mz_logo

Region Amberg
Donnerstag, 21. Juni 2018 25° 8

Entwicklung

Viele Menschen wollen Häuser bauen

Die Gemeinde Ensdorf reagiert und weist in Wolfsbach ein neues Baugebiet aus. Auch für Ensdorf gibt es schon Planungen.
Von Hans Babl

Bürgermeister Dollacker zeigt auf einen Teil des neuen Baugebietes „Strohberg-Nord“ in Wolfsbach (bis zur Heckenreihe im Hintergrund) Foto: Babl
Bürgermeister Dollacker zeigt auf einen Teil des neuen Baugebietes „Strohberg-Nord“ in Wolfsbach (bis zur Heckenreihe im Hintergrund) Foto: Babl

Ensdorf.Die Gemeinde Ensdorf plant zurzeit zwei neue Baugebiete: Ganz aktuell ist das Areal „Strohberg-Nord“ in Wolfsbach, angedacht ist in Ensdorf das Baugebiet „Asamhöhe“. Damit kann die Gemeinde weiter wachsen und dem Interesse von Bauwilligen nachkommen. Schon 1965 wurde ein Baugebiet „Ensdorf-Süd“ ausgewiesen. 1969 kam „Ensdorf-Nord“, 1973 „Hinterm Kloster“, 1980 „Steinäcker“, 1994 „Hinterm Kloster II“ und „Steinäcker II“. Es folgte eine Erweiterung „Hinterm Kloster“ und im Jahr 2000 „Steinäcker III“.

Aber nicht nur den Hauptort Ensdorf haben die Verantwortlichen im Blick. In den Jahren 2008/2009 wurde im Ortsteil Wolfsbach das Baugebiet „Am Hammerberg“ entwickelt. Damals ging man davon aus, dass das für Wolfsbach für einige Zeit reichen würde. Doch die 16 Bauparzellen sind mittlerweile alle verkauft, nahezu alle Plätze bebaut. „Wichtiges Anliegen bei Bebauung insgesamt ist, dass man Flächen nicht sinnlos verbaut“, betont Bürgermeister Markus Dollacker.

Nicht zu viel Natur verschlingen

Das Baugebiet „Steinäcker“ in Ensdorf hat inzwischen drei Teile. Foto: Babl
Das Baugebiet „Steinäcker“ in Ensdorf hat inzwischen drei Teile. Foto: Babl

„Das Baugebiet ‚Am Hammerberg‘ war früher Sägewerksgelände. Viele dachten, da baut doch keiner hin. Aber schon damals hatten wir die Überlegung, sehr sparsam mit der Umwelt umzugehen. Folglich sind die Grundstücke nur 500 bis 800 Quadratmeter groß. Und die Bewohner sagen, es ist ein sehr schönes Baugebiet, von der ehemaligen Sägewerksnutzung sieht man nichts mehr“, so Dollacker.

Da das Baugebiet „Am Hammerberg“ in Wolfsbach mittlerweile „voll“ ist, geht nun die Gemeinde das Baugebiet „Strohberg-Nord“ an. Es war schon einmal als Baugebiet geplant, hat sich damals aber nicht realisieren lassen. „Aber städtebaulich macht es Sinn, weil es von drei Seiten eingekeilt ist zwischen bebauten Gebieten“, so Bürgermeister Dollacker.

Seniorengerechte Bebauung wichtig

Das Baugebiet Hammerberg in Wolfsbach ist inzwischen voll belegt. Foto: Babl
Das Baugebiet Hammerberg in Wolfsbach ist inzwischen voll belegt. Foto: Babl

9300 Quadratmeter stehen hier für eine Neubebauung und acht Einfamilienhäuser zur Verfügung, dazu rund 10 000 Quadratmeter für neun Bauplätze des ehemaligen Schulgeländes samt Sportplatz. Der Spielplatz muss allerdings einmal Richtung Norden am Radweg entlang verlegt werden. „Wir achten sehr darauf, dass nicht so viel Natur verschlungen wird. Das Baugebiet reicht nicht über die Ränder der bestehenden Bebauung hinaus“, macht Dollacker aufmerksam.

Es sollen nur eingeschossige Wohnhäuser oder E + I +D eingebaut werden – angepasst an die bestehende Bebauung und die Landschaft. „Im Inneren des Baugebietes soll auf seniorengerechte Bebauung geachtet werden“, betont Dollacker im Gespräch mit der Mittelbayerischen.

