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Bilanz

Viele Ideen für Klimaschutz

Mit zahlreichen Angeboten bringt das ZEN Ensdorf den Menschen das Thema Nachhaltigkeit näher. Die Potenziale sind groß.
Von Hans Babl

  • Im Rahmen der Klimaschutzwoche 2019 experimentierten Schülerinnen und Schüler in einem Workshop beim „Energiespielplatz“ des Zentrums für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) in Ensdorf mit Unterstützung von Energieberater Karl-Heinz Hofbauer. Fotos: Hans Babl
  • Projektleiterin Linda Trager konnte über große Erfolge bei den Klima- und Repair-Cafés berichten.
  • Groß ist das Interesse bei den Repair-Cafés wie hier in Ensdorf.

Ensdorf.„Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit sind jetzt in aller Munde, aber nur, wenn aus Lippenbekenntnissen auch Taten werden, hat unsere Umwelt etwas davon.“ Das betonte Vorsitzender Florian Junkes bei der Mitgliederversammlung des Zentrums für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) im Fürstensaal.

Sein Bericht war nicht nur ein Rückblick auf das Geleistete mit rund 50 Veranstaltungen, 60 Energieberatungen und der Klimaschutzwoche mit alleine 20 Veranstaltungen. Als Zukunftsaufgabe sieht er das Bemühen um die Weiterentwicklung zu einer gemeinsamen Entwicklungsagentur. Mit „gemeinsam“ meint er nicht nur den Landkreis Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg, sondern auch die Nachbarlandkreise Schwandorf und Neumarkt. Junkes berichtete, dass der Vertrag mit dem bisherigen Geschäftsführer ablaufe. Für das Klima- und Repair-Café habe man Linda Trager als Projektleiterin gewonnen.

32 Repair-Cafés sind geplant

In seinem Grußwort dankte stellvertretender Landrat Hans Kummert für die geleistete Arbeit: „Man sieht, es bewegt sich etwas.“ Der Zuschuss des Landkreises für das ZEN sei weiter gesichert und notwendig, denn Stillstand sei Rückschritt, machte er deutlich. Bürgermeister Markus Dollacker lobte: „Viel hat das ZEN erreicht, toll laufen Repair-Cafés und Solarkataster. Klima- und Umweltschutz machbar umzusetzen ist Aufgabe des ZEN und das wird weiterverfolgt.“

Ziele der Klima- und Repair-Cafés, so Projektleiterin Linda Trager, sind die Einsparung von CO2 und von Ressourcen, die Weitergabe von Reparaturwissen, der Erhalt von Wissen über den Klimaschutz, die Stärkung des Ehrenamts, die Verbindung von Jung und Alt sowie der Austausch bei Kaffee und Kuchen. Angedacht seien für das Projekt im Landkreis jeweils vier Termine in acht Kommunen, also 32 Termine im Jahr. „Rund 45 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind derzeit im Einsatz als Reparateure, Organisatoren vor Ort und für die Bewirtung zuständig, wobei an vier Orten auch Gruppen für die Bewirtung zuständig sind“, so Linda Trager. Für die leichtere Organisation der Reparateure und Ehrenamtlichen, auch nach der zweijährigen Projektlaufzeit, werde man durch eine neu erstellte Website sorgen.

Geplant sei zudem, den Film „Welcome to Sodom“ im Rahmen der Klimaschutzwoche am 9. Mai in Kastl zu zeigen. Lötkurse für Kinder und Jugendliche seien angedacht, außerdem Vorträge über Ressourcenschonung, Wissensbildung zum Klimawandel und Treffen mit Ehrenamtlichen.

Klimaschutz-Koordinator Joachim Scheid berichtete, dass sich der Anteil erneuerbarer Energie beim Stromverbrauch im Landkreis von 76 Prozent (2016) auf 80,9 Prozent (2017) erhöht habe. „Der Anteil der Solarenergie ist im gleichen Zeitraum von 23 Prozent (installierte Leistung 126 MW) auf 25,31 Prozent (135,6 MW) gestiegen.“ Das neue Solarpotenzialkataster, das eine anbieterunabhängige Untersuchung ermögliche, verzeichne seit der Einführung im Mai 2019 täglich durchschnittlich 15 Zugriffe.

Näher ging Scheid auf die Potenziale für PV-Freiflächenanlagen und Windkraftanlagen im Landkreis Amberg-Sulzbach ein, ferner verwies er auf die Möglichkeiten für Pellets- und Hackschnitzelheizungsanlagen. „Bei 58 800 Hektar Wald im Landkreis Amberg-Sulzbach haben wir jährlich 410 000 Kubikmeter Zuwachs an Holz.“ Viel Potenzial gebe es auch bei der Energieeinsparung, betonte der Klimaschutz-Koordinator und verwies auf den Energiesparcheck des ZEN. Weiter biete das ZEN Energieberatung dezentral und Detailberatungen vor Ort mit Info zu Fördermaßnahmen an.

Wieder neue Energieschulen

„Wenn ein Lehrer von der Sache begeistert ist, kann er seine Begeisterung auch an die Schülerinnen und Schüler weitergeben“, erklärte Manfred Klemm, Projektleiter der AG Schule. Zum letzten Schuljahresende seien wieder drei Schulen mit dem Prädikat „Energieschule im Landkreis Amberg-Sulzbach“ durch Landrat Richard Reisinger ausgezeichnet worden. Zum Schuljahresende 202o kommen die Grund- und Mittelschule Ursensollen, die Grundschule Kastl, die Grund- und Mittelschule Freudenberg und die Grundschule Schmidmühlen dazu. „Dann werden insgesamt 16 Schulen die dreijährige Teilnahme am Energieschule-Projekt erfolgreich absolviert haben und die Energiebildung fortsetzen“, so Klemm.

Beim Kassenbericht regte Wolfgang Streich eine verstärkte Mitgliederwerbung an, „um den Verein auf eine breitere Basis zu stellen“. Nach dem Prüfungsbericht durch Sebastian Schärl entlastete die Versammlung einstimmig die Vorstandschaft. Der Haushaltsplan 2020 wurde ohne Gegenstimme angenommen. Abschließend regte Richard Gaßner an, die Werbung für PV-Anlagen eventuell auch als Bürger-PV-Anlagen zu verstärken. Und er monierte: „Leider haben wir die 10-H-Regelung – hier sehe ich noch Möglichkeiten, aber auch Handlungsbedarf.“ (abl)

Die Repair-Cafés

  • Aktionen:

    Mit einer umfangreichen Bilderschau berichtete Linda Trager über die bisher durchgeführten Aktionen in Ensdorf, Vilseck, Neukirchen/Etzelwang, Freudenberg, Kastl und Auerbach.

  • Bilanz:

    Bis jetzt wurden 169 Gegenstände erfolgreich repariert, aber auch viele Infos gegeben. Zudem wurden 1791 Kilogramm CO2 und 16 019 Kilogramm Boden bzw. Gestein durch Vermeidung des Abbaus bei der Gewinnung von Rohstoffen eingespart.

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