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Amberg-Sulzbach

Viele Veranstaltungen sind abgesagt

Die Sportlerehrung des Kreises Amberg-Sulzbach findet nicht statt. Musiknacht, Ostermarkt und KIT in Amberg sind gestrichen.
Gerd Spies

Der Amberg-Sulzbacher Landrat Richard Reisinger (l.) und Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny kündigten die Absagen von Großveranstaltungen an. Foto: Gerd Spies
Der Amberg-Sulzbacher Landrat Richard Reisinger (l.) und Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny kündigten die Absagen von Großveranstaltungen an. Foto: Gerd Spies

Amberg-Sulzbach.„Machen wir uns nicht verrückt!“ Die Botschaft, die Landrat Richard Reisinger den Bürgermeistern seines Landkreises mitgab, war eindeutig. Er mahnte zur Gelassenheit. Trotzdem kündigte er Vorkehrungen des Landkreises an, um die weitere Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Eine davon ist die Absage der Sportlerehrung des Landkreises, die am Freitag, 13. März, geplant war.

Eigentlich hatte das Treffen von Landrat Richard Reisinger und Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny mit den Bürgermeistern des Landkreises das vor dem Abschluss stehende Abkommen mit dem Tierschutzverein Amberg-Sulzbach zum Thema. Doch Reisinger und Cerny nutzten die Gelegenheit, notwendige Gegenmaßnahmen zum Corona-Virus zu erläutern. „Wir müssen mit dem Risiko umgehen“, erklärte Reisinger die Entscheidung, die Sportveranstaltung abzusagen. Es sei der ausdrückliche Wunsch der Gesundheitsbehörden, Veranstaltungen mit größeren Menschenansammlungen abzusagen bzw. zu verschieben. Ein neuer Termin für die Sportlerehrung steht noch nicht fest, diese soll laut Reisinger aber noch in diesem Jahr nachgeholt werden.

Neben der Sportler-Ehrung werden auch die Versammlungen der Kreisfeuerwehr abgesagt, um deren Einsatzbereitschaft nicht zu gefährden. Die anstehenden Bockbierfeste seien aber nach wie vor geplant. Bei der Kommunalwahl am kommenden Sonntag sollten die Gemeinden darauf achten, dass keine Wahllokale in Seniorenheimen eingerichtet werden, erklärte der amberg-Sulzbacher Landrat.

Die Versorgung der älteren Menschen in den Gemeinden ist dem Landrat ebenfalls ein großes Anliegen. „Schaut’s bei ihnen vorbei, ob sie versorgt sind“, bat er die Gemeindeoberhäupter. Außerdem gab er den dringenden Rat, bei Verdacht auf Infektion nicht das Krankenhaus oder eine Arztpraxis aufzusuchen, sondern einfach beim Hausarzt anzurufen.

Auch Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny kündigte die Absage einer Veranstaltung an. Die Lions-Musiknacht, die am 2. April im ACC stattfinden sollte, wird abgesagt. Alle vier Amberger Gymnasial-Chöre sollten an diesem Abend gemeinsam auftreten. „Das ist keine Panik-Reaktion, sondern eine vorbeugende Maßnahme“, erklärte Cerny.

Bei dieser Absage allein bleibt es allerdings nicht. Am Montagnachmittag informierte die Stadt Amberg über weitere Maßnahmen. Um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren und auf diese Weise dazu beizutragen, dass sich die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt, hat sich die Stadt Amberg entschlossen, einige der bevorstehenden Veranstaltungen auf unbestimmte Zeit zu verschieben – auch wenn die erwarteten Teilnehmerzahlen nicht die 1000-er Grenze überschreiten, heißt es in der Mitteilung. Von dieser Maßnahme betroffen sind die Schmidt-Spiele-Tour am Samstag, 14. März, im Stadtmuseum, das Kindertheaterfestival vom 15. bis 20. März im Jugendzentrum Klärwerk und in Absprache mit dem Siemens-Werk Amberg auch das Wohltätigkeitskonzert des Siemens-Orchesters München am Sonntag, 22. März, im Stadttheater.

Tickets, die für diese Veranstaltungen erworben wurden, werden zurückgenommen. Der Kaufpreis wird erstattet. Sobald neue Termine feststehen, werden diese bekanntgegeben. Ganz ausfallen muss hingegen der Ostermarkt am Sonntag, 29. März. Zu dieser Veranstaltung im Amberger Stadtmuseum kommen erfahrungsgemäß weit über tausend Besucher.

„Uns ist es wichtig, dass die Verbreitung des COVID-19-Virus soweit wie möglich verhindert werden kann oder zumindest langsamer vonstattengeht“, begründen Oberbürgermeister Michael Cerny und Kulturreferent Dr. Fabian Kern diesen Schritt. Zu ihrem großen Bedauern sehen sie in den genannten Fällen momentan jedoch keine andere Möglichkeit zu reagieren. „Mit jeder Maßnahme, die eine Zunahme von infizierten Personen verhindern kann, tragen wir dazu bei, die Versorgung Betroffener nicht zu einem Problem werden zu lassen“, betont der Amberger Oberbürgermeister.

Gerade bei größeren Menschenansammlungen sei die Ansteckungsgefahr sehr viel höher, so OB Michael Cerny weiter. Hinzu komme, dass man bei vielen Veranstaltungen im Falle einer Ansteckung den Infektionsweg nicht oder nur schwer nachverfolgen kann. Aus diesem Grund sei man den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden gefolgt, die bei der Durchführung von Veranstaltungen ein verantwortungsvolles Handeln eingefordert haben. Die regulären Vorstellungen im Stadttheater finden aber vorerst statt.

Bisher sind im Landkreis Amberg-Sulzbach drei bestätigte Coronavirus-Fälle bekannt. (age)

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