mz_logo

Region Amberg
Dienstag, 17. Juli 2018 28° 3

Wettbewerb

Ursensollen hofft auf Gold

„Unser Dorf hat Zukunft“ geht in die finalen Runden. Die Landesbewertungskommission hatte viel Lob für die Initiativen.
Von Christian Danzer

Der Wettbewerb findet im dreijährigen Turnus statt. Die 15-köpfige Jury bilden Fachleute aus den Bereichen Architektur, Landespflege, Heimatpflege, Landwirtschaft, Städtebau, Ländliche Entwicklung und Bürgermeister. Drei Siegerdörfer vertreten Bayern 2019 im Bundesentscheid. Foto: Danzer
Der Wettbewerb findet im dreijährigen Turnus statt. Die 15-köpfige Jury bilden Fachleute aus den Bereichen Architektur, Landespflege, Heimatpflege, Landwirtschaft, Städtebau, Ländliche Entwicklung und Bürgermeister. Drei Siegerdörfer vertreten Bayern 2019 im Bundesentscheid. Foto: Danzer

Ursensollen.Am Mittwochnachmittag war es so weit. Die Landesbewertungskommission mit ihrem Vorsitzenden Günter Knüppel besuchte Ursensollen. Unter die letzten fünfzehn von insgesamt 237 Teilnehmern hat es Ursensollen bereits geschafft. Begrüßt wurde die Kommission von Bürgermeister Franz Mädler und einem Chor der Kindergartenkinder an der „Keimzelle des Ortes“, wie er sagte, dem Rathaus. Bei einer Rundreise zeigte Mädler der Kommission alle Aspekte von Ursensollen.

Die Kommission beurteilt die Entwicklungskonzepte und wirtschaftlichen Initiativen eines Dorfes, soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und -entwicklung, Grüngestaltung und -entwicklung sowie das Dorf in der Landschaft. Am Ende der Rundreise stand eine Abschlussbesprechung am ehemaligen Bahnhof.

Landrat ist Fan des Ortes

Landrat Richard Reisinger zeigte sich überzeugt davon, dass die Kommission, so wie er, „auch ein Fan des Ortes werden würde“. Den größten Anteil an der Bewerbung des Ortes hatte Nina Forster, Mitarbeiterin in der Gemeindeverwaltung. Sie gestaltete die Bewerbungsmappe, wie hervorgehoben wurde.

Die Musikkapelle Ursensollen begrüßte die Kommission als Vertreter für kulturelle Aktivitäten in der Gemeinde. Foto: Danzer
Die Musikkapelle Ursensollen begrüßte die Kommission als Vertreter für kulturelle Aktivitäten in der Gemeinde. Foto: Danzer

Nicht nur aufgrund seiner jetzigen Funktion, sondern auch, weil es eines der ältesten Gebäude im Ort und die frühere Volkshochschule sei, sei das Rathaus die Keimzelle des Ortes, so Mädler. Der Begriff der Keimzelle bestätigte sich auch durch eine der ersten Stationen der Begehung, das Kultur- und Begegnungszentrum „Kubus“, wenige Meter vom Rathaus entfernt. Hier gab es schon zahlreiche Konzerte aller Art, ausverkauft waren die Aufführungen der örtlichen Theatergruppe, erfuhren die Gäste.

Ursensollen konnte mit mehreren Dingen punkten:

Eindrücke von der Besichtigungstour

  • Wirtschaft:

    Der Gewerbepark an der A 6 wurde mit etwa 100 000 Quadratmetern 2006 eröffnet. Erneut erweitert wurde er für den Umzug der Zentrale der Grammer AG nach Ursensollen. Bis 2019 sollen 700 neue Arbeitsplätze folgen.

  • Kultur:

    Die Musikkapelle Ursensollen begrüßte die Kommission als Vertreter für kulturelle Aktivitäten in der Gemeinde. Sie hat über 70 Mitglieder. 2017 erhielt sie unter anderem den Kulturpreis des Bezirks für hervorragende musikalische Leistungen und in der Jugend- und Vereinsarbeit.