Probleme bei der Ausweisung von Baugebieten sieht der Bürgermeister beim Grunderwerb, da derzeit Grundstücksbesitzer kaum bereit seien, Land zu verkaufen. „Daran scheitern die schönsten städtebaulichen Planungen. Und es führt leider auch dazu, dass wir Kompromisse eingehen müssen, die langfristig etwas problembehaftet sind etwa nötige Stützmauern, schwierige Verkehrsführung von Straßen und anderes“, berichtet Dollacker. „Da wollen wir etwa im Baugebiet ‚Strohberg-Nord‘ eine Verbesserung der landwirtschaftlichen Erschließung angrenzender Felder und Äcker erreichen.“

Im Ortsteil Thanheim gibt es kein Baugebiet, aber einige frei verkäufliche, bebaubare Grundstücke. „In Ensdorf gibt es im Prinzip derzeit keine freien Mietwohnungen oder frei verkäufliche Baugrundstücke“, berichtet Bürgermeister Markus Dollacker weiter. Die Nachfrage danach sei aber massiv. „Über zehn ernsthaft Bauwillige haben sich bei mir schon gemeldet.“

Erwerb von Flächen schwierig

Hier ist in Ensdorf das Baugebiet „Asamhöhe“ mit maximal 40 Bauparzellen vorgesehen. Foto: Babl
Hier ist in Ensdorf das Baugebiet „Asamhöhe“ mit maximal 40 Bauparzellen vorgesehen. Foto: Babl

Vorgeplant ist deshalb das Baugebiet „Asamhöhe“ oberhalb der Asamstraße als „städtebauliche Entwicklungsplanung einer weiteren Wohnbebauung“. Dies steht und fällt aber mit dem Erwerb von Grundstücken, so Dollacker. Es befindet sich nicht im Landschaftsschutzgebiet, hat aber einige Biotopflächen, die erhalten bleiben.

Maximal wären langfristig 40 Bauparzellen in mehreren Etappen möglich. „Ab sofort ist ein Grunderwerb angedacht und für 2019 sind im Finanzplan dafür 1,9 Millionen Euro eingestellt“, so der Bürgermeister. Er weiß natürlich auch: „Die Bauentwicklung wirkt sich günstig auf die Belegung des Kindergartens und der Kinderkrippe sowie die Schulentwicklung aus.“

Die Gemeinde Ensdorf in der Übersicht

  • Bewohner:

    Die Gemeinde Ensdorf hatte im Jahr 1994 insgesamt 2218 Einwohner. Aktuell wohnen 2301 Menschen in der Gemeinde.

  • Angebot:

    In der Gemeinde angesiedelt sind Allgemeinärzte, Zahnarzt, Apotheke. Caritas-Sozialstation und ein Seniorenheim, Bankfiliale, Poststelle, Zeitungsladen, Kfz-Werkstatt und Tankstelle sind vor Ort. Außerdem gibt es Bäcker, Metzger, Gastwirtschaft und ein Café.

  • Kinder:

    Es gibt eine Mittelschule, einen dreigruppigen Kindergarten und demnächst eine zweigruppige Kinderkrippe, die derzeit gebaut wird. Ein reiches Vereinsleben sorgt nicht nur für Freizeitaktivitäten.

  • Besonderheiten:

    Mittelpunkt sind die renovierte barocke Pfarrkirche St. Jakobus mit Asam-Fresken und das Kloster der Salesianer Don Boscos mit Bildungshaus, Umweltstation und Umwelt-Musik-Werkstatt. (abl)

Die nächsten Pläne stehen schon: Nach der Verwirklichung des Baugebietes „Strohberg-Nord“ in Wolfsbach und „Asamhöhe“ in Ensdorf steigt die Gemeinde in Ensdorf und Wolfsbach in die Ortssanierung und Ortsentwicklung ein. Für Ensdorf sei der Wiedereinstieg in die Städtebauförderung wichtig, „damit wir weitermachen können, wo wir 1994 aus finanziellen Gründen aufhören mussten“, so Dollacker. „Wir schauen darauf, dass unsere Gemeinde weiter attraktiv bleibt.“

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht