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Projekt

Vorsorge gegen Naturgefahren

Für ganz Bayern werden Gefahrenhinweiskarten entwickelt. In Arbeit ist auch einer Karte für das Amberg-Sulzbacher Land.

Diplom-Geologe Peter Thom mit stellvertretenden Landrat Hans Kummert und Regierungsrätin Julia Gißke . Foto: Michael Schröter
Diplom-Geologe Peter Thom mit stellvertretenden Landrat Hans Kummert und Regierungsrätin Julia Gißke . Foto: Michael Schröter

Landkreis. In Bayern sind die Alpentäler, aber auch die Landschaftsräume außerhalb des Alpenraums unterschiedlichsten Naturgefahren ausgesetzt.

Neben Überschwemmungen, Lawinen und Muren sind vor allem Hangbewegungen wie Felssturz und Steinschlag sowie Erdfälle zu diesen Gefahren zu zählen. Felsstürze und Steinschlag sind dabei die gefährlichsten Hangbewegungen, da sie meist ohne lange Vorwarnzeit und sehr schnell von statten gehen.

Auch der Landkreis Amberg-Sulzbach ist theoretisch vor solchen Gefahren nicht gefeit. Bis zum Jahr 2019 soll deshalb eine Gefahrenhinweiskarte für das Amberg-Sulzbacher Land entstehen. Details dazu wurden nun im Landratsamt Amberg-Sulzbach vorgestellt. Diplom-Geologe Peter Thom vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) betonte dabei, dass Naturgefahren durch den Klimawandel noch weiter zunehmen werden, sich das Risiko aber deutlich verringern lässt, wenn die Gefahren bekannt und einschätzbar sind.

Der stellvertretende Landrat Hans Kummert war sich sicher, dass diese Risikovorsorge eine unerlässliche Zukunftsaufgabe sei, wenngleich niemand eine hundertprozentige Sicherheit garantieren könne. Die Gefahrenhinweiskarten seien dennoch wertvolle Ratgeber, um Risiken durch Geogefahren bei Baumaßnahmen und Planungen frühzeitig zu minimieren, so Kummert. Die Gefahrenhinweiskarten dienen Landratsämtern, Kommunen, Planern sowie Bürgerinnen und Bürgern dazu, geologische Gefahren zu erkennen und eigenverantwortlich Vorsorge zu treffen. Sie zeigen, wo neue Bebauung vermieden werden sollte oder wo Schutzmaßnahmen wie Fangzäune und Schutzwälle für Straßen oder Versorgungseinrichtungen notwendig sind. So lassen sich Gefährdungen häufig schon im Planungsstadium vermeiden.

Seit 2007 erstellt das Landesamt für Umwelt im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz Gefahrenhinweiskarten für Felsstürze, Steinschlag, Rutschungen, Hanganbrüche und Erdfälle im Maßstab 1:25 000. Über computergestützte Modellrechnungen und Simulationen werden die Gefahrenarten Steinschlag, Felssturz und Hanganbruch berechnet, während rutschgefährdete Bereiche vom Ursprung bis zum Endpunkt der Massenbewegungen. Nach und nach werden Gefahrenhinweiskarten für ganz Bayern erstellt, wobei die sensiblen Gebiete wie der Alpenraum oder die Fränkische Alb prioritär bearbeitet werden.

Das Projekt

  • Alpen:

    Für die Bayerischen Alpen liegen die Gefahrenhinweiskarten bereits vollständig vor, ebenso für Teile der Frankenalb. Karten für die komplette Frankenalb werden bis Ende 2020 vorliegen.

  • Internet:

    Sämtliche Gefahrenhinweiskarten sind im Internet abrufbar unter www.lfu.bayern.de/ geologie/massenbewegungen_karten_daten/massenbewegungen/index.htm.

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