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Bilanz

Zahl der Unfallopfer stieg wieder an

Fünf Menschen verloren 2017 ihr Leben. Die Zahl der Unfälle im Bereich der Verkehrspolizeiinspektion Amberg ist gesunken.
Von Hans Babl

783 Verkehrsunfälle musste die Verkehrspolizeiinspektion Amberg 2017 bearbeiten. Dabei wurden zwar weniger Menschen als 2016 verletzt, doch die Zahl der Toten stieg wieder auf fünf an. Foto: Archiv/Brückmann
783 Verkehrsunfälle musste die Verkehrspolizeiinspektion Amberg 2017 bearbeiten. Dabei wurden zwar weniger Menschen als 2016 verletzt, doch die Zahl der Toten stieg wieder auf fünf an. Foto: Archiv/Brückmann

Amberg.Von einem ereignis- und arbeitsreichen Jahr 2017 sprach der Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Amberg (VPI), Erster Polizeihauptkommissar Friedrich Böhm, am Dienstag bei der Vorstellung der Verkehrsstatistik. Doch: Trotz aller Bemühungen, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, mussten im vergangenen Jahr durch die VPI Amberg mit der Autobahnpolizeistelle Schwandorf insgesamt 783 Verkehrsunfälle bearbeitet werden; 811 waren es im Jahr 2016. 192 Personen wurden verletzt, drei weniger als im Vorjahr.

Eine negative Tendenz ergab sich 2017 bei den durch Verkehrsunfälle getöteten Personen, so Böhm. Während im Jahr 2009 sieben Menschen bei Verkehrsunfällen starben, waren es in den Jahren 2010 bis 2013 durchschnittlich nur noch ein bis drei Personen. Im Jahr 2014 war kein Unfalltoter zu beklagen, 2015 verloren wieder fünf Verkehrsteilnehmer ihr Leben, 2016 drei. „Im Jahr 2017 verstarben fünf Personen bei Verkehrsunfällen“, so Böhm.

Bei den Verkehrsunfällen 2017 entstand ein Sachschaden von 2,95 Millionen Euro, was einer Reduzierung von rund 500 000 Euro im Vergleich zu 2016 entspricht. 433 der Fälle sind sogenannte Kleinunfälle. In 123 Fällen (2016: 116) musste die VPI Amberg wegen eines unerlaubten Entfernens von der Unfallstelle ermitteln. Die Aufklärungsquote betrug in diesem Bereich 37,4 Prozent (2016: 34,4 Prozent). „Fahrerflucht ist kein Kavaliersdelikt“, betonte in diesem Zusammenhang der VPI-Leiter.

Alkohol bleibt weiter ein Thema

Der Leiter der VPI Amberg, Erster Polizeihauptkommissar Friedrich Böhm (links) und sein Stellvertreter, Erster Polizeihauptkommissar Joseph Decker, stellten die Verkehrsstatistik vor. Foto: abl
Der Leiter der VPI Amberg, Erster Polizeihauptkommissar Friedrich Böhm (links) und sein Stellvertreter, Erster Polizeihauptkommissar Joseph Decker, stellten die Verkehrsstatistik vor. Foto: abl

„Bei 15 Unfällen (2016: 17) war die Alkoholisierung des Fahrzeugführers offensichtlich der Unfallgrund“, erläuterte Böhm. Bei 87 (2016: 95) Unfällen spielte überhöhte bzw. unangepasste Geschwindigkeit eine Rolle. Dabei wurden 55 Personen (2016: 53) verletzt. „Dies zeigt, dass unsere verkehrspolizeilichen Kontrollmaßnahmen weiter notwendig sind“, machte Böhm deutlich. Der Verkehrsbericht 2017 zeige aber insgesamt eine positive Entwicklung der Verkehrssicherheit im Schutzbereich der VPI Amberg.

Die Verkehrsbelastung auf den Abschnitten der A 6 und der A 93, für die die VPI Amberg bzw. die Autobahnpolizeistelle Schwandorf zuständig sind, steige stetig an, erklärte Böhm weiter. Das liege vor allem an Lkws, deren Anteil mittlerweile 17,3 bzw. 34,75 Prozent beträgt.

Alkohol und Drogen bei Fahrten im Straßenverkehr sind weiter ein Thema: Zwar sank die Zahl der bei Kontrollen festgestellten Trunkenheitsfahrten von 41 (2016) auf 28 und die der Drogenfahrten von 61 auf 51, doch e werde weiter kontrolliert. „Wir dürfen diese Problematik nicht kleinreden, denn die Dunkelziffer ist sehr hoch“, so der Leiter der VPI Amberg.

Immer mehr telefonieren am Steuer

Dass die Gurtpflicht immer besser eingehalten werde, führt die Polizei auch darauf zurück, dass bei neueren Autos ein nervender Ton erklingt, wenn man den Gurt nicht anlegt. Stark steigt dagegen das Telefonieren am Steuer an, betonte Böhm – trotz erneuter Erhöhung der Strafen auf 100 Euro und einen Punkt in Flensburg. Bei der VPI Amberg stieg die Zahl der festgestellten Verstöße von 121 (2016) auf mehr als das Doppelte, auf 276, im Jahr 2017.

Im Mai 2017 wurde eine Schwerpunktaktion „Ablenkung im Straßenverkehr“ durchgeführt. Dies könnte unter anderem den starken Anstieg erklären, gab der Leiter der VPI zu bedenken. Und auch dies: „Wir wollen da nicht den großen Reibach machen“, betonte Böhm. Unaufmerksamkeiten zu vermeiden und Ablenkungen im Straßenverkehr zu senken – „das liegt uns am Herzen, denn dadurch könnten viele Unfälle vermieden werden“, sagte er. Deshalb werde die VPI auch weiterhin Kontrollen gezielt durchführen.

Spezialisten bei der VPI

  • Schwerverkehrkontrollen

    Die Schwerverkehrs-Kontrollgruppe kontrolliert in Amberg sowie den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Schwandorf. Unter anderem überprüft sie Gefahrgut und Ladungssicherheit sowie den technischen Zustand der Fahrzeuge. Schwerpunkte liegen dabei auf den Autobahnabschnitten der A6 und der A93 und anderen überörtlichen Fernstraßen. Dabei wurden im vergangenen Jahr 31 Vergehen festgestellt, 99 Verwarnungen ausgesprochen und 969 Ordnungswidrigkeitsanzeigen erstellt.

  • Fluchtfahnder

    Bei der VPI Amberg sind zwei erfahrene Beamte als sogenannte „Fluchtfahnder“ eingesetzt. Sie unterstützen bei Verkehrsunfallfluchten die aufnehmenden Beamten durch Ermittlungen und Recherchen in einer speziellen Datei. Durch kriminalistischen Spürsinn, Hartnäckigkeit und hohes Engagement konnten auch 2017 sehr gute Erfolge erzielt werden: Von 46 bearbeiteten Verkehrsunfallfluchten konnten 22 geklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 47,83 Prozent entspricht. (abl)

367 Fahrverbote wurden ausgesprochen

Die Verkehrspolizei führt auch technische Verkehrüberwachungen durch. Die bekannteste sind die Geschwindigkeitskontrollen. Im Jahr 2017 wurden dabei 13 216 (2016: 11 843) Verwarnungen ausgesprochen, in 4970 Fällen (2016: 4288) kam es zu Anzeigen von Verkehrsordnungswidrigkeiten, außerdem mussten 367 (357) Fahrverbote ausgesprochen werden. Innerorts wurden im vergangenen Jahr 89 (2016: 153) und außerorts 717 (674) Messungen durchgeführt.

Auch die Einhaltung des Mindestabstandes an verschiedenen Messstellen der Autobahnabschnitte wird überprüft. Dabei wurden im Jahr 2017 insgesamt 5222 Verstöße von Pkw-Fahrern und 477 bei Lkw-Fahrern festgestellt - jeweils eine erhebliche Steigerung, wie Böhm sagte. In 665 Fällen kam es zu Fahrverboten. Mit leistungsstarken Zivilfahrzeugen wurden 2017 gezielt an Verkehrsbrennpunkten mobile Verkehrsüberwachungen durchgeführt. Dabei wurden 92 Verkehrswidrigkeitsanzeigen und 14 Verwarnungen erstellt, darunter waren 27 Anzeigen gegen ausländische Verkehrsteilnehmer.

Die Fahndungs- und Kontrollgruppe Verkehr hat im Jahr 2017 laut Böhm wieder beachtliche Erfolge erzielt. Es kam insgesamt zu 365 Anzeigen, 233 Sicherstellungen, 153 Fahndungstreffern und zwölf Festnahmen aufgrund eines Haftbefehls, ist in der Verkehrsstatistik vermerkt. Dabei ging es um Verstöße gegen das Ausländerrecht, Betäubungsmittelgesetz, Waffengesetz, Verkehrsdelikte, Urkundenfälschung, Kfz-Delikte und sonstige Eigentumsdelikte. „Es wird von Fahrern manipuliert und gefälscht, was nur geht“, erklärte dazu VPI-Leiter Böhm.

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