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Verzweifelter Hilferuf von Runa Masi

Das Sozialzentrum in Bolivien braucht dringend Unterstützung, um den Ärmsten in der Corona-Krise beistehen zu können.

Auch in Bolivien werden Masken genäht. Eine junge Indio-Frau näht mit einer aus Deutschland gespendeten Nähmaschine im Sozial-und Kulturzentrum Ayopayamanta für den Bedarf Mundschutz.  Foto: Coco Aquino
Auch in Bolivien werden Masken genäht. Eine junge Indio-Frau näht mit einer aus Deutschland gespendeten Nähmaschine im Sozial-und Kulturzentrum Ayopayamanta für den Bedarf Mundschutz. Foto: Coco Aquino

Amberg-Sulzbach.Seit Jahren unterstützt der Verein Runa Masi mit Mitgliedern aus und Aktionen in Amberg, Hahnbach, Regensburg Projekte im Hochland Boliviens, bisher meist ausgewiesene Trinkwasser-Projekte. Mit dem Sozial- und Kulturzentrum Ayopayamanta in der Region Cochabamba ist der Verein über den KEB-Referenten Johann Bauer und dem Direktor von Ayopayamanta Coco Aquino verbunden.

Zum ersten Mal berichtete Aquino in seinem regelmäßigen Info-Schreiben am 25. März von der Corona-Problematik in Bolivien. Kurz vorher gab es nur 28 bestätigte Fälle, aber die Regierung ergriff bereits drastische Maßnahmen, wie das Einstellen des Flugverkehrs von und nach Europa, von wo nachgewiesene Corona-Fälle kamen.

Folgen der Ausgangssperre

Kurz darauf hatte sich die Lage schon zugespitzt: Am 31. März erhielt Runa Masi und andere Partner-Vereine einen Hilferuf zur Unterstützung von Familien unter dem Existenzminium. Die derzeitige Übergangsregierung nach dem Sturz von Evo Morales verhängte eine Ausgangssperre und Stillstand über das Land.

Die Folgen beschreibt Aquino folgendermaßen: „In Bolivien leben immer noch etwa ein Drittel der Bevölkerung in Armut auf dem Land oder in den Randzonen der großen Städte. Ohne festes Einkommen arbeiten sie von Tag zu Tag, um überhaupt überleben zu können. Manche haben ein kleines Geschäft auf der Straße, verkaufen Gerichte und Getränke, andere bieten Gemüse, Obst, Mote, Käse oder andere Lebensmittel an.

Diese Menschen leiden jetzt am meisten und haben eigentlich keine Wahl: Entweder sie infizieren sich mit dem Virus, erkranken, sterben oder sie verhungern.“ Mit einem Finanzierungsplan für akute humanitäre Hilfe durch Ayopayamanta schließt dieser Hilferuf. Runa Masi und Inti Ayllus konnten dafür schon 7500 Euro überweisen.

Staatliche Hilfe kommt nicht an

Im Rundbrief vom 5. Mai zeigt sich schon ein drastischeres Bild durch die weitere Ausbreitung des Virus: Die katastrophale Gesundheitsversorgung (schlechte Ausstattung der Krankenhäuser) wird ebenso deutlich wie die Tatsache, dass es kein geregeltes Einkommen, keine Krankenversicherung gibt. Dazu stellt Aquino fest: „Die Regierung verteilt zwar einmalig etwas Geld, um Lebensmittel zu kaufen, aber die 45 Euro für eine Familie mit fünf Personen reichen nicht einmal für zwei Wochen. Außerdem kommt die Hilfe gar nicht oder immer erst verspätet auf dem Land an.

Völlig durch die Krise überfordert kann die Regierung nur mit einer rigorosen Ausgangssperre reagieren, was wiederum auf Dauer unmöglich ist, weswegen so nur eine Alternative bleibt: verhungern oder am Virus sterben.“ Und Polizei und Militär agieren mit eiserner Hand.

Aquino schildert seine Eindrücke folgendermaßen: „Ich fühle mich wie in einer Diktatur und in einem Polizeistaat – alle 500 Meter wird man aufgehalten und kontrolliert.“ In höchster und mit Blick auf die Zukunft verzweifelter Sorge bittet er erneut um Unterstützung, damit das Sozialzentrum sein humanitäres Hilfsprogramm weiterführen und notwendigerweise auch ausweiten kann.

Weitere aktuelle Infos gibt es auf der Homepage von Runa Masi: www. runa-masi.de

Spendenkonto Runa Masi: Liga Bank Regensburg, IBAN: DE78 7509 0300 0001 3121 97

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