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Politik

„Umwelttante“ bei den Linken

Eva-Bulling Schröter hat Schlosserin gelernt, war Mitglied des Bundestags und ist nun Spitzenkandidatin für die Landtagswahl.
Von Rolf-Dieter Reichert

Die Spitzen der bayerischen Die Linke: Markus Brey, Vorsitzender Kreisverband Oberpfalz, Eva Kappl, Direktkandidatin im Stimmkreis Schwandorf, Eva Bulling-Schröter, Landtagskandidatin und Wolfgang Berndt, DGB Kreisvorsitzender Amberg-Sulzbach (von links) Foto: Reichert
Die Spitzen der bayerischen Die Linke: Markus Brey, Vorsitzender Kreisverband Oberpfalz, Eva Kappl, Direktkandidatin im Stimmkreis Schwandorf, Eva Bulling-Schröter, Landtagskandidatin und Wolfgang Berndt, DGB Kreisvorsitzender Amberg-Sulzbach (von links) Foto: Reichert

Amberg.Der Gasthof Schießl in Amberg war diese Woche Treffpunkt für die Parteigängerinnen und Parteigänger der Linken und natürlich für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Der Linken-Vorstand Mittlere Oberpfalz um Eva Kappl (Direktkandidatin im Stimmkreis Schwandorf), Marius Brey (Landtagskandidat) und Wolfgang Berndt (DGB Kreisvorsitzender Amberg-Sulzbach) war es gelungen, Eva Bulling-Schröter als Rednerin zu gewinnen.

Selbst bezeichnet sich die gebürtige Ingolstädterin scherzhaft als „ die Umwelttante“. Die gelernte Betriebsschlosserin war die einzige „klassische“ Arbeiterin im 18. Deutschen Bundestag. Vergangenes Jahr war sie nicht mehr angetreten. Dafür tritt sie bei der bayerischen Landtagswahl als Spitzenkandidatin an. Die Fachfrau für Umwelt und Ökologie schöpfte ihr Wissen in ihrer Rede voll aus, wobei Sie sich nicht auf Bayern beschränkte, denn „Umweltschutz ist global“. Bei den zahlreichen Zuhörern blieben am Ende des Vortrages kaum Fragen offen, wohl aber Zweifel an dem Willen der Politiker aller Schattierungen – nicht nur des amerikanischen Präsidenten – wirklich und tatkräftig etwas zur Eindämmung der Klimaveränderung unternehmen zu wollen.

Viele Lippenbekenntnisse

Bulling-Schröter führte aus, dass auf allen Konferenzen, die sie durch ihre Mitgliedschaft in den verschiedenen Gremien des Bundestages und im Auf-trag der Bundesregierung besucht hat, zwar Lippenbekenntnisse durch Politiker abgegeben und diese dann auch in alle Welt verbreitet wurden; aber am Ende dann doch nichts passiere, weil offensichtlich die Wirtschaft blockiere. Noch nicht einmal die in den diversen Konferenzen zugesagten finanziellen Mittel würden gezahlt. Und da tue sich auch Deutschland sehr schwer.

Bulling-Schröter führte ein Beispiel an: An einer dieser Umwelt- und Klimakonferenzen nahm eine Delegation aus dem Tschad (Zentralafrika) teil. Im Tschad seien in den vergangenen Jahren durch extreme Hitze die Weidegründe verdorrt, das Vieh verendet, und dadurch auch die Bevölkerung durch den Mangel an Nahrung und Wasser zu Grunde gegangen.

Mittel finanzieller Art wurden von fast allen Geberländern schnell zugesagt. Eingetroffen seien diese Zusagen bis heute nur zum ganz kleinen Teil. Den Menschen dort bliebe nach Ansicht Bulling-Schröters keine Wahl: „Wenn sie nicht sterben wollen, müssen sie ihr Land verlassen.“

Ebenfalls dramatisch sei die Situation auf den Inselstaaten im Pazifik. Durch das Ansteigen des Meeresspiegels versalzen die lebensnotwendigen Trinkwasservorkommen. Die Hilfe der Industrienationen sehe folgendermaßen aus: „Man stellt Tanker bereit zur Wasserversorgung der betroffenen Inseln. Und in der Zwischenzeit stopfen sich ,Imissionshändler’ der westlichen Industrienationen die Taschen voll. Hier muss sich generell etwas ändern“, sagt Bulling-Schröter.

Wirtschaft in der Pflicht

Die Oberbayerin nimmt nicht nur die Bevölkerung in die Pflicht, sondern vorrangig die Industrie und die Wirtschaft. „Aber die Wirtschaftslenker scheinen im Glauben zu leben, dass für sie immer ein Gipfel in den Alpen trocken bleiben wird. Wenn sie sich damit mal nicht täuschen: Die Völkerwanderung um Lebensgrundlagen – Wasser, Energie, Boden, Lebensmittel – ist schon lange im Gange. Mit dramatischen Folgen.“

Bulling-Schröter saß zweimal im Bundestag. Von 1994 bis 2002 und von 2005 bis 2017 war sie für die PDS beziehungsweise die Linke Mitglied. Schröder besuchte erst ein Gymnasium, absolvierte dann eine Ausbildung zur Betriebsschlosserin und arbeitete in einem Metallbetrieb. Später war sie Mitarbeiterin der IG Bau-Steine-Erden. Sie ist Mitglied im Beirat des firmenkritischen Netzwerks Coordination gegen Bayer-Gefahren. Parteiintern gehört sie der ökologischen Plattform an.

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