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Weniger Autos, mehr Busse

Die Mobilität im Landkreis soll nachhaltiger werden. Der Landrat und die Regionalmanagerin stehen dazu Rede und Antwort.

  • An der Bushaltestelle: Ein kurzer Blick ins Smartphone und den Transport von A nach B checken. Künftig sollen verschiedene Verkehrsmöglichkeiten wie Busse, Sammeltaxis und Leihräder besser miteinander vernetzt und die Mobilität nachhaltiger werden, freut sich die neue Regionalmanagerin Katharina Schenk. Foto: Martina Beierl/Martina Beierl
  • Bei der Online-Umfrage: Fast täglich fährt Nicole Graf von Sulzbach-Rosenberg nach Amberg und zurück. Auf den eigenen PKW würde sie gerne verzichten und wünscht sich stattdessen ein flexibles und klimafreundliches Mobilitätskonzept. Deshalb beteiligt sie sich an der Online-Umfrage. Foto: Martina Beierl/Martina Beierl

Amberg-Sulzbach.Herr Landrat, wie sieht für Sie die optimale Fortbewegung im Landkreis in naher Zukunft aus?

Ich bin davon überzeugt, dass wir uns künftig mithilfe verschiedener Verkehrsmittel, die intelligent miteinander vernetzt sind, fortbewegen werden. Die Mobilität der Zukunft wird sich im Landkreis dann nicht mehr hauptsächlich nur auf den Privat-PKW konzentrieren, sondern beispielsweise ein Mix aus Fahrrad, Bus und Carsharing sein.

Mobilität ist die Voraussetzung dafür, dass ein Landkreis prosperiert. Ist das mit dem Metathema Klimaschutz überhaupt vereinbar?

Wir werden die ökologischen und die ökonomischen Ansprüche besser miteinander vereinbaren, damit daraus ein nachhaltiger Nutzen auf mehreren Ebenen entsteht. Das ist unser erklärtes Ziel hinsichtlich eines modernen Mobilitätskonzeptes, das wir im Übrigen auch schon im Leitbild „Deine Zukunft 2030 für den Landkreis Amberg-Sulzbach“ klar definiert haben. Ich bin aber auch realistisch genug zu wissen, dass in vielen kleinen Orten und Ortsteilen unseres ländlichen Raums ein Auto einfach notwendig ist. Mit welchem Antrieb es fährt und wie viele Personen drinsitzen, ist wiederum eine andere Frage.

Frau Schenk, bei Ihnen laufen die Fäden für die Entwicklung des Mobilitätskonzeptes zusammen. Vor welchen Herausforderungen stehen die Verkehrsteilnehmer denn auf Ihren Fahrten durch das Amberg-Sulzbacher Land?

Das wollen wir in der derzeit laufenden Online-Umfrage herausfinden. Hier können die Bürger ihre Meinung einbringen. Herausforderungen könnten zum Beispiel der fehlende Zubringer zum Zug, eine zu geringe Bushaltestellendichte oder die noch verbesserungswürdige Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer sein, da es zu wenig vernetzte Wege gibt.

Flächenfraß ist in Bayern ein großes Thema. Frau Schenk, reicht die bestehende Infrastruktur aus bzw. wie kann eine Infrastruktureffizienz im Landkreis erreicht werden?

Zentrales Ziel für uns ist es, nachhaltige Mobilitätslösungen zu entwickeln, das heißt wir möchten den Fokus einerseits auf die Verbesserung bereits bestehender Infrastrukturangebote legen und andererseits alternative sowie umweltfreundliche Mobilitätsangebote wie Anruf-Dienste, Sharing-Modelle, Mitfahrgelegenheiten etablieren.

Der Bus- und Bahnverkehr ist bereits gut ausgebaut. Sehen Sie hier noch Optimierungsbedarf?

Möglicherweise gibt es hier Verbesserungswünsche bezüglich der bereits bestehenden Taktzeiten, der Fahrtdauer oder der Ticketpreise. Auch diese Kriterien sollen im Mobilitätskonzept Berücksichtigung finden.

Viele Menschen schätzen es, flexibel zu sein. Wie kann diese Flexibilität in einem modernen Mobilitätskonzept gewährleistet werden?

Das kann gerade die Stärke eines intermodalen Mobilitätskonzeptes sein. Intermodal bedeutet, dass auf einer Wegstrecke unterschiedliche Verkehrsmittel zum Einsatz kommen. Im konkreten Beispiel könnte man mit dem Zug oder Bus zur Arbeitsstelle fahren und für den Einkauf vor dem Nachhauseweg das Angebot eines öffentlichen (E-)Fahrradverleihsystems nutzen, das wiederum online buchbar ist. Zunächst sind wir vor allem auf eine hohe Bürgerbeteiligung an unserer Online-Umfrage angewiesen.

Was wird dabei abgefragt und wie ist die Beteiligung bis dato?

Wir laden die Bürger des Landkreises sowie der Stadt Amberg dazu ein, ihre persönlichen Alltagswege unter Angabe ihres gewünschten Verkehrsmittels einzuzeichnen und Vorschläge für bedarfsgerechte Erweiterungen oder neue Mobilitätsangebote einzubringen. Im Zuge dessen fragen wir ab, ob die Menschen zum Beispiel nachhaltige Beförderungsmöglichkeiten wie Anruf-Dienste, Mitfahrgelegenheiten oder (E-)Fahrradverleihsysteme nutzen würden. Die Beteiligung zeigt, dass das Thema auf großes Interesse stößt. Gleichwohl dürfen sich gerne noch mehr Bürger beteiligen.

Bürgerbeteiligung

  • Schritt 2:

    Aktuell werden die Bürger per Online-Umfrage zur aktiven Teilnahme eingeladen. Die Umfrage ist unter dem Link www.amberg-sulzbach.de/mobilitaet noch bis 8. Juli freigeschaltet.

  • Schritt 3:

    Die Ergebnisse werden in Bürgerforen, die voraussichtlich digital stattfinden, ausgewertet und vertieft.

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