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Gesundheit

Wer geimpft ist, schützt auch andere

In der Aktionswoche will das Gesundheitsamt in Amberg-Sulzbach vor allem Frauen mit Kinderwunsch zum Impfen motivieren.

Ein geimpftes Umfeld ist gerade für Neugeborene sehr wichtig – das ist ein Schwerpunkt bei der Impfwoche. Symbolfoto: Boris Roessler/dpa
Ein geimpftes Umfeld ist gerade für Neugeborene sehr wichtig – das ist ein Schwerpunkt bei der Impfwoche. Symbolfoto: Boris Roessler/dpa

Amberg. Mit der Bayerischen Impfwoche soll bayernweit für das Impfen geworben werden. Ziel ist es, die Menschen vom Nutzen zu überzeugen, vergessene oder übersehene Impfungen nachzuholen und Impflücken zu schließen, so Dr. Roland Brey vom Gesundheitsamt am Landratsamt Amberg-Sulzbach. Die Impfwoche vom 23. bis 29. April steht unter dem Motto „Schutz des Neugeborenen: Ihr Impfschutz ist auch sein Schutz“. Das Gesundheitsamt Amberg und der Ärztliche Kreisverband Amberg-Sulzbach unterstützen gemeinsam dieses Anliegen.

„Ein geimpftes Umfeld ist gerade für das Neugeborene sehr wichtig, um es möglichst weitgehend vor der Übertragung von Infektionen zu schützen“, so der 1. Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbandes, Dr. Martin Pöllath. Jährlich erkrankten Neugeborene an schweren Verläufen von Infektionskrankheiten, für die es einen Impfschutz gebe. So seien beispielsweise in Deutschland 2016 drei Säuglinge durch Keuchhusten gestorben.

Infektionen gefährlich für Babys

Auch Masern seien in den ersten Lebensjahren eine große Gefahr. Es könne zu schweren Komplikationen wie Lungenentzündung oder Gehirnhautentzündung kommen. Eine Grippeinfektion in den ersten Lebenswochen könne oft zu einem schweren Verlauf mit hohem Fieber und einer Austrocknung des Körpers mit der Gefahr einer Hirnschädigung führen.

„Die diesjährige Impfwoche richtet sich deshalb besonders an drei Zielgruppen: Frauen mit Kinderwunsch, Schwangere und alle weiteren Kontaktpersonen von Neugeborenen“, so Dr. Brey. Bereits während der Schwangerschaft könnten einige Infektionskrankheiten für den Embryo gefährlich sein. Dazu gehörten etwa eine Rötelninfektion der Mutter, Windpocken oder Grippe.

Wichtig sei es, dass sich Frauen bereits vor der Schwangerschaft impfen lassen. Für Schwangere werde auch eine Impfung gegen Grippe in der Regel ab dem vierten Monat empfohlen. Da Neugeborene nicht sofort geimpft werden können, sei ein geimpftes Umfeld besonders wichtig. Der Fokus liege dabei nicht nur auf der Familie, es sei auch an alle medizinischen Berufsgruppen wie Ärzte, Hebammen, Krankenschwestern und medizinische Fachangestellte zu denken.

Oft werden Impfungen vergessen

Das Gesundheitsamt Amberg möchte überdies auf die für jeden Erwachsenen wichtigen Impfungen hinweisen, so Dr. Brey weiter. Oft würden die Auffrischimpfungen gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) und Diphtherie vergessen. Noch wenig bekannt sei die Empfehlung, den Impfschutz gegen Keuchhusten aufzufrischen. Erkrankte Erwachsene seien die Hauptansteckungsquelle für Säuglinge und Kleinkinder, bei denen die Infektion sogar tödlich verlaufen kann.

Pöllath und Brey hoffen auch, dass die diesjährige schwere Grippewelle mit rund 1500 laborbestätigten Erkrankungen in Stadt Amberg und Landkreis Amberg-Sulzbach künftig zu einer verstärkten Inanspruchnahme der Grippeimpfung führen wird.

Angebote während der Impfwoche

  • Zeckenkarten

    Wegen des hohen Zeckenrisikos hat das Gesundheitsamt wieder Zeckenkarten des Bayerischen Gesundheitsministeriums organisiert. Sie können zwischen 23. und 26. April, jeweils von 8 bis 12 und 13 bis 16 Uhr kostenlos im Gesundheitsamt (Anmeldung), Hockermühlstraße 53 in Amberg, abgeholt werden, solange der Vorrat reicht. Pro Person werden maximal drei Karten ausgegeben, eine Zusendung ist nicht möglich.

  • Beratung zum Impfen

    Bei der Impfwoche berät das Gesundheitsamt verstärkt zu allen Impffragen. Dies ist telefonisch möglich unter (0 96 21) 39-669, per E-Mail an gesundheitsamt@amberg-sulzbach.de oder auch persönlich (möglichst nach telefonischer Voranmeldung) in der Hockermühlstraße 53 in Amberg. Wer sicher gehen möchte, ausreichend geimpft zu sein, kann im Gesundheitsamt auch den Impfpass überprüfen lassen.

Zeckenaktivität steigt an

Gerade für die Region Amberg-Sulzbach sei zudem die FSME-Impfung, also die Impfung gegen die durch Zecken übertragene Hirnhaut- bzw. Gehirnentzündung, von großer Bedeutung, wie die hohen Erkrankungszahlen der vergangenen Jahre zeigten. Die Zeckenaktivität steige derzeit wieder deutlich an, betonte Brey.

Gegen die bakterielle Erkrankung Borreliose stehe keine Impfung, sondern eine wirkungsvolle antibiotische Therapie besonders in der Frühphase der Erkrankung zur Verfügung. Am besten sei es jedoch, nach einem Zeckenstich die Tiere so schnell wie möglich vom Körper zu entfernen, da mit der Dauer des Saugaktes das Infektionsrisiko steigt. Als kleines Hilfsmittel könne eine sogenannte Zeckenkarte verwendet werden.

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