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Geschichte

Winbuch ist den Anmarsch wert

In der Veranstaltungsreihe „Kirche und Wirtshaus mit Pfiff“ geht es diesmal nach Winbuch, einen kleinen Ort mit durchaus großer Geschichte.
Von Josef Popp

Die Bartholomäuskirche in Winbuch. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Dorfgemeinschaftshaus gibt es Oberpfälzer Brotzeiten. Foto: ajp

SCHMIDMÜHLEN.Erst einmal wählen, dann wandern, dann Heimatgeschichte und schließlich ganz gemütlich einkehren und eine Oberpfälzer Brotzeit genießen: So könnte für alle Wanderfreunde und Heimatkundler der kommende Sonntag ausschauen. „Kirche und Wirtshaus mit Pfiff“ ist eine Veranstaltungsreihe im Landkreis Amberg-Sulzbach, und sie findet nun am kommenden Sonntag, 22. September in Winbuch statt. Ziel in Winbuch ist die Bartholomäuskirche und schließlich das Dorfgemeinschaftshaus.

Der Heimat- und Kulturverein Schmidmühlen startet um 14.30 Uhr am Rathaus in Schmidmühlen mit der Wanderung nach Winbuch. Diese leitet der Wanderführer Peter Fochtner. Um 16 Uhr findet dann die Vorstellung der Kirche und der Geschichte Winbuchs in der Kirche statt (etwa 30 Minuten). Hier fällt ein Beitrag in Höhe von vier Euro an. Im Anschluss wird das Schloss Winbuch vorgestellt.

Zehn Jahre Gemeinschaft

Anschließend ist im Dorfgemeinschaftshaus in Winbuch der gemütliche Ausklang „mit Pfiff“. Das Dorfgemeinschaftshaus kann auf eine zehnjährige Geschichte zurückblicken. So klein der Ort auch ist, so interessant ist seine Geschichte. Diese, die der einstmals selbstständigen Gemeinde Winbuch, lässt sich bis in das Jahr 1147 zurückverfolgen. Der Ort Winbuch mit seinem kleinem Landschloss und der dazu gehörigen Schlosskapelle hatte seinen eigenen Adelssitz – es waren zu Beginn der Winbuchner Geschichtsschreibung hohenburgische Ministerialen. Der erste urkundlich nachweisbare Adelige war 1147 Lantfried de „Windebuch“, ihm folgte (sein Sohn) Lantfried von Windebuch und 1185 Wolfrat von Windebuch. Im Jahr 1185 hatte sich der Ortsname geändert.

Einer der Adeligen, der auf dem Schloss saß, war Wolfram von Windbuch. Winbuch ist im Jahre 1538 zur lutherischen Religion übergegangen, wurde aber im Jahre 1622 wieder katholisch. In dieser Zeit errichtete man einen eigenen Gottesacker, der allerdings nicht länger benützt wurde als bis eben zur Aufhebung des Luthertums. Der einstige Gottesacker lag im Süden der Kirche und war mit einer starken Mauer umgeben. Später diente er noch dem Schullehrer als Garten.

Mehr als 2000 Obstbäume

Im Jahre 1622 regierte zu Winbuch die Pest, so dass bis auf „etliche Personen“ der ganze Ort ausgestorben war. Eine aus dem Jahre 1845 stammende Beschreibung zeigt deutlich, wie groß das Gut Winbuch war. Alleine die Tatsache, dass es einen eigenen Obstgarten mit mehr als 2000 Obstbäumen gab, ist schon bemerkenswert genug.

Zum Schloss gehört auch noch eine kleine Schlosskapelle, heute eine Filialkirche der Pfarrei Schmidmühlen. Sie ist das Ziel der Exkursion. Die Dorfkirche ist neben der Pfarrkirche St. Ägidius in Schmidmühlen die zweitgrößte Kirche der Pfarrei Schmidmühlen. Die ehemalige Schlosskapelle wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut. Sie war eine Nebenkirche von Vilshofen. Die schmucke Kirche ist dem heiligen Bartholomäus gewidmet. Er thront als imposante und markante Figur über dem Altar. Winbuch und Greining wurden 1962 in die Pfarrei Schmidmühlen umgegliedert. Unter dem letzten Bürgermeister Johann Feuerer erfolgte am 1. Juli 1972 die Eingemeindung nach Schmidmühlen. Und Galching wurde dann am 1.1.1974 eingemeindet.

Kirche und Wirtshaus

Vorbereitet wird dieses kulturelle Ereignis von Ortsheimatpfleger und 2. Bürgermeister Josef Popp sowie Marktrat Georg Koller (Winbuch). Um 14.30 Uhr startet an diesem Tag eine Wanderung von Schmidmühlen aus nach Winbuch. Treffpunkt und Abmarsch ist am Oberen Schloss. Die Wandergruppe ist rechtzeitig zum Vortrag in Winbuch. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Dorfgemeinschaftshaus gibt es Oberpfälzer Brotzeiten.

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