  • Energie:

    Die Gemeinde besitzt ein eigenes Windrad und ein Bürgerwindrad. Ziel ist es, regenerativen Strom selbst nutzen zu können. Zusammen mit möglichst vielen regenerativen Energieerzeugern soll eine regionale Strommarke geschaffen werden.

  • Kunst:

    Kunst ist ein wichtiger Teil des Alltags in Ursensollen. Im ehemaligen Lagerhaus in Ursensollen ist eine „Künstlerwerkstatt“ untergebracht. Dort betätigen sich seit 2004 sieben Künstler aus der Region. Kunstwerke wie diese Gänse von Sabine Mädl schmücken verschiedene Orte. (acd)

Rund 40 Millionen Euro hat die Gemeinde Ursensollen seit 2002 investiert, vier Millionen Euro Städtebauförderung seit 2003 erhalten. „Unser Dorf hat Zukunft“ ist in der Nachkriegszeit als reiner Blumenschmuckwettbewerb entstanden. Mittlerweile konzentriert er sich auf alle Aspekte des dörflichen Lebens. Ziele sind, Freiwilligkeit und Eigeninitiative der Bewohner zu stärken.

Ein weiterer Punkt, den auch das Kommissionsmitglied für Baugestaltung, Thomas Lauer, bei der Abschlussbesprechung positiv erwähnte, war das geplante Seniorenzentrum. Zweiter Bürgermeister Norbert Schmid stellte es vor: „Wir wollen, dass unsere Ältesten möglichst lang in der Mitte des Dorfes bleiben und am Dorfleben teilnehmen können.“ Um dieses Ziel zu erreichen, habe sich bereits ein ehrenamtlicher Fahrdienst gegründet, der sehr gut genutzt werde. Außerdem gebe es ein eigenes Programm mit 30 bis 40 Aktivitäten pro Halbjahr.

Mädler stellte einen weiteren Schwerpunkt der Gemeinde vor: die regenerativen Energien. „Wir haben drei Energiebeauftragte in der Gemeinde.“ Außerdem gebe es ein Bürgerwindrad, ein kommunales Windrad sowie drei kommunale und 350 private Photovoltaikanlagen. „Insgesamt erzeugt Ursensollen fünfmal so viel regenerative Energie, wie es Energie verbraucht.“

Starke Dynamik angestoßen

Die Begehung setzte sich anschließend per Bus fort. Stationen waren das Planetarium, das sich im Bau befindet, das Neubaugebiet und das Sportzentrum. Anschließend stand der Gewerbepark mit den vielen im Ort ansässigen Firmen auf dem Plan. Kommissionsvorsitzender Knüppel sagte: „Die Lage an der A 6 ist natürlich günstig, aber man muss es auch schaffen, diese auszunutzen.“ Nach der Fahrt am Künstler-Lagerhaus und an der Sporthalle vorbei, konnten die Kommissionsmitglieder sich am Bahnhof an Schautafeln und im Gespräch mit Vertretern der Gemeinde über Details informieren.

Der Gewerbepark an der A 6 wurde mit etwa 100 000 Quadratmetern 2006 eröffnet. Foto: Danzer
Der Gewerbepark an der A 6 wurde mit etwa 100 000 Quadratmetern 2006 eröffnet. Foto: Danzer

Das Fazit der Kommission am Ende des Tages war durchweg positiv. Die Grünanlagen wurden lobend erwähnt, wie auch die kulturellen Aktivitäten und die Energie-Pläne, außerdem der Artenschutzturm in Bezug zur Ökologie und das große Bildungsangebot, in Form der Bücherei. Lauer sagte, dass „eine sehr starke Dynamik angestoßen wurde. Die Herausforderung der Zukunft wird sein, diese Dynamik zu steuern.“ Doch auch dazu werde Mädler sicher Ideen haben. Ob Ursensollen nun zu den Gewinnern gehören wird, wird am 25. Juni verkündet.

Weitere Nachrichten aus Ursensollen lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht