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Medizin

Wenn das Herz aus dem Takt gerät

Dr. Christoph M. Birner erläuterte, wie Rhythmusstörungen behandelt werden. Dabei kann auch der Patient mithelfen.

Dr. Christoph M. Birner beim Herzultraschall Foto: Klinikum/Gräß
Dr. Christoph M. Birner beim Herzultraschall Foto: Klinikum/Gräß

Amberg.Wenn der Taktgeber im Herzen nicht einwandfrei arbeitet, kann es das ganze Herz nicht mehr. Die Folge: Herzrhythmusstörungen. Die häufigste Form davon ist das Vorhofflimmern. Und das ist jetzt beim „Ratgeber Gesundheit“ am Klinikum St. Marien Amberg im Rahmen der Herzwochen 2018 im Fokus gestanden.

Privatdozent Dr. Christoph M. Birner, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I, erklärte den rund 200 Interessierten, dass der Sinusknoten im Herzen elektrische Impulse erzeugt und an das Herz weitergibt. Das ziehe sich daraufhin zusammen und pumpe das Blut in den Körper. „Beim Vorhofflimmern ist diese Reizbildung und -weiterleitung gestört“, so der Herz-Experte. „Die Herzvorhöfe nehmen nicht mehr an der normalen Herzfunktion teil. Sie füllen die Herzkammern normalerweise bis zu 40 Prozent. Weil sich die Vorhöfe wegen der gestörten Impulse aber nicht mehr geordnet zusammenziehen, sondern nur noch zucken und flimmern, geht diese Kammerfüllung dem Herzen verloren.“ Ältere Patienten bemerkten häufig gar nicht, dass sie an Vorhofflimmern leiden. Treten Symptome auf, seien diese meist sehr unspezifisch: Herzstolpern, ein Druckgefühl im Brustkorb, Schwindel oder Atemnot. „Wer solche Symptome feststellt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen“, so Birner. Ist das Vorhofflimmern diagnostiziert, geht es an die Behandlung, die auf zwei Säulen basiert: „Zum einen müssen wir die Rhythmusstörungen behandeln.“ Zum anderen müssten die Patienten vor Schlaganfällen geschützt werden. Deshalb müssten sie Gerinnungshemmer nehmen, um das Blut zu verdünnen und Gerinnsel zu vermeiden.

Drei Formen

  • Was:

    Beim Vorhofflimmern unterscheidet man grob zwischen drei Formen: Dem paroxysmalen Flimmern, das von selbst verschwindet, dem persistierenden Flimmern, bei dem das Herz nicht mehr selbst in den normalen Rhythmus zurückfindet, und dem permanenten Vorhofflimmern, das nicht mehr behandelt werden kann.

  • Diagnose:

    Ein Vorhofflimmern kann mit einem EKG vom Arzt sicher diagnostiziert werden. Andere Möglichkeiten sind ein Langzeit-EKG oder ein externer Ereignisrekorder, den sich Patienten selbst an die Brust drücken können, wenn Symptome auftreten.

Zuerst müssten die Ursachen der Rhythmusstörungen behandelt werden – und dabei könne jeder Patient selbst mithelfen. „Mit Ausdauertraining beispielsweise“, erklärte Birner. „Nicht rauchen, gesunde Ernährung, wenig Alkohol und Koffein, Stress abbauen – das alles wirkt sich günstig auf die Herzgesundheit aus.“ Zusätzlich stehen Medikamente zur Verfügung. Die wahrscheinlich wichtigste Therapie bei Vorhofflimmern sei die Kardioversion. „Dabei ist der Patient in Kurznarkose und das Herz wird durch einen gezielten Elektroschock wieder in den normalen Takt versetzt.“ Außerdem gebe es die Katheterablation, bei der die Herzzellen mit Hitze oder Kälte verödet werden, erklärte der Mediziner.

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