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Zum 90. Geburtstag wurde ein Traum wahr

Hedwig Hauer konnte ihr Heimatdorf Kirchenödenhart im Übungsplatz besuchen. 1938 wurde die Familie ausgesiedelt.
Von Paul Böhm

Das hätte sich Hedwig Hauer aus Ensdorf nicht träumen lassen: An ihrem 90. Geburtstag war sie zu Besuch in ihrem Heimatdorf Kirchenödenhart, den sie 1938 für die Errichtung des damaligen Wehrmachtsübungsplatzes verlassen musste (im Bild mit Tochter Dagmar und Schwiegersohn Jochen Jeziorowski).  Foto: Paul Böhm
Das hätte sich Hedwig Hauer aus Ensdorf nicht träumen lassen: An ihrem 90. Geburtstag war sie zu Besuch in ihrem Heimatdorf Kirchenödenhart, den sie 1938 für die Errichtung des damaligen Wehrmachtsübungsplatzes verlassen musste (im Bild mit Tochter Dagmar und Schwiegersohn Jochen Jeziorowski). Foto: Paul Böhm

Ensdorf.Träume werden manchmal auch wahr – für Hedwig Hauer auf jeden Fall: Sie war in ihrem Heimat- und Geburtsort Kirchenödenhart im Truppenübungsplatz Hohenfels und es war für sie ein wunderschönes Erlebnis. Das war natürlich die große und bis zur letzten Stunde geheim gehaltene Geburtstagsüberraschung für Hedwig Hauer schlechthin: Zu ihrem 90. Geburtstag hat man es mit Hilfe von Freunden geschafft, dass die Jubilarin auf den Tag genau zum ersten Mal nach der Aussiedlung im Jahr 1938 Kirchenödenhart besuchen konnte.

Es hat immerhin fast 80 Jahre gedauert, um diesen Wunsch für sie zu erfüllen. Im Juli 1929 wurde die Jubilarin als Hedwig Scheuerer im Kirchdorf Kirchenödenhart geboren. Als neunjähriges Mädchen musste sie die Ablösung ihres Heimatdorfes wegen der Errichtung des Truppenübungsplatzes für die Wehrmacht erleben. Die Familie hat zunächst in Vilshofen und dann in Ensdorf eine Heimat gefunden, doch in ihren Geburtsort ist sie bisher nie zurückgekommen, weil er im militärischen Sperrgebiet liegt.

Möglich gemacht hat dieses für sie prägende Erlebnis, noch einmal auf dem Grundstück der damaligen Hausnummer vier in Kirchenödenhart gleich neben der Dorfkirche St. Maria Magdalena, weilen zu dürfen, die US Army in Hohenfels. „Ich kann gar nicht mit Worten ausdrücken, wie mich dieser Tag heute berührt“, sagte sie beim Anblick der versteckt liegenden Mauerreste zwischen Obstbäumen und Holunderstauden.

Norbert Wittl von Public-Affairs der US Army in Hohenfels hatte den an ihn herangetragenen Wunsch gern angenommen und die Jubilarin zu einer Fahrt nach Kirchenödenhart eingeladen. Zu der kleinen Führung durch das Dorf zusammen mit ihrer Tochter Dagmar Jeziorowski und ihrem Schwiegersohn Jochen gehörten auch Erinnerungen an das Leben der Kinderzeit. Die Jubilarin erzählte, dass sie damals ins fast vier Kilometer entfernte Emhof zur Schule und nach Dietldorf zur Kirche gegangen war. Sie erzählte von ihrer Lehrerin in der Schule in Emhof und von Kindheitserinnerungen im Dorf, die sie immer noch behalten hat. Und auch davon, wie sie als junges Mädchen diese einschneidenden Erlebnisse verkraftet hat.

Zu ihren Ehrentag gratulierten ihr die drei Kinder mit Familien und natürlich Bürgermeister Markus Dollacker und Pfarrer Hermann Sturm von der Pfarrei Ensdorf. (abp)

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