns selbst anfangen, uns nachhaltiger, umweltbewusster und Ressourcen schonender zu verhalten“, schloss Junkes. (abl)

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