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Biohof

Wirtschaften im Einklang mit der Natur

Im Rahmen der Senioren-Aktivwochen „Mitten im Leben“ besuchten zwölf Interessierte den Naturlandhof Färber in Dornberg.
Von Hans Babl

Genügsam ist das „Rote Höhenvieh
Genügsam ist das „Rote Höhenvieh", eine alte Oberpfälzer Rinderrasse. Foto: Hans Babl
Ein listiges Eselchen Foto: Babl
Ein listiges Eselchen Foto: Babl

Ensdorf.Ingrid und Martin Färber stellten in Dornberg ihren seit 1830 in der Familie bewirtschafteten Hof „Stodlbauer“ vor und erzählten über die Geschichte Dornbergs. „Dornberg ist mit seiner erst 200-jährigen Geschichte ein junger Ort“, berichtete Martin Färber. „Der neu gegründete Staat Bayern brauchte nämlich für die Reformierung der Staatsstrukturen Geld und verkaufte dafür Grundvermögen an Privatpersonen. Die kurfürstliche Landes-Direktion versteigerte die landesherrliche Waldung Dornberg. Die eigentliche Besiedelung Dornbergs begann mit der Fertigstellung des Fischerhofes im Jahr 1808, die anderen sieben Anwesen folgten nach und nach.“

Die Geschichte des „Stodlbauer“ begann 1838, als die verwitwete Anna-Maria Färber das Anwesen Hausnummer 6 an den Sohn Michael Färber übergab. 1870 übernahm dessen Sohn Georg. 1911 erfolgte die Übergabe an dessen Sohn Michael und seiner Frau Walburga, geborene Müller aus Rieden.

Der Hof wird 1985 erweitert

Ingrid Färber streichelt ihre zwei Esel. Foto: Hans Babl
Ingrid Färber streichelt ihre zwei Esel. Foto: Hans Babl

Der Sohn Josef Färber übernahm 1952 den Hof und heiratete Theresia Bösl aus Ruiding. Der Kuhstall wurde Anfang der 60er Jahre errichtet und 1968 das jetzige Wohnhaus. 1985 heiratete der jüngste Sohn Martin seine Frau Ingrid Galli aus Pittersberg. Bauliche Veränderungen wurden durchgeführt und die landwirtschaftlich bewirtschaftete Fläche erweitert. Später wurde der Betrieb im Nebenerwerb als Ackerbaubetrieb fortgeführt. Zusätzlich wurde 2004 eine Photovoltaikanlage auf dem Stallgebäude errichtet. In den folgenden Jahren wurde weiter in die Modernisierung der Nebengebäude und der Hoffläche investiert. Nach Abschluss zum Industriemeister 2013 hat Sohn Markus 2016 die Ausbildung zum Landwirt abgeschlossen.

Nach dem Einblick in die Dorf- und Hofgeschichte startete ein Rundgang, bei dem die Familie Färber das neue Kapitel am Stodlbauernhof aufzeigte. „Begonnen haben wir mit zwei Mutterkühen der alten Haustierrasse ‚Rotes Höhenvieh’, einer Rasse mit Genügsamkeit, Widerstandsfähigkeit, Leichtkalbigkeit, bester Marschfähigkeit, sehr guter Milchleistung und frohwüchsigen Kälbern“, berichteten Ingrid und Martin Färber. Wichtig sei auch die hohe Fleischqualität und die feine Fleischfaserung.

Der „Stodlbauernhof“

  • Entwicklung:

    Der „Stodlbauernhof“ umfasst heute sechs Hektar Wald und 38 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Davon entfallen neun Hektar auf Grünland, zwei Hektar auf Hutung, neun Hektar auf Kleegras und 22 Hektar auf Getreide.

  • Diversität:

    Bei einer Streuobstkartierung im Rahmen des Biodiversitätsprojekts Juradistl wurden 2017 zehn Vogelarten, sieben verschiedene Schmetterlinge, fünf Heuschreckenarten und acht verschiedene Wildbienen und Espenarten kartiert.

Derzeit haben die Färbers vier Mutterkühe mit den Kälbern von heuer und drei Färsen sowie einem Ochsen von 2018, die auf der Weide stehend zu sehen waren. In den Wintermonaten werden die Kühe mit Nachzucht im umgebauten Milchviehstall auf Tiefstreu gehalten. Im Nebengebäude sorgen zwei Esel für Kurzweil. Diese werden für Eselwanderungen oder im Ferienprogramm der Gemeinde Ensdorf eingesetzt. Außerdem beweiden die Esel zwei Hutungen zur extensiven Weidenutzung, um für die Erhaltung des Trockenrasens zu sorgen und den Weißdorn einzukürzen.

Die Streuobstwiese umfasst auf knapp 2000 Quadratmetern 35 Bäume, darunter 20 Altbäume, die seit über 15 Jahren über das bayerische Vertragnaturschutzprogramm extensiv bewirtschaftet werden. „Also keinen Mineraldünger und Mähtermin nach dem 1. Juni“, erklärte Martin Färber den Senioren. „Nach dem Aufbau der Mutterkuhhaltung beschlossen wir 2018 den kompletten Betrieb auf ökologische Bewirtschaftung umzustellen. Derzeit befinden wir um im zweiten Umstellungsjahr und können somit die Ernteprodukte im kommenden Jahr bereits als Bioware vermarkten“, berichtete Martin Färber der Seniorengruppe.

Auf dem Weg zum Biohof

Eine Seniorengruppe besuchte den Naturlandhof „Stodlbauer“ der Familie Färber in Dornberg. 4. und 5. von links Ingrid und Martin Färber. Foto: Babl
Eine Seniorengruppe besuchte den Naturlandhof „Stodlbauer“ der Familie Färber in Dornberg. 4. und 5. von links Ingrid und Martin Färber. Foto: Babl

„Mit der Umstellung aus ökologischer Bewirtschaftung, d. h. ohne mineralischen Dünger und Pflanzenschutz, haben wir auch die Fruchtfolge unseres Betriebes umgestellt. Von der bisherigen dreigliederigen haben wir auf jetzt fünf Fruchtarten umgestellt. In diesem Jahr war ein Teil der Flächen mit Grünfutter bestellt, weiterhin mit zweijährigem Kleegras, Triticale, Winterweizen und Hafer-Erbsengemenge. Die Aufnahme von Leguminosen und Kleegras ist für die Stickstoffansammlung im Boden und der Unkrautregulierung unvermeidlich. Mit Umstellung auf bio sind wir auch dem Erzeugerverband Naturland beigetreten. Hierdurch gelten zwar noch strengere Maßstäbe in der Bewirtschaftung und Tierhaltung, aber es bringt natürlich auch Vorteile beim Einkauf und der Vermarktung.

„Mit der Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung und dem Beitritt zu Naturland ist auch die Beauftragung einer Kontrollstelle erforderlich. Hiermit haben wir die Öko Zertifizierung GmbH in Straubing beauftragt. Dieses Unternehmen kontrolliert ein- bis zweimal jährlich die bewirtschafteten Flächen, die Hoffläche, Stallungen, Getreidelager sowie den Wareneinkauf“, führte Martin Färber aus und zog als Fazit:“ wichtig ist, nicht immer das günstigste Produkt einkaufen, sondern Angebote vor Ort nutzen!“

Die zwölf Senioren waren fasziniert vom „Stodlbauernhof“ der Familie Färber in Dornberg und den sehr interessanten Erläuterungen. Zum Abschluss verkosteten sie noch die leckeren Birnen und Nüsse von der Streuobstwiese.

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