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Football

Viele Fragen zum Verbleib des Geldes

Der frühere erste Vorsitzende der Amberg Mad Bulldogs äußert sich zu den Ermittlungen wegen Veruntreuung bei den Footballern.
Von Michaela Fichtner

  • Dass die Vereinskassen bei den Amberg Mad Bulldogs leer waren, hat die Footballer sportlich nicht stoppen können: Am 29. April starten sie gegen die Kümmersbrucker in der Landesliga Mitte. Foto: M. Fichtner
  • Matthias Konheiser, der frühere 1. Vorsitzende der Mad Bulldogs Amberg. Foto: Konheiser

Amberg. Im knalligen gelb-schwarzen Logo zeigen die „Amberg Mad Bulldogs“ eine Grafik, die einen angriffslustigen und durchaus bissigen Hund für jeden sportlichen Gegner androht. Momentan freilich hat die Abteilung „American Football“ im TV 1861 Amberg zusätzlich zu knabbern an einer internen Angelegenheit, die nun auch außerhalb hohe Wogen schlägt.

„Die Vereinskasse war komplett leer“ titelte die Mittelbayerische Zeitung in der vergangenen Woche über die Football-Abteilung der „Turner“. Das Geld war weg – und das fast unmittelbar vor dem erstmaligen Start des Herrenteams in der Landesliga. Die Amberger Kriminalpolizei ermittelt jetzt wegen des Verdachts der Untreue und der Unterschlagung – gegen den ehemaligen 2. Kassier der Sparte.

Dieser 2. Kassier war bis Ende 2017 im Amt. Inzwischen führt Alexander Gertler als Nachfolger von Matthias Konheiser mit Stellvertreter Philipp Butz die junge Sparte. Den neuen Kassieren Donald Wells und Max Weigert fiel Ende 2017 plötzlich auf, dass seit Gründung der Abteilung im Mai 2016 nahezu das gesamte Geld aus der Vereinskasse verschwunden war. Besagter Kassenwart hatte, wie es hieß, das vollste Vertrauen der Spartenleitung.

2. Kassier agierte allein

Inzwischen haben sich frühere und aktuelle Vertreter der „Amberg Mad Bulldogs“ zu Wort gemeldet – und die Darstellungen in der Mittelbayerischen Zeitung bestätigt. Allen ist demnach sehr daran gelegen, an der Aufklärung des Falls tatkräftig mitzuarbeiten. Verschwunden seien demnach Einnahmen in einer „mittleren vierstelligen Höhe“, Einnahmen, die die Abteilung selbst erwirtschaftet habe und die zur Finanzierung des Spielbetriebs gedacht waren.

Ex-Vorsitzender Konheiser wandte sich per Mail an die MZ. Auch er habe die Strafanzeige befürwortet. Zu Hintergründen erläuterte Konheiser, der ehemalige 2. Kassier sei bei den zurückliegenden Vorstandswahlen von allen Mitgliedern gewählt worden. Der gewählte 1. Kassier habe dann aus beruflichen Gründen sein Amt ruhen lassen müssen. Kommissarisch bis zur Neuwahl, die im Frühjahr 2018 anstand – sie ist inzwischen ja auch erfolgt – habe dann der 2. Kassier die Aufgaben übernommen.

Klare Anweisungen gegeben

Konheiser machte gegenüber der Mittelbayerischen auch deutlich, er habe einst den 2. Kassier „klar angewiesen, dass sämtliches Bargeld auf das Vereinskonto eingezahlt werden sollte“. Das ist aber offensichtlich anders gelaufen – diesen Schluss legen die Äußerungen des früheren 1. Vorsitzenden der Mad Bulldogs nahe. In seiner E-Mail und in einem folgenden Gespräch erläuterte er auch Details zur Übergabe der Kassengeschäfte und was der frühere 2. Kassier zu seiner Entlastung geäußert habe. Genau dies ist nun ein wichtiger Punkt für die laufende kriminalpolizeiliche Arbeit, wobei noch weitere Beteiligte befragt werden. Das bestätigte auch der aktuelle 1. Vorsitzende Alexander Gertler auf Nachfrage; aus eben diesen ermittlungstaktischen Gründen wollte er sich gegenüber der MZ vorerst nicht zu den weiteren Hintergründen und Details äußern.

Ex-Vorsitzender ist verwundert

Klar war für Matthias Konheiser, wie er sagt, dass eine Kassenprüfung nötig war: „Die Prüfung erfolgte und wurde gegengezeichnet von einem Vorstand des TV.“ Bei der Abteilungsübergabe sei das Kassenbuch so geprüft übergeben worden. Wo das Geld geblieben ist, kann sich Konheiser auch nicht erklären. Und er macht ebenso deutlich: Dass Unklarheiten im Nachhinein im Kassenbuch auftauchten, „verwunderte mich, da ja eine Prüfung der Kasse durch einen Vorstand des TV Amberg durchgeführt wurde“.

Das Geld ist auch auf der Facebook-Seite der „Mad Bulldogs“ ein großes Thema. Die Abteilungsleitung äußert sich sehr ausführlich zum Artikel in der Mittelbayerischen Zeitung. Man habe sich stets „Gedanken“ um die vermuteten Geldsorgen gemacht, doch: „Wir fühlten uns immer als gesunder und laufender Verein. Aber die Bedenken wurden größer. Dass die Bulldogs eine andere Führungscrew brauchten, war uns daher schnell klar.“

Blicke richten sich auf Sport

Im Herbst 2017, so heißt es, übernahm man „mit engagierten Menschen innerhalb der Bulldogs die komplette Verantwortung“. Und: „Die Kassen waren leerer als leer.“ Man wollte demnach diese Situation so nicht hinnehmen – und entschied sich dafür, rechtliche Schritte einzuleiten. Der Vorstand: „Seitdem arbeiten wir allen wichtigen Stellen zu und vertreten die gleichen Interessen der Aufklärung. Wir möchten aber auch betonen, dass wir uns nicht mit vergangenen Themen aktiv beschäftigen wollen und alle unsere Blicke der Mannschaft und der Saison 2018 gehören.“ Die beginnt am 29. April im Stadion am Schanzl mit dem Landesliga-Derby gegen die benachbarten Kümmersbruck Red Devils.

Die Aussagen der Bulldogs-Spitze hat auch der frühere Vorsitzende Matthias Konheiser gegenüber der Mittelbayerischen unterstrichen. Die Vorstandsarbeit, die früher mehr oder weniger zu dritt gestemmt worden sei, sei nun auf viele Schultern verteilt. Er betonte ebenfalls, man habe in der ersten Saison viel erreicht und auch viel Geld in infrastrukturelle Dinge gesteckt. „Wir haben bei Null begonnen und doch meiner Ansicht nach viel erreicht und aufgebaut.“

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